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Otfried Knoll bei Eröffnung der Traunseetram

In Gmunden wurde die Traunseetram, ein Leuchtturmprojekt der Elektromobilität, eröffnet. Dahinter stecken 30 Jahre ununterbrochenes Engagement.

Als maßgeblicher Wegbereiter dieses Großprojektes konnte Otfried Knoll, Leiter des Departments Bahntechnologie und Mobilität der FH St. Pölten, am 1. September 2018 gemeinsam mit hochkarätiger Prominenz aus Politik und Verkehrswesen die  Traunseetram feierlich eröffnen: Landeshauptmann Thomas Stelzer, der Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner, der Geschäftsführer von Stern & Hafferl Günter Neumann und BMVIT-Sektionschef und FH-Lektor Gerhard Gürtlich (in Vertretung von Bundesminister Norbert Hofer) nahmen die Eröffnungszeremonie zusammen mit Otfried Knoll in seiner Funktion als Obmann des Vereines Pro Gmundner Straßenbahn vor.

Als Auftakt fand auch die 7. Regionalbahntagung in Gmunden statt, vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gemeinsam mit dem Klimabündnis Österreich veranstaltet. Mobilitätsexperten aus dem In- und Ausland diskutierten über die Zukunft der Regionalbahnen und deren Benefit für Gemeinden, Regionen, Tourismus und Unternehmen.

Otfried Knoll war vom Veranstalter um die Keynote mit dem Titel „Eigeninitiative schreibt Geschichte“ gebeten worden. Beginnend mit der Einstellungsdebatte der Straßenbahn Gmunden im Jahr 1988 spannte er dabei den Bogen über die 30-jährige Entstehungsgeschichte des Projektes Traunseetram.

Projekt Traunseetram

Die Traunseetram verbindet die bisher getrennt verlaufenden Strecken der Gmundner Straßenbahn vom ÖBB-Bahnhof Gmunden zum Franz-Josef-Platz mit der Lokalbahn Gmunden – Vorchdorf. Dafür wurde die fehlende Gleisverbindung durch das Zentrum von Gmunden hergestellt, die gesamte darunter liegenden Infrastruktur erneuert, die Traunbrücke neu gebaut, Plätze und Haltestellen neu gestaltet und die bestehenden Strecken behindertengerecht adaptiert.

Das Projektvolumen betrug rund 30 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden für die nunmehr 18 Kilometer lange Strecke acht neue Niederflur-Triebwagen des Typs Tramlink von Stadler/Vossloh beschafft, die vier mal pro Stunde das Stadtgebiet von Gmunden bedienen und halbstündlich bis spätabends nach Vorchdorf fahren. Auch eine hochmoderne Fahrzeugwartungshalle mit Werkstätte wurde neu gebaut.

An der Traunseetram entstehen zur Zeit rund um die Haltestellen neue Siedlungsgebiete für Familien, sodass vor allem die jüngere Generation ideale Mobilitätsbedingungen für Fahrten in die Bezirkshauptstadt und weiter vorfindet. Denn die Traunseetram hat an ihren beiden Endpunkten Gmunden und Vorchdorf Anschluss zu den ÖBB-Zügen und jenen von Stern & Hafferl zur Westbahnstrecke.

30 Jahre Einsatz

Otfried Knoll hat sich seit 1988 als Betriebsleiter des privaten Verkehrsunternehmens Stern & Hafferl und seit 1995 in seiner Funktion als Obmann des Vereines Pro Gmundner Straßenbahn unbezahlt und ehrenamtlich für die Erhaltung der Gmundner Straßenbahn und für die Realisierung dieses Bahn-Ausbauprojekts engagiert.

Neben Überzeugungsarbeit bei lokalen, regionalen und bundespolitischen EntscheidungsträgerInnen hat der Verein Pro Gmundner Straßenbahn auch materielle und finanzielle Unterstützung für zahlreiche Projekte geleistet. Z. B. wurde zugunsten der Stadt Gmunden die „Abzweigweiche in die Zukunft“ am Beginn der Neubaustrecke durch die Innenstadt mit einem sechsstelligen Eurobetrag zur Gänze finanziert.

Neben der drei Jahrzehnte dauernden ehrenamtlichen Tätigkeit war Otfried Knoll von 2006 bis 2008 von der Stadt Gmunden und dem Land Oberösterreich als Projektkoordinator für die Ausarbeitung des Neubauprojektes bestellt. 2014/15 hat Otfried Knoll auch ein Projektteam des European Project Semesters der FH St. Pölten bei der Erstellung von Visualisierungen der neuen Stadtdurchquerung betreut.

Europäisches Leuchtturmprojekt

Übereinstimmend wird die neue Bahn als europäisches Leuchtturmprojekt bezeichnet, das in Zeiten des Klimawandels und der Renaissance der Bahn große internationale Aufmerksamkeit erweckt.

„30 Jahre ehrenamtlicher Arbeit haben sich gelohnt“, sagt Otfried Knoll: „Aus dem kleinsten Straßenbahnbetrieb der Welt ist der wahrscheinlich interessanteste Europas geworden. Mit der Überzeugung „Geht nicht gibt’s nicht“ wurde die Vision von der Traunseetram Realität – auch dank vieler Mitstreiter. Solche braucht die Region auch in Zukunft: Vielleicht führt die Tram dereinst nach Altmünster und Laakirchen … Sag niemals nie! Diese Haltung auch meinen Studenten und Studentinnen zu vermitteln, geht nun am Beispiel Gmunden sehr anschaulich. Und es ist ein echter Mehrwert für eine Stadt, wenn sie von der Wissenschaft als Best-Practice-Beispiel genannt wird!“

Für sein langjähriges Engagement wurde Otfried Knoll am 31. Jänner 2018 das Silberne Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich von Landeshauptmann Thomas Stelzer überreicht.

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FH-Prof. Dipl.-Ing. Knoll Otfried, EURAIL-Ing.

FH-Prof. Dipl.-Ing. Otfried Knoll, EURAIL-Ing.

Departmentleiter Studiengangsleiter Bahntechnologie und Management von Bahnsystemen (MA) Studiengangsleiter Bahntechnologie und Mobilität (BA) Lehrgangsleiter PT Domain Excellence Programm Standortkoordinator Lehrgang Europäische Bahnsysteme (MA) Department Bahntechnologie und Mobilität