Lässt sich Spontanität planen?

Im Rahmen des Oxford Future of Cities Programme referierte Dozent Thomas Duschlbauer über Urban Planning

Im Rahmen des Oxford Future of Cities Programme referierte Dozent Thomas Duschlbauer bei einer Konferenz über Urban Planning

Der globale Trend hin zur Urbanisierung führte in den letzten 20 Jahren auch zu einer verstärkten Kritik an den Methoden der Stadtplanung. Insbesondere das Modell der so genannten Smart Cities wird gegenwärtig in Fachkreisen heftig diskutiert, da es kaum Möglichkeiten für informelle und sich selbst organisierende Prozesse in sich birgt. Insofern stellt sich die Frage, welche Methoden angesichts der hohen Komplexität der Aufgaben sinnvoll wären, um einen improvisatorischen Zugang zu einem Urbanismus menschlicher Maßstäbe zu ermöglichen. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Migrationsströme sind diese Fragestellungen höchst aktuell.

Stil-Dogma-Konzept

Thomas Duschlbauer stellte diesbezüglich diverse improvisatorische Ansätze gegenüber und präsentierte in diesem Zusammenhang auch sein Stil-Dogma-Konzept, das aus den philosophischen Betrachtungen von Ludwig Wittgenstein abgeleitet wurde und für verschiedenste Aufgaben der Organisation praktisch zur Anwendung gelangen kann. „Dieses Konzept stellt den Begriff der Partizipation, wie wir ihn gegenwärtig anwenden, radikal in Frage. Denn Partizipation steuert gegenwärtig lediglich auf einen Konsens zu und lotet bei weitem nicht alle Handlungsspielräume aus, die uns zur Verfügung stehen. Stattdessen geht es bei diesem Ansatz darum, mit bestehenden Regeln zu brechen, die Konflikte auszutragen und dem Utopischen wieder seinen Platz einzuräumen“, so Thomas Duschlbauer über die Kernaussagen seines Vortrages am St Anne’s College der University of Oxford.

Theorie trifft auf Praxis

Die Konferenz dauerte zwei Tage. Das Format zielte darauf ab, dass theoretische Positionen auf die Arbeit von Praktikern treffen. Unter den Vortragenden waren daher auch VertreterInnen weltweit führender Büros für Urban Design wie OMA von Rem Koolhaas sowie Forsters & Partners. Thomas Duschlbauer präsentierte diesen Ansatz rund um Dogma und Stil bzw. von Innovationsguerilla bereits an anderen ausländischen Universitäten in Sterling, Helsinki und Kiel.

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