Gelungener Projektabschluss für Pitoti-3D

Abschlussveranstaltung in Cambridge

Das EU-Projekt zur Erforschung und digitalen Archivierung prähistorischer Felskunst geht in die Zielgerade

Das seit 2013 in Kooperation mit sechs europäischen Partnern bestehende Projekt Pitoti-3D liefert wichtige Erkenntnisse zum aktuellen Stand der Technik hinsichtlich der verschiedenen Methoden zur Erforschung von Felsenkunst. Mitte Jänner fand das finale Treffen an der University of Cambridge statt, an dem Markus Seidl, Leiter des Instituts für Creative\Media/Technologies und Projektleiter für die FH St. Pölten, gemeinsam mit Matthias Zeppelzauer und Ewald Wieser, beide Researcher am IC\M/T, teilnahmen. Im Februar 2016 endet die Laufzeit von Pitoti-3D. Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse sind bereits mehrere Folgeprojekte in Planung.

Erfolgreicher Projektverlauf

In vielen europäischen Ländern existieren Zeugnisse prähistorischer Kulturen. Felskunst kommt häufiger vor als Höhlenmalerei, ist jedoch aufgrund ihres vornehmlichen Auftretens in Hanglagen schwerer zugänglich sowie gleichfalls der Witterung stärker ausgesetzt. Pitoti-3D setzt sich für die Erhaltung und Erforschung dieses bedrohten europäischen Kulturerbes ein. Das Projekt widmet sich vor allem den Petroglyphen, die im Tal Valcamonica (Italien) gefunden wurden. Diese werden als Pitoti bezeichnet und zählen zum UNESCO Weltkulturerbe. In drei Jahren intensiver Projekt-Arbeit wurde viel erreicht. Bei Forschungsveranstaltungen wie der European Researchers‘ Night konnten BesucherInnen mit einem Multi-Touch-Tabletop Computer bereits in die Welt der Pitoti eintauchen. Dank Pitoti-3D und den entwickelten 3D-Scanning-, Analyse- und Visualisierungstechniken haben EuropäerInnen Zugang zu bisher unterschätzten Kunstwerken. Die an der FH St. Pölten entwickelten automatischen Analysemethoden unterstützen die Arbeit der ArchäologInnen und erlauben bisher unmögliche Einblicke in die Felskunst. Es ist geplant, das entwickelte Methodenset in weiteren Projekten mit hochauflösenden 3D-Daten aus anderen Domänen einzusetzen.

Abschlussveranstaltung in Cambridge

Poster Pitoti-3DDas finale Treffen von VertreterInnen der insgesamt sieben am Projekt beteiligten Universitäten und Forschungseinrichtungen war ein voller Erfolg. Bei einer für Presse und Öffentlichkeit zugänglichen Ausstellung blickte das Team auf Beginn, Fortschritte und Highlights von Pitoti-3D aus den vergangenen drei Jahren zurück und präsentierte die neuesten Projektergebnisse. Anschließend konnten die BesucherInnen bei einer Felsgravierung live zusehen und beobachten, wie der gravierte Stein in Echtzeit gescannt und dank neuester Technologie aufbereitet wird. Der Workshop verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig neue Technologien für das Kulturerbe sind.

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FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Seidl Markus, Bakk.

FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Markus Seidl, Bakk.

Institutsleiter Institut für Creative\Media/Technologies
Forschungsgruppenleiter
Forschungsgruppe Media Computing
FH-Dozent
Department Medien und Digitale Technologien