Gendergerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen

Gendergerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen

Wissenschaftliche MitarbeiterInnen eines Forschungsprojekts der FH führten Tests in der Zentrale von Notruf NÖ durch

Das Forschungsprojekt „GenSiSys - Gendergerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen im Bereich sicherheitskritischer Systeme“ erarbeitet ein Methodenset zur Evaluation von Gender- und Diversity-Dimensionen für Ergonomie und BenutzerInnenfreundlichkeit an Arbeitsplätzen in sicherheitskritischen Systemen.

Vor kurzem haben ProjektmitarbeiterInnen Messungen dazu an den Arbeitsplätzen in der Zentrale von Notruf NÖ durchgeführt. Projektleiter Frank Michelberger, Leiter des Carl Ritter von Ghega Instituts für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten, Peter Judmaier, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsprojekts und FH-Dozent am IC\M/T - Institut für Creative\Media/Technologies sowie Kerstin Lampel, Leiterin des Studiengangs Physiotherapie der FH St. Pölten, haben dabei das Projekt in Beisein von FH-Geschäftsführer Gernot Kohl und Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka vorgestellt.

Männer sitzen und arbeiten anders als Frauen

Die Gestaltung der Arbeitsplätze im Bereich sicherheitskritischer Systeme wurde und wird von männlichen Entwicklungsgruppen dominiert. Auch direkt an den Arbeitsplätzen sind in vielen Fällen die Männer deutlich in der Überzahl. Die fehlende Gendersensibilität kann damit zu einem Übersehen der Anforderungen der BenutzerInnen führen.

Aktuelle Erhebungen, sowohl bei Militärstandards als auch in der Arbeitsmedizin, zeigen aber geschlechtsspezifische Arbeitsplatzanforderungen auf. Das fehlende Wissen erschwert es Firmen, gendersensible Arbeitsumgebungen zu entwickeln. Dies kann ein Grund für die anhaltende männliche Dominanz vor allem in sicherheitskritischen Systemen mit hohen technischen NutzerInnenanforderungen sein.

Derzeit gibt es noch wenige Untersuchungen und kaum Methodenwissen in diesem Bereich. Das Projekt GenSiSys will diese Wissenslücke schließen. Es erforscht, welche Bedürfnisse und Anforderungen die verschiedenen NutzerInnengruppen bei der Ausgestaltung eines Arbeitsplatzes im sicherheitskritischen Umfeld haben. Als Testumgebungen werden eine Flugsicherungszentrale, eine Leitzentrale der Bahn und die Notrufzentrale der Rettung NÖ untersucht.

Projekt GenSiSys

Das Projekt GenSiSys (Gendergerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen im Bereich sicherheitskritischer Systeme) wird durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Rahmen des Programms Talente gefördert.

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