"Good Morning World" hinterfragt Medienkonsum

"Good Morning World" von Alexander Weber

Medientechnik-Alumni Alex Weber behandelt in seinem Film "Good Morning World" die Macht der Medien. Ein Aufruf zur kritischen Selbstanalyse

Medientechnik-Absolvent Alexander Weber wollte einen Film machen, der uns ZuseherInnen vor Augen führt, wie kostbar unsere Medien und deren objektive Berichterstattung für uns sind. Aufklärung, Selbstbestimmung, freie Meinungsäußerung. Diese Errungenschaften sieht er gefährdet, steuern wir doch auf eine passiv konsumierende Gesellschaft zu, die nach Schlagzeilen und Unterhaltung giert, kritische Reflektion bleibt dabei unerwünscht.

Mit "Good Morning World" hat Weber einen englischen Kurzfilmthriller geschaffen, der das Publikum mit seiner eigenen Untätigkeit und Unterhaltungsgier konfrontiert und gleichzeitig den Einfluss der Medien auf die private Welt jedes Einzelnen und damit auf unsere Gesellschaft als Ganzes vorführt. Wie selbstbestimmt sind wir wirklich?

Dystopie mit Hoffnungsschimmer

Der Film entführt uns in eine düstere Zukunft, in der digitale Medien jegliches freie Denken und aufgeklärte Dasein zu ersticken versuchen. Wir beobachten gebannt, wie ein Mann mit erheblichen Gedächtnislücken, herausragend gespielt von Harald Windisch, um seine Freiheit kämpft. Sein Gegner: Eine Stimme aus dem Off (gesprochen von Elisabeth Kanettis), der jedes manipulative Mittel recht ist, um den Willen des Freidenkers zu brechen. Und das Publikum? Es lässt sich unterhalten.

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"Was muss passieren, damit ein Mensch seine persönliche Meinung vergisst und komplett Teil des vorgegebenen Systems wird? Dieser Frage und dem mächtigen Einfluss der Medien auf unser Ich geht der Film nach", erzählt Weber über die Grundidee des Films, dem eine zweijährige intensive Entwicklungsphase voranging. Für ihn ist "Good Morning World" ein Science-Fiction Thriller "der besonderen Art". Trotz seiner dystopischen Weltansicht sei er kein negativer Film, "denn in jeder lebensähnlichen Dystopie ist auch ein Funken Hoffnung versteckt." Sein Film soll als Aufruf verstanden werden, etwas zu ändern und den eigenen Umgang mit den Medien kritisch zu hinterfragen.

Großartige Teamleistung

Alex Weber ist mit der Leistung seines Teams hochzufrieden. "Das Team war für mich sehr wichtig. Ich wollte einen Film mit Menschen machen, denen ich vertrauen kann, dass sie immer versuchen, das Beste für den Film zu geben. Das ist mir zum Glück gelungen."

Mit Harald Windisch, der von Beginn an sehr am Projekt interessiert war, hat er einen Hauptdarsteller an Bord geholt, "der eine Figur geschaffen hat, die man nicht besser hätte schreiben können." Und Elisabeth Kanettis, die er aus vorangegangenen Projekten gut kennt, lieh der Antagonistin ihre Stimme. "Es tut mir fast leid, dass ihre schauspielerischen Fähigkeiten nur auditiv vorkommen. In vorangegangenen Projekten hat sie ihre Schauspielkunst schon bewiesen, als Sprecherin steht sie dem aber in nichts nach", so Weber über seine DarstellerInnen.

Good Morning World_Behind the Scenes1

Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten konnte im Jänner 2018 im Dockyard Studio in Wien an zwei Tagen gedreht werden. Weber setzte bei seiner Produktion neben der Identifikation der DarstellerInnen mit ihren Figuren und einem futuristischen Szenenbild auf einen optimal aufeinander abgestimmten Licht- und Toneinsatz, da dieser sowohl für die Charaktere als auch für die Geschichte maßgeblich war.

Der Film ist nun bei verschiedenen internationalen Festivals eingereicht. Infos über den Film und weitere Screenings findet man auf dessen Facebook Seite.

Über Alexander Weber

Alexander Weber wurde am 24. März 1992 in Wien geboren. Nach Abschluss seines Medientechnik-Studiums an der FH St. Pölten gründete er 2015 gemeinsam mit seinem langjährigen Schulkollegen und Freund Victor Jim Moye-Noza das Kreativ-Kollektiv „3. Akt“. Unter diesem Deckmantel entwickeln und verwirklichen sie Musikvideos, Konzeptfilme und Kurzfilme, wobei sich gerade letztere oft mit der Konfrontation zwischen Mensch und technologischem Fortschritt auseinandersetzen. Neben seiner Regiearbeit betätigt sich der in Wien lebende Alexander Weber als Autor.

Die Zeit an der FH St. Pölten hat Weber in sehr positiver Erinnerung. "Es bietet ungemeine Vorteile, an einer Hochschule zu sein. Zum einen erhält man, wenn gewünscht, schnelles, ehrliches Feedback von den LektorInnen, zum anderen ist es eine Zeit, in der man sich selbst und seine Projekte ausprobieren, testen und finden kann." Frische Projekte ließen sich hier auch gut umsetzen, da man als Studierende/r Zugang zu Equipment habe und auch künstlerische sowie technische Unterstützung erhalte.

"Die Studienzeit bietet sich perfekt an, um wild, verrückt und anders zu sein – und sich so für die Berufswelt danach vorzubereiten und einzigartig zu bleiben."

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