Frühe Gesundheitsförderung: FH St. Pölten präsentiert Feldanalyse für Niederösterreich

Monika Vyslouzil, die Leiterin des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung, und Stefanie Hengl, Mitarbeiterin am Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung

Frühe Hilfen in Form von Unterstützung und Förderung in der frühen Kindheit können Lebensqualität, sozioökonomische Lage und Gesundheit bis weit ins Erwachsenenleben positiv beeinflussen.

Das Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung hat die Lage zu Frühen Hilfen in Niederösterreich analysiert: Die bestehenden Angebote sind gut, könnten aber besser vernetzt sein. Vor Kurzem wurden die Ergebnisse der Feldanalyse an der FH St. Pölten präsentiert.

Rolle der Kindheit in späterer Gesundheit

Neurobiologische Forschungen belegen die zentrale Rolle der frühen Kindheit für lebenslange Gesundheit und Lebensqualität: Passt die Kindheit, bewältigen die Erwachsenen im späteren Leben Stress besser und durch beschützende Erfahrungen in der Kindheit kann Depressionen vorgebeugt werden. Andererseits können traumatische Erfahrungen in der Kindheit spätere psychische Krankheiten verstärken. Auf diese Bedeutung einer solchen frühzeitigen Wende von Belastung und Traumata bei Kindern wies Silke Birgitta Gahleitner, Professorin für Klinische Psychologie und Sozialarbeit  vom Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit an der Donauuniversität Krems, in ihrem Vortrag hin.

Frühe Hilfen haben aber nicht nur eine individuelle Komponente: Sie reduzieren durch die bessere Gesundheit im Erwachsenenalter auch Kosten für das Gesundheitssystem. "In der Kindheit wird der Grundstein für lebenslange Gesundheit gelegt. Dort zu investieren lohnt sich bis weit ins Erwachsenenleben“, sagt Monika Vyslouzil, die Leiterin des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung an der FH St. Pölten.

Mit dem Thema Frühe Hilfen beschäftigt sich daher auch ein bundesweites Grundlagenprojekt, das vom Gesundheitsministerium beauftragt und aus Mitteln der Bundesgesundheitsagentur im Rahmen der Vorsorgestrategie finanziert wird. Das Grundlagenprojekt wird von der Gesundheit Österreich (GÖG) in Kooperation mit regionalen Partnern umgesetzt – in Niederösterreich mit dem Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der Fachhochschule St. Pölten.

Bessere Vernetzung nötig

Teil des Projekts war eine bundesweite Befragung von ExpertInnen zur Frühen Hilfe in Österreich, die die Fachhochschule St. Pölten ausgewertet hat. Die Studie zeigte, dass es zwar ein breites Angebot zum Thema gibt, dass es aber kein einheitliches Verständnis von Frühen Hilfen gibt: Elternberatung und -begleitung zählen ebenso dazu, wie Frühförderung und Angebote in Eltern-Kind-Zentren.

Laut Stefanie Hengl, Mitautorin der Studie und Mitarbeiterin am Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten, meint die Hälfte der AnbieterInnen Früher Hilfen, dass Eltern nicht ausreichend über das Angebot Bescheid wüssten. Die Angebote sollten besser vernetzt sein und es brauche mehr Öffentlichkeitsarbeit und partizipative Elemente.

Das Angebot zu Frühen Hilfen ist laut den Umfrageergebnissen zwar gut, aber die Beteiligten kritisierten die mangelnde Vernetzung zwischen den Institutionen. Daher widmete sich auch die Fachtagung an der Fachhochschule St. Pölten Ende Mai vor allem der Vernetzung von AkteurInnen Früher Hilfen in Niederösterreich. Neben der Vorstellung der Feldanalyse, Vorträgen zu unterschiedlichen theoretischen Aspekten und Projekten im Land Niederösterreich stand daher der regionale Austausch im Mittelpunkt. Zentral war für die Teilnehmenden der Wunsch nach einer koordinierenden Stelle im Zusammenhang mit Frühen Hilfen sowie die Einbindung von Angeboten Früher Hilfen in den Mutter-Kind-Pass.

Informationen zum Projekt

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