"Inside Trading Cultures" geht in die zweite Runde

Beim zweiten Workshop des Citizen Science-Projekts stand die methodische Vorbereitung für die Feldforschung in Frankfurt im Vordergrund.

Das Citizen Science-Projekt „Inside Trading Cultures“ ist eine BürgerInnen-Ethnographie der Buchbranche. Im Zuge des Projekts nehmen BürgerwissenschafterInnen an der Frankfurter Buchmesse teil und begeben sich selbst auf das Abenteuer ethnographischer Feldforschung. Beim zweiten Vorbereitungsworkshop „Einführung in die Ethnographie für Bürgerwissenschafter/innen“ drehte sich alles um den Forschungsstil der Ethnographie und ihre Methoden.

Wie funktioniert eigentlich Feldforschung?

Selbst die Rolle des teilnehmenden Beobachters einzunehmen kann ganz schön herausfordernd sein. Am Wochenende versuchten sich die BürgerwissenschafterInnen des Projekts zur Vorbereitung auf ihre Forschungsreise im Oktober zum ersten Mal in der Feldforschung. Die Forschungsfrage der Übung lautete: „St. Pölten an einem Samstag Vormittag. Was ist zu sehen? Was passiert hier tatsächlich?“

Unterschiedliche Blickwinkel

Mit Block und Stift ausgerüstet versuchen die TeilnehmerInnen zu beobachten, zu verstehen und zu beschreiben. Doch das ist gar nicht so einfach, denn wie lässt sich Beobachtetes und Erlebtes adäquat und den gesellschaftlichen Realitäten entsprechend wiedergeben?

Diese und weitere Fragen standen bei der anschließenden Reflexion im Vordergrund. Christoph Musik präsentierte den Forschenden Forschungsmethoden und –strategien der Ethnographie, die ihre Wurzeln vor allem in der Kultur- und Sozialanthropologie, aber auch in der Soziologie der sogenannten "Chicago School" hat. Grundbegriffe, Herausforderungen und konkrete Vorgehensweisen der Methode wurden vorgestellt und erläutert. Zum Abschluss des Workshops ging es darum, den innovativen Ansatz einer Ethnographie der „verschiedenen Blickwinkel“ zu konkretisieren und auf die bevorstehende Feldforschung in Frankfurt anzuwenden. 

Zum Hintergrund des Projekts

Der Begriff Citizen Science beschreibt die aktive Beteiligung von BürgerInnen an der wissenschaftlichen Forschung. Die BürgerwissenschafterInnen nehmen nicht nur an Umfragen oder Experimenten teil, sondern engagieren sich aktiv in der Wissenschaft und forschen selbst. Citizen Science hat seine Wurzeln vor allem im angloamerikanischen Raum beziehungsweise in den Naturwissenschaften. In den letzten Jahren weitete sich dieser Forschungsbereich auf immer weitere Teile Europas aus und fand auch Einzug in andere Wissenschaftsfelder wie die Geistes-, Kultur und Sozialwissenschaften.

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