Motorisches Lernen bei Kniearthrose

Übung zur Kniearthrose aus dem Projekt

Forschungsprojekt entwickelt neue Behandlungsansätze und sucht Testpersonen

Kniearthrose ist eine degenerative Erkrankung des Gelenks mit einer entzündlichen Komponente. Betroffene Personen leiden unter Schmerzen und sind in ihrem Alltag und in der Bewegung eingeschränkt.

Im Projekt „MLKOA – Motorisches Lernen bei Kniearthrose“ entwickeln die Fachhochschule St. Pölten, die Donauuniversität Krems, das Orthopädische Spital Speising und das Universitätsklinikum St. Pölten neue Therapieansätze und suchen Personen, die die Programme testen möchten.

Bewegungsverhalten langfristig verändern

Zahlreiche Untersuchungen haben bewiesen, dass bei Kniearthrose Trainingstherapien kurzfristig sehr gut Schmerzen reduzieren und die Funktion der Kniegelenke verbessern. Mittel- und langfristige Effekte der Trainings wurden bisher jedoch kaum nachgewiesen.

„Als Grund dafür wird vermutet, dass herkömmliche Maßnahmen bei den Patientinnen und Patienten das Bewegungsverhalten langfristig nicht verändern. Das ist jedoch notwendig, um dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken“, sagt Barbara Wondrasch, FH-Dozentin am Department Gesundheit der FH St. Pölten und Leiterin des Forschungsprojekts.

Um das Bewegungsverhalten von Betroffenen langfristig zu verändern bzw. den Effekt von Training darauf zu untersuchen, setzt das Projektteam auf den Ansatz des motorischen Lernens. Motorisches Lernen zielt auf das permanente Verbessern von Bewegungsabläufen ab, sodass diese ökonomisch und ohne erhöhte Gelenksbelastungen bzw. inadäquate Muskelansteuerungsmuster ablaufen können.

Partner im Forschungsprojekt sind die Donauuniversität Krems, das Orthopädische Spital Speising und das Universitätsklinikum St. Pölten.

Motorisches Lernen in der Rehabilitation

In der Rehabilitation stellt motorisches Lernen die Grundlage für das (Wieder-)Erlernen von Bewegungsabläufen nach Verletzungen des Zentralnervensystems bzw. des Bewegungsapparats dar.

Im laufenden Projekt testen die Forscherinnen und Forscher nun verschiedene Varianten für Instruktionen und Feedback beim Erlernen von Bewegungsabläufen. Zwei Gruppen von Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvieren dabei das gleiche Trainingsprogramm, das sich aber in der Art der Instruktionen und des Feedbacks unterscheidet.

Mit dem Projekt werden kurz- und mittelfristige Effekte eines Trainingsprogramms, das auf Prinzipien des motorischen Lernens beruht, jenen eines herkömmlichen Trainingsprogramms gegenübergestellt. Untersucht werden neben den Effekten des Trainings Schmerzverhalten, Kniegelenksfunktion und Biomechanik.

Testpersonen gesucht

Für das Forschungsprojekt werden Patienten und Patientinnen zwischen 45 und 60 Jahren mit leichter bis mittelschwerer Kniearthrose gesucht. Interessierte können sich bei Projektleiterin Barbara Wondrasch melden.

Dissertation und wissenschaftliche Kooperationen

An der FH St. Pölten forscht im Projekt neben Barbara Wondrasch auch Christian Endres, Junior Researcher am Institut für Gesundheitswissenschaften. Er schreibt im Rahmen des Projekts seine Dissertation im PhD-Studium „Regenerative Medizin“ an der Donau-Universität Krems.

Dadurch ergeben sich Anknüpfungspunkte zwischen dem klinisch ausgelegten Forschungsprojekt und dem grundlagenorientierten Studium der Donau-Universität, die zu weiteren Forschungsprojekten und Kooperationen zwischen der FH St. Pölten und der Donau-Universität führen sollen.

Projekt MLKOA – Motorisches Lernen bei Kniearthrose

Das Projekt wird von der NÖ Forschungs- und Bildungsges.m.b.H. (NFB) im Rahmen des Life Science Calls finanziert. Projektpartner sind die Donauuniversität Krems, das Orthopädisches Spital Speising und das Universitätsklinikum St. Pölten.

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FH-Prof. Wondrasch Barbara, PT PhD

FH-Prof. Barbara Wondrasch, PT PhD

FH-Dozentin
Department Gesundheit