Industrie 4.0 - neue Qualifikationen gefragt

IT-Grundverständnis ein Muss in der neuen Arbeitswelt Industrie 4.0

Die Arbeitswelt der Zukunft wird anders: mehr IT, mehr überfachliches Wissen, mehr Weiterbildung. Standard und Report berichteten über die FH-Studie

Unternehmen rüsten sich für die "vierte industrielle Revolution". Die Herausforderungen sind groß, gilt es doch, mit den rasant voranschreitenden Entwicklungen der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien Schritt zu halten und ein aktiver Teil der immer stärker vernetzten Welt zu bleiben. Besonders gefordert sind hier die Mitarbeiter und MitarbeiterInnen, die den neuen und andersartigen Anforderungen an Mensch und Arbeitsvermögen gerecht werden müssen.

Die Studie AEIQU der Forschungsgruppe Digital Technologies der FH St. Pölten unter der Leitung von Thomas Moser beleuchtet unter anderem den Fachkräftebedarf der Wirtschaft und die neuen Kompetenzen und Berufsfelder in der Industrie 4.0 sowie die sich daraus ergebenden Anforderungen im Aus- und Weiterbildungsbereich.

Wie aktuell Fragen rund um das zukünftige Verhältnis zwischen Mensch und Maschine am Arbeitsplatz der Zukunft sind, zeigt die jüngste mediale Berichterstattung. So wurden in einem Artikel der Jännerausgabe des Wirtschaftsmagazins Report Plus, der sich ebenfalls mit den Auswirkungen der Industrie 4.0 auf unsere Wirtschaft und Jobprofile befasst , Ergebnisse der Studie AEIQU präsentiert. Auch der Standard griff die Erkenntnisse der Studie in einem kürzlich erschienenen Onlinebeitrag auf und behandelte die Notwendigkeit, "Industrie-4.0-Natives" auszubilden.

Industrie 4.0 und wie sie den Arbeitsplatz revolutioniert

Eine Umfrage unter betrieblichen ExpertInnen im Rahmen der Studie AEIQU (Anwendungsfallbasierte Erhebung Industrie 4.0 relevanter Qualifikationsanforderungen und deren Auswirkungen auf die österreichische Bildungslandschaft) hat ergeben, dass der Begriff Industrie 4.0 von Unternehmen nicht einheitlich interpretiert wird, der Großteil allerdings darunter die Digitalisierung und Vernetzung in der Produktion sowie die Digitalisierung von Unternehmensabläufen oder -prozessen versteht. Auch fühlen sich die befragten Unternehmen unterschiedlich stark von Veränderungen betroffen.

Laut der Studie ist klar damit zu rechnen, dass nicht nur ganze Unternehmensbereiche, sondern auch einzelne MitarbeiterInnen mit neuen Arbeitsweisen konfrontiert werden. Es wird essentiell sein, alle Beteiligten an die neuen Rahmenbedingungen heranzuführen, Vorteile klar aufzuzeigen und Wege zu finden, um die Akzeptanz von Industrie 4.0 zu steigern. MitarbeiterInnen müssen motiviert werden, sich für diese neuen Themen, die mit Industrie 4.0 einhergehen, zu interessieren und sich mit ihnen zu beschäftigen. Sie müssen zudem erst lernen, mit der neu gewonnenen Verantwortung sowie der Notwendigkeit, sich laufend mit Innovation und Technologie auseinanderzusetzen, umzugehen.

IT-Grundverständnis so wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen

Medienkompetenz und damit der Umgang mit digitalen Technologien, interdisziplinäre Fachkenntnisse sowie IT-Kenntnisse scheinen in Zukunft essentielle Kompetenzen zu sein, das ergab eine Auswertung bereits bestehender Studien zu diesem Thema. Erhebungen in der Praxis zeigten das gleiche Bild: Bei den fachlichen sowie überfachlichen Kompetenzen sind Know-how in den Bereichen IT, Mechatronik und digitale Technologien sowie Kenntnisse im Projekt- und Prozessmanagement, fachbereichsübergreifende Kompetenzen, Flexibilität und Teamfähigkeit in der Arbeitswelt der Zukunft maßgeblich.

Ein Trend zu mehr Generalistenwissen anstatt reinem Spezialistenwissen zeichnet sich – abhängig vom jeweiligen Unternehmen – ab. Man müsse neben seinem eigenen Fachgebiet auch bei anderen Themen zumindest mitreden können. Was natürlich nicht heiße, dass man als ArbeiterIn am Fließband oder MechanikerIn programmieren können muss, so Thomas Moser.

Das Industrie-4.0-Zeitalter fordert von Unternehmen, MitarbeiterInnen und der Gesellschaft als Ganzes neue Denk- und Arbeitsweisen und damit auch andere Qualifikationen. Öffentliche Entscheidungsträger, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sind nun am Zug, entsprechend auf die geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren. Fakt ist: Die Kontinuierliche Weiterentwicklung der erlernten Qualifikationen ist für jedermann ein Muss, lebenslanges Lernen damit unumgänglich.

Mit dem Bachelor Smart Engineering den neuen Anforderungen gewachsen sein

Die FH St. Pölten hat die Notwendigkeit, das Thema Industrie 4.0 in ihr Studienangebot aufzunehmen, erkannt und mit dem dualen Bachelor Studiengang Smart Engineering einen attraktiven und berufsfreundlichen Weg geschaffen, der die Weiterbildung des interdisziplinären Facharbeiters, der interdisziplinären Facharbeiterin vor dem Hintergrund einer sich ständig verändernden Wirtschaftswelt sicherstellt.

 

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