Gesund altern mit Technik von morgen

European Researchers’ Night 2015 zeigt Projekte im Bereich Gesundheit und Medientechnik

Die steigende Lebenserwartung stellt die Gesellschaft und die Menschen vor neue Herausforderungen. WissenschaftlerInnen entwickeln daher bereits heute technische Lösungen im Schnittfeld zwischen Gesundheitswissenschaften und Medientechnik, die das gesunde Altern in Zukunft erleichtern sollen – etwa Schuhsohlen, die über Sonifikation den eigenen Gang hörbar machen und in der Therapie eingesetzt werden könnten oder Second-Screen-Spiele, die alte Menschen vor dem Vereinsamen bewahren könnten.

Gezeigt werden diese Projekte am 25. September bei der European Researchers’ Night in der Aula der Wissenschaften in Wien, für deren einzigen Standort in Österreich, die Fachhochschule St. Pölten gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ein Programm zum Thema „F.I.T. for Future – Forschung Innovation Technologie“ gestaltet hat.

Gangstörungen hören und online Schnapsen

Ältere Menschen sind häufiger von sozialer Isolation betroffen als Jüngere. Kommunikationstechnik könnte helfen, dem entgegen zu wirken. So entwirft etwa das Projekt BRELOMATE (Breaking Loneliness with Mobile Interaction and Communication Technology for Elderly) ein Second-Screen-Spiele- und Kommunikationsportal für wenig mobile ältere Menschen, um diesen soziale Kontakte zu ermöglichen und sie vor Vereinsamung zu schützen: Über ein Tablet und mit Videotelefonie am Fernseher kann dabei mit Gleichgesinnten Kartengespielt werden.

Wie der eigene Gang klingt, können BesucherInnen der European Researchers‘ Night beim Stand des Projekts SoniGAIT erfahren: Eine Schuheinlage mit Sensoren kommuniziert über ein Mobiltelefon und verwandelt bestimmte Aspekte des Gangbildes in Klänge – mit SoniGAIT können somit Gangstörungen hörbar gemacht werden, was in Zukunft in der Therapie eingesetzt werden könnte.

Zusammenwohnen von Jung und Alt

Das Projekt "Living City" der FH St. Pölten erarbeitete ein innovatives Konzept, das Wohnmöglichkeiten und Gesundheitsversorgung verbindet und partizipative Architektur, Stadt(teil)planung, Primary Health Care, Quartiersentwicklung und Gemeinwesenarbeit vernetzt.

Auf dem Areal der ehemaligen Spitzenfabrik im Norden St. Pöltens soll eine intergenerationale Wohnstadt entstehen. Bedürfnisse und Wünsche potentieller BewohnerInnen sollen bereits in ein Frühstadium der Planung einfließen. Bei der European Researchers‘ Night können auch BesucherInnen der Veranstaltung ihre Ideen und Vorstellungen für generationenübergreifendes Wohnen einbringen und mit den ForscherInnen diskutieren.

Mobile Corner – Spiele zwischen realer und virtueller Welt

BesucherInnen können bei der Veranstaltung auch zukünftige Apps testen: In der Mobile Corner werden bei der European Researchers‘ Night eine Vielzahl verschiedener Applikationen und Anwendungsmöglichkeiten für Smartphones gezeigt – ob im Bereich Unterhaltung, Medien, Wirtschaft, Kunst oder Kultur.

Selbstverständlich können die Apps auch ausprobiert werden. Vorgestellt werden etwa Smartphone-Spiele, die virtuelle und reale Welt miteinander verknüpfen. Die Plattform Mobilot der FH St. Pölten zeigt, wie in kurzer Zeit mobile Informationssysteme aufgebaut werden können und wie dieses System an Schulen den Unterricht oder Lehrausflüge bereichern kann.

Termine sicher finden

Die von Studierenden der FH St. Pölten entwickelte App „Gatherer“ bietet eine Plattform zur schnellen und einfachen Terminfindung über verschiedenste Plattformen hinweg – von WhatsApp bis Facebook. Die Studierenden der FH St. Pölten wurden für das Projekt im Rahmen eines Förderprogramms für Start-ups, dem Creative pre-incubator von FH St. Pölten und accent Gründerservice, unterstützt.

Die beiden Projekte Smart Phone Security und Usable Privacy Box zeigen, wie Menschen anonymer im Web surfen können und wie Tablets und Smartphones vor Schadsoftware geschützt werden können – zwei Aspekte, die in der rasanten technischen Entwicklung der letzten Jahre meist nur wenig beachtet wurden.

Mehr als 50 Stationen Wissenschaft

„Bei mehr als 50 Stationen zeigt die FH St. Pölten gemeinsam mit Partnerinstitutionen, was die Welt der Forschung Spannendes zu bieten hat, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon heute an Lösungen für Probleme von morgen arbeiten und wie sich unsere Welt bereits in absehbarer Zeit durch technische und soziale Innovationen verändern wird“, sagt Hannes Raffaseder, für Forschung und Wissenstransfer verantwortlicher Prokurist der FH St. Pölten.

Mehr als 100 ForscherInnen werden bei der European Researchers‘ Night in Wien ihre Arbeit präsentieren. Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Programm aus Experimenten, Präsentationen und Spielen für Jung und Alt.

European Researchers‘ Night 2015 – F.I.T. for Future

25.09.2015, 17:00 bis 24:00 Uhr
Aula der Wissenschaften, Wollzeile 27a, 1010 Wien
www.fit-for-future.at

MS Wissenschaft – deutsches Forschungsschiff in NÖ unterwegs

Die Projekte zum Thema Smart Living werden auch bei zwei Abendveranstaltungen auf der MS Wissenschaft diskutiert. Das deutsche Schiff fährt die Donau entlang und präsentiert Forschungsprojekte.

 

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