Animationsexpertin Katrin Rothe als Gast-Dozentin

Katrin Rothes neuer Film „1917 - Der wahre Oktober“

Worüber Studierende mit der preisgekrönten Filmemacherin sprachen, wie ihr neuer Film international ankommt und was ihn auszeichnet, lesen Sie hier

FH-Lektorin Katrin Rothe – derzeit sehr erfolgreich mit ihrem neuen Film „1917 – Der wahre Oktober“ international unterwegs – war im November erneut als Referentin für die Studierenden der Masterklasse TV- und Videoproduktion im Haus, bevor sie im Jänner 2018 auch für Studentinnen und Studenten des Lehrgangs Film, TV & Media zu Gast sein wird. So konnten und können Studierende der FH St. Pölten von ihrem umfangreichen Praxiswissen profitieren.

Wertvolle Inputs für Studierende der FH St. Pölten

Im Seminar Broadcast Feature lernten die Studentinnen und Studenten der Masterklasse TV- und Videoproduktion des Studiengangs Digitale Medientechnologien, wie einfache Legetrickanimationen für TV Features genutzt werden können, eine Technik, die Katrin Rothe auch in ihrem aktuellen Film verwendet. Es wurden exemplarisch einzelne Szenen des aktuellen Semesterprojektes mittels Animation umgesetzt und das Potential von Animation im dokumentarischen Film diskursiv behandelt.

Der Masterlehrgang Film, TV & Media wird sich im Jänner 2018 dem Thema Team und Cast und der Kunst, selbige richtig auszuwählen, widmen. Als Produzentin von einem Teil ihrer Filme ist Katrin Rothe auch für die Teamzusammenstellung und den Cast verantwortlich. Ihr Expertinnenwissen über die sorgfältige Auswahl ihrer Charaktere und des Teams gibt sie den Masterstudierenden des Lehrgangs Film, TV & Media weiter.

Mit der doppelten Grimmepreisträgerin Katrin Rothe hat man eine erfahrene Filmemacherin und Spezialistin in Sachen Animation an Bord. Bekannt für ihre gut recherchierten Filme, die sich stets ernsten Themen widmen, verbindet sie als Regisseurin Trickfilm mit anderen Formaten. Animationen als Darstellungsform setzt sie gezielt ein, wenn sie etwa in der Zeit zurückreist oder sich an Orte begeben möchte, für die sie keine Drehgenehmigung erhält. Die Legetrick-Animationen kommen bei ihr sowohl in animierten Dokumentarfilmen („1917 – Der wahre Oktober“, „Betongold“, „Dunkler Lippenstift macht seriöser“) als auch in Dokumentationen („Polen für Anfänger“) und Magazinbeiträgen („Was tust du?“) vor.

Mit ihrem neuen Film bietet sie den Zuschauerinnen und Zuschauern einen schattenwerfenden Legetrick als Reenactment verbunden mit Archivaufnahmen und Realbild-Aufnahmen. Und: Sie gewährt uns einen etwas anderen Blick auf die Oktoberrevolution in Russland.

Erfolgreicher neuer Film von Katrin Rothe

Am 9. Oktober 2017 war Katrin Rothes dokumentarischer Animationsfilm „1917 – Der wahre Oktober“ erstmals in Österreich, beim Jüdischen Filmfest Wien, zu sehen. Am 31. Oktober 2017 wurde er erneut in Wien gezeigt im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen des Kulturvereins Aktionsradius zum Thema Revolution. Der Titel des Films ist in diesem Fall auch Programm, es geht um die Russische Revolution 1917, filmkünstlerisch in neuem Gewand erzählt und gestützt auf teilweise bis dato unbekannte Quellen und Zeugnisse. Nur aus Sicht beteiligter KünstlerInnen und mittels Trickfilmtechnik setzt sich Katrin Rothe mit der Oktoberrevolution auseinander.

Zu Inhalt und Machart des Films „1917 – Der wahre Oktober“

Maler, Dichter und Denker. Wie erlebten sie die Entwicklungen innerhalb eines gefährlich instabilen Machtvakuums in Sankt Petersburg, damals Petrograd? Katrin Rothe wagt eine Annäherung. Ihre Figuren tauchen ein in die gesellschafts-, kultur- und staatspolitischen Diskurse der Zeit, einer Zeit voll Chaos und Anarchie; die ZuschauerInnen bekommen Einblicke in die privaten Gedankenwelten und kühnen Visionen der Trickfilmprotagonistinnen und -protagonisten.

Visuell besticht der Film durch eine experimentierfreudige, abstraktionsstarke, klare Farb- und Formensprache und einen gänzlich eigenständigen Stil. Rothe bedient sich diverser Materialien, die sich collagiert zu den Hauptfiguren fügen, die in Legetrick-Animationen zum Leben „erwachen“.

Rosa von Suess, wissenschaftliche Leiterin des Masterlehrgangs Film, TV & Media beschreibt die Stärke des Films wie folgt: „Katrin Rothe schafft mit ihrem aktuellen Film eine neue Dimension der Animation im Film, die Bearbeitung der Oktoberrevolution aus der Perspektive damals aktiver KünstlerInnen ist nicht nur eine wichtige Ergänzung zur gängigen Geschichtsschreibung, sondern auch in Bezug auf die Erzähl- und Darstellungsweise höchst sehenswert. Die ZuseherInnen werden in den Prozess der Neuinterpretation von Geschichte ebenso hineingezogen wie in den Prozess des filmischen Tricks der Animation.“

Für alle Interessierten: „1917 – Der wahre Oktober“ gibt es auch als VoD.

Der Film auf Tour um die Welt

Der Film wurde und wird international gezeigt – er machte neben Österreich unter anderem Station in Südkorea, Russland, Frankreich, Portugal und dem Vereinigten Königreich. Das Presseecho ist sehr positiv, man sieht den Film „eine höchst unterhaltsame Geschichtsstunde mit wunderbaren Bildideen“ (Justus Kliss, ARD Nachtmagazin, 20.04.2017) und lobt ihn als „eine tolle, cineastische Trickserei'“ (Thomas Wyss, Züricher Tagesanzeiger, 04.05.2017).

Der u. a. gemeinsam mit Arte, rbb, SRF produzierte Langfilm war und ist derzeit auf ausgewählten Festivals zu sehen, etwa hat es „1917 – Der wahre Oktober“ in die official Selection des wichtigsten Animationsfestivals Annecy geschafft. Kürzere Formen des Films wurden bereits im Programm von arte, rbb und SRF gezeigt. Jüngst gewann der Film den Best Documentary Award auf dem International Film Festival „Russia Abroad“ in Moskau.

Den Trailer sowie mehr Informationen zum Film und darüber, was Katrin Rothe über „1917 – Der wahre Oktober“ zu sagen hat, finden Sie hier

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