Herausforderung kompetenzorientierte Lehre

Josef Weißenböck

Workshop der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG) mit Beteiligung der FH St. Pölten

Josef Weißenböck, Leiter des Service- und Kompetenzzentrums für Innovatives Lehren & Lernen  (SKILL) der FH St. Pölten, war  Ende April als einer von 50 Expertinnen und Experten zum alljährlichen Workshop der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG) im Schloss Weikersdorf bei Baden eingeladen. Im Fokus der unter anderem mit Mitgliedern von Rektoraten deutschsprachiger Hochschuleinrichtungen hochkarätig besetzten Veranstaltung stand diesmal das Thema „Kompetenzorientierte Lehre an Hochschulen – Möglichkeiten und Grenzen“. Nach dem Konzept der kompetenzorientierte Lehre sollen im Unterricht primär berufliche Handlungskompetenzen vermittelt werden, nicht nur Wissen.

An zwei Veranstaltungstagen wurden sowohl Inputs zum aktuellen Forschungsstand rund um Kompetenzorientierung in der Lehre als auch inspirierende Best-Practice-Beispiele präsentiert und diskutiert. Josef Weißenböck vertrat bei der abschließenden Podiumsdiskussion unter dem Titel „Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen der Kompetenzorientierung in der Lehre“ die Perspektive der Fachhochschulen.

Kontroverse Diskussion

Der Begriff der Kompetenz bzw. der Kompetenzen wurde in den letzten Jahren zum Ankerpunkt für den „Output“ von Bildungsprozessen. Gleichwohl wurde und wird der Kompetenzbegriff sehr unterschiedlich verwendet und kontrovers diskutiert. Auch die Kompetenzorientierung von Curricula ist sehr heterogen; und auch hier gibt es engagierte Befürworterinnen und Befürworter sowie Gegnerinnen und Gegner.

„Insgesamt kann man aber feststellen, dass sich Fachhochschulen in der Umsetzung der Kompetenzorientierung aufgrund ihrer berufspraktischen Ausrichtung und überschaubaren Größe leichter tun. Ein wesentlicher Ankerpunkt in der Umsetzung ist die Implementierung kompetenzorientierter Prüfungsformen, sonst bleibt die Kompetenzorientierung ein Papiertiger mit nur sehr eingeschränkter Wirkung auf das Profil der Absolventinnen und Absolventen“, sagt Weißenböck.

Intention des Workshops der Österreichischen Forschungsgemeinschaft war es, die Diskussion rund um den Kompetenzbegriff und um kompetenzorientierte Lehre aus wissenschaftlicher Perspektive aufzuarbeiten. Fragen im Fokus des Workshops waren unter anderem: Wie soll kompetenzorientierte Lehre gestaltet werden, damit sie fachübergreifende Kompetenzen und professionelle Kompetenzen bei angehenden Lehrerinnen und Lehrern fördert? Wie kann die Umstellung auf kompetenzorientierte Curricula gestaltet werden? Welche Evaluationsmodelle sind für kompetenzorientierte Lehre und Curricula erforderlich?

Die Österreichische Forschungsgemeinschaft hat dazu Experteninnen und Experten des tertiären Bereichs eingeladen, kompetenzorientierte Lehre aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren und Möglichkeiten und Grenzen dieser auszuloten.

Vielfältiges Programm

Vertreterinnen und Vertreter der TU München, der Universitäten Kiel und Augsburg sowie der Leuphana Universität Lüneburg und der Veterinärmedizinischen Universität Wien hielten Vorträge zu professionellen Kompetenzen (angehender) LehrerInnen, Fallbeispielen und Evaluationsmodellen.

Eine abschließende Podiumsdiskussion zu „Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen der Kompetenzorientierung in der Lehre“ beleuchtete die bisherigen Umsetzungserfahrungen an Fachhochschulen und Universitäten aus unterschiedlichen Perspektiven. Unter der Moderation der Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats der ÖFG, Christiane Spiel, diskutierten VertreterInnen von Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen, des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und eine Studentin. Josef Weißenböck reflektierte in der Diskussion die bisherigen Umsetzungsbemühungen des FH-Sektors.

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