Kulturelles Erbe neu aufbereitet

Screenshot aus einem der im Projekt Holzhandwerk Revisited entstandenen Filme

Projekt der FH St. Pölten vereint traditionelles Holzhandwerk mit neuen filmischen Vermittlungsformen

Das Holzhandwerk gilt als eines der ältesten Handwerke und wurde über lange Zeit größtenteils mündlich weitergegeben. Im Projekt „Holzhandwerk Revisited“ entwickelten Holz- und BewegtbildforscherInnen der FH St. Pölten und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern und dem Österreichischen Freilichtmuseum Stübing neue Dokumentations-Formate, um ausgewählte Holzhandwerkstechniken mittels Bewegtbild für nachfolgende Generationen zu erhalten.

„Es existieren zwar historische Filmaufnahmen und Dokumentationen, diese werden allerdings oftmals den wissenschaftlichen Ansprüchen einer umfassenden Dokumentation des Handwerks nicht gerecht“, erklärt Rosa von Suess, FH-Dozentin und Leiterin des Projekts an der FH St. Pölten. „Ziel unseres Projekts ist es, traditionelles Holzhandwerk mit neuen, innovativen Vermittlungs- und Darstellungsformen zu vereinen und so dieses alte Wissen auch für nachfolgende Generationen nutzbar zu machen“ so Michael Grabner, Projektleiter vom Institut für Holztechnologie und nachwachsende Rohstoffe der Universität für Bodenkultur Wien. 

Altes Handwerk, neue filmische Formate

Die ForscherInnen der FH St. Pölten und der BOKU Wien arbeiteten dabei mit Schülerinnen und Schülern der Waldorfschule Wien West zusammen. In einem partizipatorischen Ansatz wurden Handwerkstechniken definiert, die dokumentiert werden sollten, Film- und Medienarchive durchsucht und gefundenes Material analysiert. In einem Kameraworkshop erprobte das Team Aufnahmetechniken auf ihre Anwendbarkeit und entwickelte schließlich in Workshops gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Konzepte für das Dokumentar-Format. Ein Format wurde auf Basis von 360-Grad-Video entwickelt, ein weiteres baut auf die Dramaturgie von State-of-the-art Educational Content und Tutorials auf.

„Alle Arbeitsprozesse sollen in all ihren Schritten detailgetreu dokumentiert werden, gleichzeitig liegt der Fokus auf einer den Nutzungsgewohnheiten einer jungen Zielgruppe entsprechenden Gestaltung. Daher ist die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern sehr wertvoll für uns“, so Rosa von Suess über den Prozess der Formatentwicklung.

Von der Herstellung eines Holznagels bis zum Behauen von Rundholz

In Testdrehs wurden die beiden entwickelten Formate auf die ersten vier Holzhandwerksprozesse angewandt: die Herstellung eines Holznagels und eines Birkenreisigbesens mittels Mehrkamera-Produktion, sowie die Herstellung von Zaunringen und das Behauen von Rundholz, die mit 360-Grad-Kamera umgesetzt wurden, um die räumliche Dimension des Handwerks einzubeziehen. Die so entstandenen „Edutorials“ vereinen die instruktiven Elemente von Online-Tutorials mit den Eigenschaften von Lernvideos: strukturiert, einfach zu verstehen und zusammenfassend.

Die Filme sollen später unter anderem im Freilichtmuseum Stübing und auf einem entsprechenden Holzhandwerk-Channel auf Youtube platziert und präsentiert werden.

Zwei der Filme können hier angesehen werden:

Sparkling Science – Schule und Wissenschaft bereichern sich gegenseitig

Im Projekt Holzhandwerk Revisited arbeiten WissenschafterInnen verschiedenster Disziplinen mit Schülerinnen und Schülern zusammen. Das Projekt wird im Rahmen der Förderschiene „Sparkling Science“ des Bundesministeriums für Bildung, Wirtschaft und Forschung gefördert – einem Programm, das wissenschaftliche Nachwuchsförderung betreibt und Projekte unterstützt, in denen WissenschafterInnen Seite an Seite mit Jugendlichen an aktuellen Forschungsfragen arbeiten. 

Projekt Kulturelles Erbe – Holzhandwerk Revisited

Das Projekt Holzhandwerk Revisited vereint traditionelles Handwerk und neue Vermittlungsformen, wissenschaftliche Auseinandersetzung und innovative Darstellung von Wissen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung im Rahmen des Programms „Sparkling Science“ gefördert. PartnerInnen sind die BOKU Wien, das Universitäts- und Forschungszentrum Tulln und die Waldorfschule Wien West.

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