Mit des Kaisers App in die Ausstellung

FH St. Pölten gestaltet digitales Erlebnis zur Jahresausstellung des Stiftes Klosterneuburg

FH St. Pölten gestaltet digitales Erlebnis zur Jahresausstellung des Stiftes Klosterneuburg

Die Jahresausstellung des Stiftes Klosterneuburg „Des Kaisers neuer Heiliger - Maximilian I. und Markgraf Leopold III. in Zeiten des Medienwandels“ zeigt im 500. Todesjahr des Kaisers Maximilian I. eine Ausstellung zum Leben des Herrschers und seiner Kommunikationspolitik sowie seiner Beziehung zu Leopold III., dem Gründer des Stiftes.

Das Institut für Creative\Media/Technologies der Fachhochschule St. Pölten lässt Besucherinnen und Besucher mit einer App in die Rolle von Menschen schlüpfen, die zur Zeit Maximilians lebten. Von der FH St. Pölten gestaltete digitale Stationen der Ausstellung machen Legendenbildung, Maximilians Leben und den Babenberger Stammbaum interaktiv erlebbar.

Meister der politischen Kommunikation

Im Jahr 2019 jährt sich der Tod Kaiser Maximilians I. (1459-1519) zum 500. Mal. Aus diesem Grund widmet das Stift Klosterneuburg seine Jahresausstellung diesem Fürsten, der an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit regierte.

Maximilians Lebenszeit war eine Zeit der Umbrüche: Der Buchdruck, die Ankunft der ersten Europäer in Amerika und der Beginn der Reformation veränderten die Welt. Maximilian war auch ein Meister der politischen Kommunikation, ließ etwa biographische Werke anfertigen, die in erzählerischer Form seine Taten rühmten und in Bild und Text umsetzen.

„Des Kaisers App“ zur Ausstellung lässt BesucherInnen in die Rolle von Menschen zur Zeit Maximilians schlüpfen. Drei frei wählbare Erzählstränge innerhalb der App bieten unterschiedliche Sichtweisen auf das historische Geschehen und zeigen, dass die Vergangenheit immer im Auge der BetrachterInnen liegt.

„Mittels Bluetooth begleitet die App durch die Ausstellung. Nähert man sich einem Exponat, erscheinen in einer Chronologie wie in den Nachrichten einer Zeitung Informationen zu den Exponaten mit interaktiven Elementen“, erklärt Markus Seidl, Leiter des Instituts für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten. Seidl und seine MitarbeiterInnen haben die App gemeinsam mit dem Stift für die Ausstellung entwickelt.

Quiz und visuelles Erlebnis

Im „Weyßkunig-Quiz“ stellt gewissermaßen der Kaiser selbst den BesucherInnen Fragen zu den Objekten der Ausstellung und zur Geschichte. Die richtigen Antworten dienen im Spiel als Bewerbung um eine Audienz beim Kaiser.

Gezeigt wird im Stift auch der sogenannte Babenberger-Stammbaum, ein Tafelbild, das Kaiser Maximilian I. in den Jahren 1489 bis 1492 anfertigen ließ. Vor dem durch seine Größe von acht mal vier Metern schwer rezipierbaren Gemälde ist ein Multi-Touch-Tabletop-Computer installiert. Auf diesem können BesucherInnen das Gemälde vergrößert aus der Nähe betrachten sowie durch Zusatzinhalte Informationen zu den Details des Bildes erfahren.

Digitales Museum

Die digitalen Präsentationen zur Ausstellung entstanden im Zuge des von der FH St. Pölten durchgeführten Forschungsprojekts MEETeUX (Multi-Device Ecologies Towards Elaborate User Experience). Das Projekt untersucht und entwirft Ansätze für den Einsatz digitaler Techniken in Museen für die spannende und interaktive Ausstellungsgestaltung.

„Wissen aus solchen Forschungsprojekten ist wichtig, um die Technologien möglichst niederschwellig und für alle zugänglich einsetzen zu können. Im Zentrum des Projekts steht daher Forschung an der Schnittstelle von Mensch und Maschine zum Interaktionsdesign und dem Erlebnis für Besucherinnen und Besucher“, erklärt FH-Dozentin Kerstin Blumenstein. Sie hat die Ausstellung mitgestaltet und schreibt derzeit ihre Dissertation zum Thema digitaler Präsentationen von Museumsobjekten.

„Für den Einsatz von Smartphones, Tablets und Touchscreens oder moderner Medientechnik wie Augmented und Virtual Reality in halböffentlichen Bereichen wie etwa Ausstellungen und Museen fehlen derzeit noch erprobte Konzepte für das Gestalten der Interaktionen und das Nutzungserlebnis für Anwenderinnen und Anwender“, sagt Projektleiter Seidl.

Ziel des Projekts, das noch bis Mitte 2020 läuft, ist die Erarbeitung von Guidelines für die Gestaltung von digitalen Artefakten zur Ausstellungspräsentation sowie der Aufbau der dazu nötigen Software-Infrastruktur. Die Ausstellung in Klosterneuburg dient als Anwendungsfall und wird in den kommenden Monaten intensiv hinsichtlich der Funktionalität und Nutzungserlebnisse der digitalen Ausstellungselemente evaluiert werden. Für die BesucherInnen bietet die aktuelle Jahressausstellung des Stifts Klosterneuburg so einen Vorgeschmack auf das Museumserlebnis der Zukunft.

 

Ausstellung „Des Kaisers neuer Heiliger“

Stift Klosterneuburg, 09.03.2019 bis 17.11.2019

 

Des Kaisers App

Forschungsprojekt MEETeUX (Multi-Device Ecologies Towards Elaborate User Experience)

Das Projekt wird im Rahmen der Programmlinie COIN Aufbau von den Bundesministerien Digitalisierung und Wirtschaftsstandort sowie Verkehr, Innovation und Technologie durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziert. PartnerInnen im Projekt MEETeUX sind mehr als zehn Museen sowie AnbieterInnen von Museumsinstallationen.

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