Innovative Projekte für digitales Gesundheitswesen

TeilnehmerInnen der Netzwerkveranstaltung build.well.being an der FH St. Pölten

Nachbericht zum Networking-Event build.well.being an der FH St. Pölten

Das Netzwerk-Event build.well.being an der FH St. Pölten widmete sich vergangene Woche aktuellen Entwicklungen im digitalen Gesundheitswesen. Nationale und internationale Expertinnen und Experten stellten konkrete Projekte an der Schnittstelle von Gesundheit und Technik vor, zudem boten Studierende und ForscherInnen einen Einblick in aktuelle Arbeiten.

Keynote zum estnischen E-Health-System

Die mittlerweile zweite Auflage der Veranstaltung build.well.being stand wieder ganz im Zeichen der Vernetzung und des Austauschs: GesundheitswissenschafterInnen trafen bei der Veranstaltung auf TechnikerInnen, Forschung auf innovative Studierendenprojekte und etablierte Healthcare-Unternehmen auf aufstrebende Start-ups.

In der Keynote zum Thema „A European Perspective on the Estonian eHealth Setup“ bot Peeter Ross, Programmdirektor für Health Care Technology an der Tallinn University of Technology, einen Einblick in das estnische E-Health-System. Als einer der weltweit führenden Anbieter von öffentlichen digitalen Diensten hat Estland ein E-Health-System entwickelt, das verschiedene Gesundheitsdatenbanken und -dienste integriert und den sicheren Zugriff auf medizinische Daten und Dienste ermöglicht.

Künstliche Intelligenz in der Physiotherapie

Matthias Zeppelzauer, Senior Researcher der FH St. Pölten, sprach zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Analyse des menschlichen Ganges. „Wir untersuchen maschinelles Lernen und Deep-Learning-Methoden zur automatisierten Beurteilung von Geh- und Gangstörungen. Basierend auf einer umfangreichen Datenbank realer Gangmuster entwerfen wir leistungsfähige statistische Modelle zur Erkennung und Klassifizierung von Gangdefiziten. Unsere Methoden ermöglichen neuartige, objektive, wiederholbare und kostengünstige Beurteilungen und stellen somit ein wertvolles Instrument zur Unterstützung von Physiotherapeutinnen und -therapeuten bei klinischen Entscheidungen in der Zukunft dar“, so Zeppelzauer.

Jakob Winkler von der Sanitas GmbH und René Geyeregger von der St. Anna Kinderkrebsforschung stellten Ansätze der Datenvisualisierung in der Zellvermessung bei der Stammzellentransplantation vor, Michael Mikesch von der Medizin-App Diagnosia referierte zu den Herausforderungen des Einsatzes von Wissensdatenbanken in der Medizin-App-Entwicklung.

Studierendenprojekte von E-Nutrition bis Selbstverwaltung von Gesundheitsdaten

Im Anschluss an die Vorträge präsentierten Studierende des Master Studiengangs Digital Healthcare an der FH St. Pölten ihre Projekte – unter anderem zu einer sogenannten E-Health-„Geldbörse“ zur Selbstverwaltung von Gesundheitsdaten, einem Präventionsprojekt gegen den „Smartphone-Nacken“, einer App zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge für Strabag-MitarbeiterInnen, dem Nutzen von Spracherkennung in der Schlaganfall-Erkennung und E-Nutrition, dem Fern-Monitoring der Ernährung von Krebspatientinnen und -patienten.

„Interdisziplinäre Forschung ist eine Grundvoraussetzung, um den Herausforderungen im Gesundheitswesen bei zunehmendem Kostendruck und gleichbleibender Behandlungsqualität begegnen zu können. Bei der Veranstaltung konnten wir einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte unserer Studierenden und ForscherInnen im Digital-Healthcare-Bereich geben. Die Verbindung von patientinnen- und patientenzentriertem Gesundheitswissen mit Technologien eröffnet zunehmend neue Anwendungsfelder“, sagt Jakob Doppler, Leiter des Studiengangs Digital Healthcare an der FH St. Pölten und Organisator der Veranstaltung.

Die FH St. Pölten hat in den letzten Jahren innovative Forschung an der Schnittstelle von Gesundheit und Technik aufgebaut. Um die Aktivitäten der letzten Jahre an der FH St. Pölten zum Thema Digital Health and Care fortzuführen und zu stärken, wurde vergangenes Jahr das „St. Pölten Center for Digital Health Innovation“ eingerichtet. „Das Zentrum verbindet die Expertise an der FH St. Pölten in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Digitalisierung und IT-Sicherheit. Es soll sowohl Expertinnen und Experten als auch Patientinnen und Patienten nützliche Assistenzsysteme an die Hand geben und bei Bedarf an existierende Systeme, zum Beispiel in Krankenhäusern, anknüpfen.“, sagt Jürgen Pripfl, Leiter des Departments Gesundheit und des Instituts für Gesundheitswissenschaften der FH St. Pölten und Koordinator des St. Pölten Center for Digital Health Innovation.

Veranstaltung build.well.being

Jetzt teilen: