Innovative Lehre vor den Vorhang geholt

v.l.n.r.: Prof. Dr. Rolf Schulmeister, FH-Prof. Dipl.-Ing. Johann Haag, Mag. Barbara Schwarz, Dipl.-Ing. Gernot Kohl, MSc und Prof. Dr. Jürgen Handke

„Tag der Lehre“ an der Fachhochschule St. Pölten

Am 16.10.2014 fand an der FH St. Pölten der dritte Tag der Lehre statt. Die Fachtagung über Hochschuldidaktik mit internationalen Vortragenden widmete sich heuer dem Thema „Neue Technologien – Kollaboration – Personalisierung“. Circa 150 Personen nahmen teil. Am Programm standen Vorträge und Workshops zur Verbesserung der Qualität in der Hochschullehre, unter anderem zu innovativen Modellen wie dem Inverted Classroom, Massive Open Online Courses (MOOCs) und Student Centered Learning.

Der Tag der Lehre fördert auf Basis nationaler und internationaler Good Practice-Beispiele den Austausch über innovative Lehre und vernetzt Lehrende unterschiedlicher Hochschulinstitutionen. „Ziel ist es, der didaktisch hochwertigen Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen einen höheren Stellenwert zu verschaffen und besonders gelungenen Ansätzen eine Bühne zu bieten“, sagt Josef Weißenböck, Leiter des Service- und Kompetenzzentrums für Innovatives Lehren & Lernen (SKILL) der FH St. Pölten, das den Tag der Lehre organisiert.

Barbara Schwarz, NÖ-Landesrätin für Soziales, Bildung und Familie, betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass Unterricht nicht mehr nur in klassischen Frontalvorträgen stattfinden sollte, sondern dass neue Lehrmethoden notwendig sind: „Es gibt hier großartige und wichtige Zugänge. Diese braucht es nicht nur für Hochschulen, sondern für den gesamten Bildungsbereich, um Talente von Jugendlichen anzusprechen. Wir brauchen hier Flexibilität: viele Pakete für viele Menschen und Talente.“

Digitalisierung der Hochschullehre

In seiner Keynote stellte Hochschuldidaktik-Experte und Inverted Classroom-Pionier Jürgen Handke von der Universität Marburg richtige und falsche Wege in der Digitalisierung der Hochschullehre vor. In insgesamt 15 Kurzpräsentationen sprachen Lehrende und CurriculumsentwicklerInnen aus der gesamten deutschsprachigen Hochschulwelt über innovative Lehr- und Lernmodelle im Zusammenhang mit digitalen Medien.

In drei 90-minütigen Workshops konnten sich TeilnehmerInnen der Veranstaltung nützliche Inputs von ExpertInnen zur Entwicklung von Inverted Classroom-Zugängen in eigenen Lehrveranstaltungen holen oder sich über die Bedeutung des „Lernraums“ – sowohl im physischen als auch im virtuellen Sinn – austauschen oder auch an einer „Cyberübung“ (eine Planspielanwendung aus dem IT-Bereich) teilnehmen. Ein Panel mit hochrangigen ExpertInnen zu Massive Open Online Courses (kurz MOOCs) beschäftigte sich mit dem Thema „MOOCs: Offene Bildung, Geschäftsmodell oder nur ein kurzfristiger Hype?“.

Strukturelle Rahmenbedingungen

„Es geht nicht nur darum, neue Ideen aufzugreifen, sondern sie auch bei Veranstaltungen wie dem Tag der Lehre zu diskutieren und dann umzusetzen. Dafür braucht es auch strukturelle Rahmenbedingungen, wie die FH St. Pölten sie bietet“, erklärt FH-Vizerektor Johann Haag.

Dazu zählen neben dem Tag der Lehre eine Reihe weiterer Initiativen der FH St. Pölten zu Lehrmethoden und zur Lehrorganisation: die hierzulande noch seltene duale Studienform für den ab Herbst 2015 angebotenen Studiengang „Smart Engineering of Production Technologies and Processes“, die in Österreich einzigartige siebensemestrige Dauer für die berufsbegleitende Form des Studiengangs IT Security und ein Projekt zur Einführung der Methode des Inverted Classroom.

Bei diesem Modell stellen Vortragende ergänzend oder alternativ zu Hausübungen ihren Lernenden Materialien zur Verfügung, mit denen diese sich alleine oder in Kleingruppen vor den Präsenzphasen an der Hochschule auseinandersetzen. In der Präsenzphase wird auf gesammelte Fragen eingegangen und nutzen Lernende das vorher erworbene Wissen, um gemeinsam an der Lösung spannender Probleme zu arbeiten oder Praxismodelle zu entwickeln.

„Ein Gestaltungsprinzip des Inverted Classroom ist, Lernende zu motivieren und zu unterstützen, selbst zu Handelnden zu werden, selbstbewusst und vernetzt vorzugehen“, so Christan F. Freisleben-Teutscher, der an der FH St. Pölten ein Projekt zur Einführung des Inverted Classroom-Modells leitet und Lehrende dabei begleitet.

Service- und Kompetenzzentrums für Innovatives Lehren & Lernen

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