Technologischer Wandel erfasst Museen

Ausstellungsbesuche werden zum digitalen und multimedialen Erlebnis

Das FH-Forschungsprojekt MEETeUX unter Beteiligung Studierender macht Ausstellungsbesuche zum digitalen und multimedialen Erlebnis für alle

Von der Venus von Willendorf persönlich durch ein Museum geführt werden und 3D-technisch aufbereitete Informationen zu ausgewählten Ausstellungsstücken erhalten? Möglich machen das Andrea Schönhofer, Sabine Hubner, Perihan Rashed, drei Studierende des Masterstudiengangs Digitale Medientechnologien, mit einer für das Naturhistorische Museum Wien konzipierten App, die sie im Rahmen des FH-Projektes MEETeUX  entwickelt haben.

Der User, die Userin wird mittels App durch das Museum zu Orten gelotst, an denen durch die Augmented Reality-Technologie Sammlungsobjekte besonders erleb- und begreifbar gemacht werden. Alles, was die BesucherInnen für dieses digitale und multimediale Museumserlebnis brauchen, haben sie großteils ohnehin bei sich: ihr Smartphone.

Der AR-Prototyp, den die Studierenden während ihres Studiums an der FH St. Pölten entwickelt haben und der im Naturhistorischen Museum bereits bei mehreren Testläufen erfolgreich zum Einsatz gekommen und von Testpersonen sehr positiv angenommen worden ist, soll Ende Juni bei der internationalen Konferenz SALENTO AVR 2018 in Italien präsentiert werden. Auf der Konferenz treffen ForscherInnen zusammen, um wichtige Themen, offene Fragestellungen, innovative Anwendungen und Trends in den Bereichen Virtual und Augmented Reality, 3D-Visualisierung und Computergrafik zu diskutieren.

MEETeUX – mit dem Smartphone durchs Museum

Eine große Anzahl an Technologien bietet heute vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für die Bevölkerung. Eine davon könnte die Unterstützung bei der Wissensvermittlung im halböffentlichen Raum mittels der Integration verschiedener Endgeräte sein. Das von der FH St. Pölten koordinierte Projekt MEETeUX (Multi-Device Ecologies Towards Elaborate User Experience) konzipiert derartige Nutzungsszenarien und entwickelt Ansätze und Lösungen für digitale Formen der Ausstellungsgestaltung.

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In Zukunft soll vermehrt fortschrittliche Technologie zur Vermittlung von Inhalten, etwa in Museen und Ausstellungen, zum Einsatz kommen; durch die Nutzung eigener Endgeräte („Bring Your Own Device“, üblicherweise Smartphones) soll das Nutzungserlebnis für BesucherInnen deutlich erhöht werden. Erprobte Konzepte fehlen bisher, das Projekt MEETeUX soll helfen, diese Lücke zu schließen. Mit dem nun entwickelten Prototypen ist man diesem Ziel wieder einen großen Schritt näher gekommen.

Moderne Medientechnik meets Kaiser Maximilian I.

An der nächsten Teiletappe wird bereits intensiv gearbeitet. Für 2019 ist eine große Installation für das Stift Klosterneuburg geplant. Bei der Jahresausstellung „Des Kaisers neuer Heiliger“ von März bis November 2019 will das Team rund um Markus Seidl, Leiter des Projektes MEETeUX sowie des Instituts für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten, den Stiftsbesuch mit mehreren interaktiven Oberflächen und den eigenen Handys der BesucherInnen medientechnisch in die Zukunft führen. 

Studierende widmeten sich zu diesem Zweck im Rahmen des European Project Semesters dem Babenberger Stammbaum und adaptierten hierfür eine Tabletop-Anwendung. Diese wurde kürzlich im Stift Klosterneuburg im Museum vor Ort getestet.

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Die mediale Aufbereitung und Neuerzählung historischer Inhalte war stets ein Hauptanliegen des „letzten Ritters“ Maximilian I., dem die Ausstellung im Stift Klosterneuburg anlässlich seines Todes vor 500 Jahren gewidmet ist. Neue technologische Möglichkeiten nutzen, um Geschichte lebendig zu halten, dies hat der Habsburger trotz der enormen zeitlichen Trennung mit dem MEETeUX-ForscherInnenteam jedenfalls gemeinsam.

Laufen wird das Projekt noch bis Ende 2019. Weiter zur Projektseite von MEETeUX

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