Jubiläen in der Physiotherapie

Zehn Jahre Studiengang Physiotherapie an der FH St. Pölten, 100 Jahre Physiotherapie in Österreich

Zehn Jahre Studiengang Physiotherapie an der FH St. Pölten, 100 Jahre Physiotherapie in Österreich

Vergangenen Freitag feierte der Studiengang Physiotherapie der Fachhochschule St. Pölten im Rahmen des diesjährigen Alumnifestes zwei Jubiläen: sein zehnjähriges Bestehen und das Etablieren der Physiotherapie-Ausbildung in Österreich vor 100 Jahren.

Mit der Einrichtung an der Fachhochschule wurde die Ausbildung forschungsorientierter und internationaler. Moderne Lehrmethoden sorgen für eine inspirierende, qualitativ hochwertige und innovative Lehre.

Staatlich anerkannte Ausbildung, Akademisierung

Im Jahr 1916 startete im Krankenhaus Lainz in Wien die erste staatlich anerkannte Physiotherapie-Ausbildung in Österreich. 2006 wurde die Ausbildung an Fachhochschulen angesiedelt und damit akademisiert. Dies ermöglicht den Absolventinnen und Absolventen die Zulassung zum Masterstudium und später zum Doktorats-/PhD-Studium. Die FH St. Pölten gehörte zu den ersten Ausbildungsstätten in Österreich, die das Bachelorstudium Physiotherapie gestartet haben.

Vergangenen Freitag feierte der Studiengang die Jubiläen im Zuge seines jährlich stattfindenden Alumnifestes. Bei der Veranstaltung war auch die Wanderausstellung „Physiotherapie im Zeitsprung“ zu sehen.

250 Absolventinnen und Absolventen in zehn Jahren

Seit zehn Jahren bildet der Studiengang Physiotherapie der FH St. Pölten Fachleute mit einem breit gefächerten Wissen zu Therapie, Rehabilitation und Prävention im Bereich der Physiotherapie aus.

„In diesem Jahrzehnt hat der Studiengang an die 250 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht, an 15 Forschungsprojekten mitgewirkt und 40 studentische Projekte zu Prävention und Gesundheitsförderung umgesetzt“, sagt Kerstin Lampel, Leiterin des Studiengangs Physiotherapie an der FH St. Pölten. Aktuell stehen 40 Anfangsstudienplätze pro Jahr für die dreijährige Ausbildung zur Verfügung.

Durch Exkursionen, die Arbeit mit Patientinnen und Patienten im Unterricht und an den Praktikumsstellen erfolgt ein rascher Transfer des theoretisch Erlernten in die Praxis. Die interdisziplinäre Arbeit wird den Studierenden in Praxis- und Forschungsprojekten näher gebracht und bereitet die Absolventinnen und Absolventen auf aktuelle Herausforderungen des Berufs vor.

Akademisierung und Forschung

„Die Akademisierung der Physiotherapie durch die Einrichtung an der Fachhochschule hat mehrere Vorteile gebracht: etwa eine internationalere Ausbildung durch Auslandspraktika und eine starke Verbindung der Lehre mit der Forschung, die bei uns an der FH St. Pölten einen hohen Stellenwert hat“, erklärt Lampel.

Weiterentwickelt wurde in den letzten Jahren auch die Art des Unterrichts: Der Einsatz von innovativen Lehrmethoden unterstützt die unterschiedlichen Lerntypen von Studierenden in den vielfältigen physiotherapeutischen und klinischen Fächern.

Krankenhaus, Praxis, Startup

Berufsmöglichkeiten für Physiotherapeutinnen und -therapeuten finden sich in Einrichtungen wie Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, Alters- und Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen, Gesundheitseinrichtungen, Wellnessbetrieben, Arztpraxen, Gesundheitsämtern, Schulen und Kindergärten, freiberuflich mit eigener Praxis oder als Lehrende an Aus- und Weiterbildungsstätten sowie in der Forschung und Wissenschaft oder in der Prävention und Gesundheitsförderung.

Als einer von vielen in den letzten zehn Jahren hat Absolvent Kacheata Eath den Schritt zu einem eigenen Unternehmen gewagt. Er entwickelte mit seinem Unternehmen „physiobox“ eine Tablet-App mit der Physiotherapeutinnen und -therapeuten Befundungsprozesse und Behandlungsfortschritte von Patientinnen und Patienten dokumentieren und individuelle Trainingspläne erstellen können.

100 Jahre Physiotherapie in Österreich

Das Jubiläumsjahr „100 Jahre Physiotherapie“ spannt den Bogen von einem Assistenzberuf zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zu einem eigenständigen akademischen Beruf, dessen Expertinnen und Experten hochwertige, evidenzbasierte Gesundheitsdienstleistung für Menschen erbringen.

„Die Physiotherapeutinnen und -therapeuten verfolgen dabei das Ziel, schmerzfreie, freudvolle Bewegungs- und Funktionsfähigkeit sowie Lebensqualität zu ermöglichen. Zehn Jahre akademische Physiotherapieausbildung an der FH St. Pölten sind Motor für zukünftige Professionalisierungsschritte. Auf diese freue ich mich, da für mich die Physiotherapie immer noch ein höchst erfüllender und durch seine Vielfalt sehr herausfordernder Beruf ist“, sagt Silvia Mériaux-Kratochvila, Leiterin des Studiengangs Physiotherapie und des Departments Gesundheitswissenschaften an der FH Campus Wien und Präsidentin von Physio Austria, dem Bundesverband der PhysiotherapeutInnen Österreichs.

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