„Muss ein Flughafen eine Marke sein?“

Gastreferent Ingo Hagedorn zusammen mit den Studierenden

Studierende der Media- und Kommunikationsberatung (Master) empfangen Ingo Hagedorn, Marketingleiter des blue danube airport Linz, als Gastreferenten

Flugzeuge, Piloten, Stewardessen und Aufregung – diese vier Worte werden häufig mit einem Flughafen assoziiert. Damit begann Ingo Hagedorn, Leiter des Marketings, der Presse und des Vertriebs beim blue danube airport Linz seinen Vortrag im Masterstudiengang Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. Die zentrale Frage mit der sich der Gastvortragende genauso wie die Studierenden beschäftigte war: „Muss ein Flughafen eine Marke sein?“

Man könnte meinen, dass ein Flughafen kein Marketing betreiben müsse, da dort doch nur Start und Landung geregelt werden müssen. Diesen Irrtum klärte Ingo Hagedorn rasch auf. Flughäfen sind in der heutigen Zeit mit vielen Problemen gleichzeitig konfrontiert, da sich die Luftfahrtindustrie seit acht Jahren in heftigen Turbulenzen befindet – unrentable Strecken werden nach sechs Wochen gestrichen, regionale Fluglinien sind zur Gänze verschwunden. Zusätzlich besitzt der blue danube airport Linz eine schwierige geografische Lage, denn der Zielmarkt hat mehrere Entscheidungsmöglichkeiten (unter anderem auch München oder Salzburg). Da im Markt keine Loyalität besteht, weder von Kundinnen und Kunden gegenüber spezifischen Flughäfen und Gesellschaften, noch von den einzelnen Fluggesellschaften gegenüber bestimmten Flughäfen, muss sich Linz langfristig am Markt etablieren.

Marketing-Aktivitäten des blue danube airport Linz

Um sich gut positionieren zu können, ergriff der Flughafen mehrere Maßnahmen. Da der blue danube airport Linz ein vergleichbar kleines Unternehmen ist, wurden Bündnisse initiiert, beispielsweise die ARGE Moldau-Donau, um sich einerseits gegen Konzerne behaupten zu können, aber auch, um andererseits Oberösterreich an sich für Touristen attraktiv zu gestalten. Zusätzlich wird der Flughafen als Begegnungszone präsentiert, unter anderem durch Symposien, das Ö3 Clubbing oder den Night Run. Ebenso werden stets mehrere Kanäle mit Kampagnen bespielt, wobei verschiedene Strategien verfolgt werden. Bisher wurden in Kampagnen beispielsweise die Flugzeiten von Linz nach San Francisco thematisiert oder die Vorteile des Linzer Flughafens angesprochen.

Ein Flughafen hat also kein eigenes Produkt im engeren Sinn, welches vermarktet werden muss, doch ohne Flugzeuge beziehungsweise den Airlines gibt es auch für den Flughafen kein Geschäft mehr. Somit muss sich der Linzer Flughafen selbst bewerben, wodurch sich die zentrale Frage des Vortrages beantwortet: Ja, ein Flughafen muss eine Marke sein.

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