Forschungsprojekt "gemeinwesenZentrum" präsentiert

Projektleiter Christoph Redelsteiner, Landesrat Martin Eichtinger, Bürgermeister Johann Mayer, Gemeinderat Markus Bauer

Redelsteiner: "Wir wollten Gesundheitszentren weiterdenken."

Am 6. November 2019 präsentierte Studiengangsleiter Christoph Redelsteiner gemeinsam mit Vertretern des Landes Niederösterreich und der Gemeinde Orth an der Donau die Ergebnisse des Projektes PC3 – Primary Care in the Center of the Community

Das Projekt erweitert die Idee der medizinischen Versorgung um Aspekte der Gemeinwesenarbeit. Es erforschte, auf welche Weise BürgerInnen bei der Gestaltung eines Gemeinwesenzentrums beteiligt werden können und erarbeitete entsprechende Konzepte der Vernetzung.

Gemeinsam stellten die Referenten eine Broschüre vor. Diese bietet Ideen und Grundlagen für die Umsetzung von Gemeinwesenzentren mit integrierter medizinscher Versorgung, insbesondere für Orth aber auch für Gemeinden allgemein.

Die beste medizinische Versorgung nahe dem Wohnort

"Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Daher ist es unsere Aufgabe, allen Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern die beste und modernste medizinische Versorgung nahe ihrem Wohnort zu sichern", so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger.

Dabei bedarf es letztlich auch fester Strukturen und Hilfeleistung von außen. „Die Studentinnen und Studenten sowie die Betreuerinnen und Betreuer der Fachhochschule St. Pölten widmeten sich in diesem Projekt zwei Jahre lang insbesondere den Überlegungen, wie auch die soziale Komponente ihre wichtige Rolle in dem System der Gesundheitsversorgung finden kann. Das Resultat ist das Konzept ‚gemeinwesenZentrum", so Eichtinger.

"Als Geschäftsführer, Gemeinderat und Arbeitskreis-Leiter für das 'Projekt Gemeinwesenzentrum' bin ich natürlich stolz darüber, wie weit wir es geschafft haben. Allerdings gibt es noch viele Details zu klären. Jedoch wenn das Land NÖ nun hinter der Idee steht und unterstützt, ist das ein riesiger Schritt nach vorne", so Markus Bauer.

Gesundheitszentren weiterdenken

FH-Professor Christoph Redelsteiner betont dazu: "Unser Forschungsziel war es, das Konzept der Gesundheitszentren weiter zu denken und ein 'gemeinwesenZentrum' zu entwickeln."

Ein Beispiel dafür fand man im Stadtteil "East End" von London – im Bromley by Bow Centre – das bereits seit 35 Jahren Gemeinde-Gesundheits-Services anbietet. Ausgehend von diesem Konzept haben Studierende des Master Studiengangs Soziale Arbeit der Fachhochschule St. Pölten mit den Einwohnerinnen und Einwohnern von Orth überlegt, wie Selbsthilfe, Nachbarschaftshilfe, soziale Begegnungen, professionelle Beratung und Therapien gefördert werden können.

Langfristige, wohnortnahe und bereichsübergreifende Versorgung

Bürgermeister Johann Mayer hielt fest: "Ziel ist es, eine langfristige, wohnortnahe und bereichsübergreifende Versorgung der Bevölkerung rund um eine Gemeinde zu sichern." Neben der Gesundheitsversorgung im engeren Sinne (Arzt, Pflege, Therapie) solle dieses Konzept auch soziale Angebote wie beispielsweise Information und Beratung umfassen.

Die Marktgemeinde Orth an der Donau versucht nun, die gesamten Erkenntnisse in das Konzept einfließen zu lassen. Dabei soll die Entlastung stationärer Einrichtungen und Kliniken sowie eine verstärkte wohnortnahe Versorgung erreicht werden. Eine wichtige Rolle spielt die Zusammenarbeit zwischen sozialen Angeboten und Gesundheitsangeboten.

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