MBA-Alumnireise nach New York City

MBA-Alumnireise nach New York City

Think BIG: mit Ideen, Enthusiasmus, Datenmengen und Essensportionen wird im Big Apple nicht gegeizt.

Von 4. bis 10. November 2013 startete eine Gruppe der MBA Media Management Alumni der FH St. Pölten unter der Leitung von Dir. Mag. Gerhard Bröthaler, MBA, Vorsitzender der Geschäftsführung beim Verlag der ÖGB GmbH, eine Reise nach NYC, um die neuesten Entwicklungen in digitalen Medien und die dafür nötigen Strategien in Publishing und Marketing näher unter die Lupe zu nehmen. Organisiert wurde diese Reise von den MBA Alumni und bildete die letzte Station von insgesamt sechs weiteren Alumnireisen-Destinationen nach Tokyo, Berlin, Istanbul, San Francisco und Shanghai. Interkultureller Austausch sowie der akademische Wissenstransfer von Media-Trends im europäischen und amerikanischen Vergleich waren im Fokus von den - zum Teil in der Lehre tätigen - Teilnehmenden.

Stationen in NYC

Im Fokus: Medienhäuser im Umbruch

In Medienhäusern sind fundamentale Veränderungen im Gange, die bereits jetzt zu vollkommen neuen Wirtschaftsmodellen führen. Traditionelle Medienhäuser und bisherige Platzhirsche büßen zunehmend ihren Status ein, da kleinere und damit auch wendigere Verlagsfirmen den Mediensektor durchpflügen und ebenso mitgestalten. NYC ist beispielgebend für diese Entwicklung.

Aber was ist der Grund für diese Entwicklung? Und worin besteht der Unterschied im europäischen/österreichweiten Vergleich? Zunächst gibt es im Sozialen und Kulturellen wesentliche Unterschiede. Zudem agiert ein riesiger Risiko-Kapitalmarkt, der für gute Ideen schnell Geld bereitstellt. Und natürlich, New York zieht einen zusätzlichen Vorteil als lebenswerte und der beruflichen Entwicklung zuträglichen Stadt.

Social Media sind in Medienunternehmen und der Werbeindustrie ein viel stärker eingesetztes Tool als beispielsweise in Europa. Vor allem hat Twitter die Nase vorne, verglichen zum Waisenstatus den es in Europa hat. Überdies existieren operable Geschäftsmodelle für Online-Content und Cross-Media-Packages. Die New York Times beispielsweise nutzt eine „paid-free“-Strategie. Und dieses Modell ist auch der Grund dafür, dass 1,1 Millionen AbonnentInnen in Print und Online die Gesamtrate der AbonnentInnen erhöht hat, nämlich von 49 auf 51 Prozent. Ein wirklich zukunftsorientiertes Unterfangen und ein gutes Beispiel für europäische Medienunternehmen. Im Big Apple ist nahezu alles groß – auch das Datenvolumen ist enorm, gleichgültig ob ein Vortrag, eine Präsentation oder Small Talk. Von data modelling zu data analysing, smart data, semantic data, data journalism, personal data graphs, metadata usw., Data wird sehr differenziert und fortgeschritten gedacht. Datenschutz wird in Europa völlig anders gehandhabt und deshalb ist das Bild der digitalen Evolution in dieser Form nicht auf Europa übertragbar. Aber einige Aspekte davon werden sicherlich die Herangehensweise von Marketing & Sales in der digitalen Welt verändern.

Jeremy Caplan

Eine der besonderen Momente war der Vortrag von Jeremy Caplan, des Direktors der CUNY Graduate School of Journalism. Caplan schilderte veränderte Rahmenbedingungen im Journalismus und gab Einblicke in neue Geschäfts- und Erlösmodelle von Medienunternehmen. Vor allem in den USA gibt es bereits einige best practice-Beispiele, wie neue Technologien für den Journalismus genutzt werden und wie, basierend darauf, neue Geschäftsmodelle entwickelt werden können.

Resümee

Wie pflegen wir in der deutschen Sprache zu sagen: „Dort wird auch nur mit Wasser gekocht“. Aber zum Unterschied, dass die USA ihren Markt besser bedienen. Und um ehrlich zu sein, die „über-enthusiastische“ KundInnen-Ansprache ist für Europäer oftmals schrecklich und es ist auch nicht alles in Österreich realisierbar. Aber sich einem größeren Radius zu bewegen, über den Tellerrand zu schauen und Pläne für den deutschsprachigen und europäischen Markt zu schmieden würde die Marktfähigkeit von Geschäftsmodellen um ein Vielfaches erhöhen.

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