Modulprüfung interdisziplinär in Medizin und Diätologie

v.l.n.r.: Linda-Maria Herb, Alexandra Kolm, MSc, Univ. Doz. Dr. Harald Kritz

Clinical Reasoning ist eine Kernkompetenz, die mittels interdisziplinärer Modulprüfung anhand von Patientenfallbeispielen am Studiengang Diätologie gefördert wird.

Der Begriff des Clinical Reasoning bezieht sich auf das Denken und die Entscheidungsprozesse während des therapeutischen Handelns. Dieser Aspekt wurde in den letzten Jahren immer wichtiger, weil die Entwicklung im Gesundheitswesen eine zunehmende Verantwortlichkeit (accountability) in der Entscheidungsfindung verlangt. Als innovatives Prüfungsformat für diesen Kompetenzerwerb wurde eine Modulprüfung gemeinsam mit dem Internisten und Endokrinologen Univ. Doz. Dr. Harald Kritz entwickelt und durchgeführt.

Praktische Umsetzung

Patientenfallbeispiele zu endokrinologischen Themen wurden vorbereitet und gemeinsam mit der Diätologin und Dozentin Alexandra Kolm, MSc mündlich geprüft. Die Studierenden konnten sich dabei je zehn Minuten mit dem Patientenfall vertraut machen, um den Fall zu präsentieren und im Anschluss medizinische und diätologische Fragestellungen zu beantworten. Die Studierenden wurden bereits in der Lehrveranstaltung mittels diätologischer Fallbeispiele und deren kritischer Reflexion vorbereitet.

Positives Feedback der Studierenden

Das Fazit der Studierenden ist sehr positiv. „Meines Erachtens ist eine interdisziplinäre Modulprüfung sehr wertvoll für die spätere Anwendung der Theorie in der Praxis. Es war schwierig zu lernen, jedoch bildeten sich aus einzelnen Puzzlesteinen ein gesamten Netzwerk, welches man später schneller abrufen und anwenden kann. Zudem erleichtert das themenübergreifende und vernetzte Denken das Verständnis komplexer Krankheitsbilder“, resümierte Linda-Maria Herb, Studierende des 4. Semesters Diätologie.

Herausforderung in der Implementierung

Eine besondere Herausforderung bei diesem Prüfungsformat liegt allerdings im Zeitaufwand von beiden Prüfern: anstatt parallel wie bisher jeweils vier Stunden mündlich zu prüfen, benötigten die beiden Prüfer im Tandem je acht Stunden – abgesehen vom Zeitaufwand, sich zu akkordieren und passende Fallbeispiele und Fragestellungen zu entwickeln. Um ein Engagement für dieses zeitintensivere Prüfungsformat bei nebenberuflichen LektorInnen zu fördern, müssen Überlegungen angestellt werden, wie dieser Mehraufwand künftig abgegolten werden kann.

Jetzt teilen: