Internationale Ausbildung im Eisenbahnwesen

Studiengangsleiter Otfried Knoll und Georg-Michael Vavrovsky, der ehemalige technische Vorstand der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG, in der Diskussionen mit den Studierenden beim Kaminabend in der „Villa“, St. Pölten.

Erfolgreicher Start des Masterlehrgangs Europäische Bahnsysteme

Im Oktober startete der Masterlehrgang Europäische Bahnsysteme, der an der FH St. Pölten, der FH Erfurt in Deutschland und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur abgehalten wird. Vergangene Woche waren die TeilnehmerInnen des Lehrgangs für ihre Ausbildung an der FH St. Pölten zu Gast.

Trinationale Ausbildung

Durch den Aufbau transeuropäischer Eisenbahnnetze in der Europäischen Union steigt der Bedarf an Fachkräften mit länderübergreifenden Kompetenzen. Im Umfeld der europäischen Verkehrs- und Wettbewerbspolitik sind Ausbildungsinhalte wie Nachhaltigkeit in Planung und Betrieb von Bahnsystemen, Infrastruktur, Sicherungs- und Energieversorgungsanlagen sowie bei der Steuerung betrieblicher Prozesse gefragt.

Der Masterlehrgang Europäische Bahnsysteme wird dieser Nachfrage optimal gerecht. Durch Einbeziehen der drei führenden nationalen Bahnunternehmen DB, ÖBB und SBB bei der Entwicklung der Lehrgangsinhalte orientiert sich der Lehrgang in höchstem Maße am Markt. Durch sein trinationales Profil ist der Masterlehrgang Europäische Bahnsysteme einzigartig in Europa.

„Der Lehrgang vermittelt Wissen um die Nachhaltigkeit in Planung und Betrieb von Bahnsystemen, zu internationalen Standards, aber auch zu nationalen Unterschieden im Eisenbahnwesen“, sagt Dipl.-Ing. Otfried Knoll, Studiengangsleiter für Eisenbahn-Infrastrukturtechnik an der FH St. Pölten.

Stadtführung und Kaminabend

Der Lehrgang startete im Oktober 2013 in Zella-Mehlis im Thüringer Wald mit einer Einführungswoche für die 20 TeilnehmerInnen (16 aus Deutschland, drei aus Österreich und einem aus der Schweiz).

Richtig zur Sache ging es vergangene Woche bei der ersten Präsenzwoche an der FH St. Pölten. Nach täglich neun Stunden Unterricht über Signaltechnik, Streckenplanung und Energieversorgung gab es auch genügend Zeit für ein interessantes Rahmenprogramm mit einer Stadtführung durch St. Pölten, einer Exkursion zu Bahnanlagen in Wien und einem Besuch der St. Pöltener Kellergasse.

Ein Highlight war der Kaminabend in der „Villa“. Zu Beginn des Abends referierte Georg-Michael Vavrovsky, der langjährige technische Vorstand der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG und Ressortvorstand für Projektmanagement/Technik der ÖBB-Infrastruktur AG, zum Thema modernes Projektmanagement im Zusammenhang mit Großprojekten. Vavrovsky beschrieb einen ganzheitlichen Management-Ansatz, in dem eigenverantwortliches Handeln einerseits und systemisch-kybernetische Führung andererseits unabdingbar sind. Dem Vortrag folgte eine rege Diskussion in gemütlicher Atmosphäre über aktuelle Themen im internationalen Bahnwesen.

Die Präsenzphasen finden abwechselnd an den drei Hochschulen statt, wobei an deren Beginn immer die Prüfung über den Inhalt der vorangegangenen Präsenzwoche steht. Zu Gast in St. Pölten sind die Studierenden das nächste Mal im März 2014.

In Europa einzigartiger Lehrgang

Der viersemestrige Weiterbildungslehrgang ist einzigartig in Europa und wurde in Kooperation der FH St. Pölten, der FH Erfurt (D) und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Winterthur (CH) entwickelt. Die internationale Ausrichtung bezieht sich auf länderübergreifendes Fachwissen, den Aufbau internationaler Netzwerke und die Möglichkeit beruflicher Weiterentwicklung. Durch die Kombination aus Präsenz- und Selbststudienphasen kann der Lehrgang berufsbegleitend absolviert werden.

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