Globalisierung erfordert kleinteiligere PR

Eva Michlits, Senior Beraterin wikopreventk

Nachgefragt bei Eva Michlits

Sabine Fichtinger (Leiterin des Masterlehrgangs PR & Kommunikationsmanagement) im Gespräch mit Eva Michlits (Senior Beraterin wikopreventk):

Wie schätzen Sie die Entwicklung von Public Relations in Österreich ein?

Die Entwicklung in Österreich gleicht jener anderer europäischer Länder. Durch die Globalisierung steigt der Aufwand für Kommunikationsmaßnahmen und der veränderte Medienkonsum verlangt neue Konzepte und Herangehensweisen. So wird die Bedeutung von Online- und Social-Media-Kommunikation und Content Marketing weiter steigen. Und auch die Zusammenarbeit mit MultiplikatorInnen – seien es BloggerInnen, Influncer oder andere MeinungsbilderInnen – wird zunehmend wichtiger. Der vielzitierte Newsroom hat zwar erst vereinzelt in Österreichs Unternehmen Einzug gehalten, aber immer mehr Marken setzen auf die cross-mediale Bespielung aller Kanäle, um ihre Zielgruppen zu erreichen. 

Welchen Stellenwert haben Aus- und Weiterbildung im PR-Bereich?

Die Anforderungen an eine professionelle Kommunikation sind heute ständig anzupassen, da sich Wirtschaft und Gesellschaft laufend verändern. Aus- und Weiterbildungen spielen eine wesentliche Rolle. Dabei ist der Wissenserwerb und Know-how-Transfer ebenso wichtig wie der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Durch die Digitalisierung sind wir auch gefordert, ständig weiter zu lernen.

Wie beurteilen Sie das Konzept des neuen Lehrgangs PR & Kommunikationsmanagement der FH St. Pölten und der FH Burgenland?

Der Lehrgang PR & Kommunikationsmanagement bildet die PR-Expertinnen und -experten von morgen aus, da sowohl Kommunikationsstrategien als auch Tools aus der Praxis im Curriculum Platz finden. Die Professionalisierung der Branche dient dazu, dass Kommunikatorinnen und Kommunikatoren in Unternehmen und Organisationen anders wahrgenommen werden. Wenn PR-Profis auch wissen, wie Wirkungskennzahlen einzusetzen sind, um Maßnahmen zu messen, tragen sie sichtbar zum Unternehmenserfolg bei. Die Ausbildungsinhalte vermitteln Basics als auch spezielle Vertiefungen – eine gelungene Mischung.

Welche Karrieremöglichkeiten gibt es in der PR Ihrer Einschätzung nach?

Die Reputation eines Unternehmens hat nicht nur Einfluss auf seine MitarbeiterInnen und Kundinnen und Kunden – auch für Investorinnen und Investoren ist das Image entscheidend für den Unternehmenswert. Der Wert eines Unternehmens ist also untrennbar mit der Reputation verknüpft. PR-Expertinnen und Experten, die ihren Job gut können, übernehmen eine Managementfunktion und tragen die Strategie eines Unternehmens mit. Aber auch in der Krisenkommunikation sind Profis gefragt, denn durch die Sozialen Medien haben sich die Anforderungen bedeutend geändert. Durch die zunehmende Diversifikation entstehen auch neue Arbeitsfelder in der PR, wie zum Beispiel Wissenschafts-PR.

Zum Abschluss: Gibt es für Sie als Expertin einen hilfreichen Tipp für den Einstieg in die PR?

Neugierig sein und Lust am Kommunizieren haben sind für mich die Grundvoraussetzungen, um in der PR erfolgreich zu sein. Aufgrund der Vielfalt an Aufgaben und Themen ist es ratsam, sich schon im Studium eine Kernkompetenz anzueignen.

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