Otfried Knoll am Podium der Bahnindustrie

Podium des Neujahrsempfangs des Verbandes der Bahnindustrie

Am 15. Februar diskutierte Otfried Knoll am Podium des Neujahrsempfangs des Verbandes der Bahnindustrie über Herausforderungen der Zukunft.

Beim heurigen Neujahrsempfang der Bahnindustrie wurde von Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, Thomas Karl, Präsident des Verbandes der Bahnindustrie, und Christian Helmenstein, Leiter des Economica Instituts, eine Studie präsentiert, die die Bedeutung der Bahnindustrie für die heimische Wirtschaft darstellt.

Diskussion über die Herausforderungen der Bahnindustrie

Am hochkarätig besetzten Podium des Neujahrsempfangs diskutierten im Anschluss Günter Steinbauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wiener Linien, Thomas Karl, Präsident Verband der Bahnindustrie, Claus Doll, Leiter Geschäftsfeld Mobilität am Fraunhofer- Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, Mark Topal-Gökceli, Leiter Systemtechnik und Konzernproduktion ÖBB-Holding AG, und Otfried Knoll, Leiter des Departements Bahntechnologie und Mobilität, FH St. Pölten, über die Herausforderungen der Zukunft für den Wirtschaftszweig Bahnindustrie.

Ottfried Knoll ging besonders auf die Rolle der praxisorientierten Ausbildung einer neuen Generation von IngenieurInnen ein, die eine hohe Internationalisierungsbereitschaft zeigen müssen. Die KundInnenbedürfnisse bei allen Technologien in den Mittelpunkt zu rücken und ein gegenseitiges Verständnis für in- und ausländische Bahnen, für Nahverkehr in Städten und Heavy-Haul-Konzepte auf internationalen Korridoren zu schaffen, ist Ziel der Bahntechnologie-Ausbildung in den Studiengängen an der FH St. Pölten. Ein wesentlicher Bestandteil hierzu sind die gelebten Partnerschaften mit Bahnunternehmen, Behörden und Bahnindustrie. Otfried Knoll schloss, mit viel Applaus bedacht: „Bahningenieure sind keine Öko-Schlapfen-Träger, sondern Know-how-Träger. Sie bauen die Verkehrswege der Zukunft und die Fahrzeuge für klimaschonenden Transport.“

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die österreichische Bahnindustrie hat eine beachtliche volkswirtschaftliche Bedeutung: Die Multiplikator-Effekte miteinberechnet, trägt sie 2,1 Milliarden Euro zur heimischen Wertschöpfung bei und sichert über 20.300 Arbeitsplätze in Österreich. Eine Exportquote von 70 Prozent zeigt, dass sich die österreichischen Betriebe auch international behaupten. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei ihre Innovationskraft: Mit 41 Patenten pro einer Million Einwohner liegt die Branche weltweit auf Platz eins. Die heimische Bahnindustrie weist sehr hohe Wertschöpfungs- und Beschäftigungsmultiplikatoren auf. Bei einem Umsatz von 3,1 Milliarden Euro beträgt der Wertschöpfungsbeitrag inklusive der multiplikativen Effekte 2,1 Milliarden oder einen Anteil an der Bruttowertschöpfung von 0,7 Prozent. Jeder 142. in Österreich erwirtschaftete Euro ist somit unmittelbar oder mittelbar auf die österreichische Bahnindustrie zurückzuführen.

Impulsgeber für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung

„Wir exportieren mehr als zwei Drittel unserer Produkte weltweit. Unsere wichtigsten Exportländer sind Deutschland, gefolgt von der Schweiz, Japan und Großbritannien. Im Jahr 2015 wurden nur im Bereich Schienenfahrzeuge und zugehörige Ausrüstungen im Wert von 1,27 Milliarden Euro exportiert, während die Importe bei 0,61 Milliarden Euro lagen. Gleichzeitig schaffen wir hohe Wertschöpfung in Österreich“, erklärte Thomas Karl. Die heimische Bahnindustrie ist Impulsgeber für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in Österreich. In der aktuellen Studie konnten erstmals ergänzend zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung mit dem Satellitenkonto die hohe Verknüpfung mit anderen Branchen sowie direkte und multiplikative Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte dargestellt werden. Die Bahnindustrie weist einen Wertschöpfungsmultiplikator von 1,52 und einen Beschäftigungsmultiplikator von 2,26 aus. „Diese starken Vorleistungsverflechtungen mit heimischen Zulieferbetrieben bedeuten, dass mit jedem in der Bahnindustrie erwirtschafteten Euro weitere 0,52 Euro in anderen Sektoren in Österreich an Wertschöpfung ausgelöst werden. Für die Beschäftigung bedeutet es, dass jeder Arbeitsplatz in der Bahnindustrie 1,26 weitere Arbeitsplätze in österreichischen Unternehmen sichert. So werden aus 9.000 direkten Beschäftigten rund 20.300 Beschäftigte im Umfeld der Bahnindustrie“,  so Christian Helmenstein, Leiter des Economica Instituts.

Österreich ist Patenterfinder-Weltmeister bei der Bahn

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der österreichischen Bahnindustrie ist ihre Innovationskraft. „Österreich ist Patenterfinder-Weltmeister bei der Bahn. Die öffentliche Hand leistet hier Schützenhilfe: Wir fördern Forschung und Entwicklung von neuer Bahn-Technologie mit rund zehn Millionen Euro im Jahr, wie etwa eine Elektrolok mit Wasserstoffantrieb. Wir bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Sicherheitstechnologie unter realen Bedingungen zu testen, beispielsweise im neuen Bahntunnel im Zentrum am Berg“, so Infrastrukturminister Jörg Leichtfried.

Österreich belegt in der internationalen Patentstatistik im Bereich Bahn und Schiene mit 41 Patenten pro eine Million EinwohnerInnen den Platz eins. Die Forschungs- und Entwicklungsquote umsatzbezogen beträgt rund 6 Prozent. „Zahlreiche Unternehmen der österreichischen Bahnindustrie haben ihre weltweit agierenden Kompetenzzentren in Österreich. Die hohe Forschungsquote von 6 Prozent im Zusammenspiel mit Produktion in Österreich ist unser Erfolgsrezept. Die Feedbackschleife F&E, Produktion und Markt ermöglicht es, rasch auf Marktbedürfnisse zu reagieren und Know-how sowohl aus der Forschung als auch Produktion zu verbinden“, erklärt Thomas Karl. Die Innovationskraft zeigt sich insbesondere in den Bereichen von Schienen, Weichen, Bahnbaumaschinen, elektrischen Antrieben, Fahrwerken und Drehgestellen, Reisezugwagen, U-Bahn-, Stadtbahn- und Straßenbahnzügen sowie bei Sicherungs-, Leit- und Kommunikationssystemen.

Herausforderungen der Zukunft: Internationaler Wettbewerb und Digitalisierung

Für die in Österreich aktiven Bahnindustrieunternehmen sind faire und nicht diskriminierende Rahmenbedingungen für internationale Handelsbeziehungen eine ganz wesentliche Voraussetzung für ihren wirtschaftlichen Erfolg. Das Europäische Parlament hat diesbezüglich im Mai 2016 mit überwältigender Mehrheit eine Resolution über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnindustrie angenommen. „Konkret wird die Europäische Kommission aufgefordert, eine kohärente EU-Handelsstrategie zu entwickeln, durch die die Einhaltung des Grundsatzes der Gegenseitigkeit, insbesondere in Bezug auf Japan, China und die USA, erfüllt wird. Das Lösen von Wettbewerbsverzerrungen ist für den Erfolg unserer internationalen Handelsbeziehungen sehr wichtig“, erklärt Thomas Karl.

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FH-Prof. Dipl.-Ing. Knoll Otfried, EURAIL-Ing.

FH-Prof. Dipl.-Ing. Otfried Knoll, EURAIL-Ing.

Departmentleiter
Studiengangsleiter Bahntechnologie und Management von Bahnsystemen (MA)
Studiengangsleiter Bahntechnologie und Mobilität (BA)
Lehrgangsleiter PT Domain Excellence Programm
Standortkoordinator Lehrgang Europäische Bahnsysteme (MA)
Department Bahntechnologie und Mobilität