Innovativer Workshop vermittelt Zwölftonmusik

WissenschaftlerInnen des IC\M/T entwickelten mit MitarbeiterInnen des Ernst Krenek Forums ein neuartiges Workshopkonzept

Konfliktsituation durch Bewegungsabfolgen dargestellt

Das Ernst Krenek Forum vermittelt in musikpädagogischen Workshops Kindern und Jugendlichen das musikalische Werk Kreneks. In Zusammenarbeit mit WissenschaftlerInnen des IC\M/T wurde ein neues Workshopkonzept entwickelt und umgesetzt: "Wir haben den Jugendlichen mit Hilfe von Strümpfen Beschleunigungssensoren am Körper befestigt. Mit diesen Sensoren am Körper studierten sie mit der Choreografin Katharina Weinhuber eine Bewegungsabfolge ein, in der es darum ging, eine Konfliktsituation tänzerisch darzustellen" erzählt Daniel Pazderka, Student an der FH St. Pölten, Studiengang Digitale Medientechnologien. Er war eine Woche lang für die technische Betreuung des Workshop des Ernst Krenek Forums zuständig.

Musik durch Tanz komponieren

Eine wesentliche Rolle übernehmen in den Workshops zeitgenössische Komponistinnen, die ihre eigenen Werke vorstellen und mit Kindern und Jugendlichen komponieren. "Die Beschleunigungssensoren steuerten unterschiedliche Musikstücke von Joge Sanchez-Chiong. Die Art, wie sich die Jugendlichen bewegten, wirkte sich also unmittelbar auf die Musik aus und veränderte sie entsprechend.“

Innovative Zwölftonmusikvermittlung

Mit Bewegung und Tanz einen unmittelbaren Zugang zur Zwölftonmusik zu schaffen ist ein innovativer Ansatz in der Vermittlung von Methoden der Zwölftontechnik. Bislang wurden hauptsächlich grafische, haptische oder akustische Präsentationsformen herangezogen, wie etwa Hörbeispiele. Der kinetische Zugang in der Vermittlungsarbeit ist neuartig. Julian Rubisch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IC\M/T - Institute for Creative\Media/Technologies, entwickelte ein Konzept, das auf neuesten Sensortechnologien und Mobile Computing Plattformen basiert. So soll den Jugendlichen ermöglicht werden, durch Bewegung und Tanz mittels einfacher Choreographien zu einer flexiblen, computerunterstützten und teilautomatisierten Kompositionstechnik zu gelangen.

Verständnis fördern und zur Aktivität animieren

Durch einfache Gesten können die Zwölftonreihen-Transformationen gesteuert werden, zusätzlich werden die im Workshop erarbeiteten Zwölftonreihen visualisiert, was einerseits das Verständnis fördert, andererseits die TeilnehmerInnen der Workshops zu eigenen Ideen animiert. Daniel Padzderka: "Ich hatte den Eindruck, dass es für die Jugendlichen spannend und abwechslungsreich war. Die Zusammenarbeit mit ihnen war auch sehr unkompliziert, die Choreografin Katharina Weinhuber hatte die Klasse auch sehr gut im Griff."

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