Pflegewissen entwickeln

Die FH St. Pölten war durch Manuel Schwanda mit einzigem Posterbeitrag aus dem deutschsprachigen Raum bei der NANDA-I-Konferenz in Mexiko vertreten.

Vom 19. bis 21. Mai 2016 fand in Cancún/Mexiko die NANDA-I-Konferenz zum Thema „Changing Perspectives on International Nursing Knowledge“ statt, an welcher Manuel Schwanda, BSc, MScN - FH-Dozent im Bachelor Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege an der FH St. Pölten und Mitglied im Expert Clinical Advisory Panel der NANDA-I - mit einer Posterpräsentation zum Thema „Risk for perioperative hypothermia - developing a new NANDA-I nursing diagnosis“ vertreten war.

Internationaler Austausch für Weiterentwicklung in der Lehre

Insgesamt wurden über 300 Abstracts durch ein Board of Reviewer begutachtet, von welchen schlussendlich 119 Poster und 20 Paper präsentiert wurden, betonte Dr. Jane Brokel (Präsidentin der NANDA-I) in der Eröffnungsrede zur Konferenz. Überdies wurden Workshops zu den Themen „Nursing Diagnosis: Basic- und Masterclass“ sowie „Teaching Nursing Diagnosis“ angeboten, an welchen Manuel Schwanda teilnehmen und so zukunftsweisende Inputs für die Lehre im Bereich Pflegediagnostik und klinische Fallstudien an der FH St. Pölten erfahren durfte. Viele der Vorträge waren empirische Arbeiten und handelten methodisch von Begriffsanalysen sowie Begriffsklarifikationen, Inhaltsvalidierungen und klinischen Validierungsstudien zu bereits bestehenden aber auch neu entwickelten Pflegediagnosen, welche das Evidenzniveau im Bereich Pflegediagnoseentwicklung sowie die wissenschaftliche Relevanz in diesem Zusammenhang erhöhen. Einerseits gaben die Posterpräsentationen und Vorträge einen sehr guten Überblick über die Vielzahl an möglichen Forschungsdesigns im Zusammenhang mit Pflegediagnosen, andererseits bestand in der Session „Meet the Experts“ die Gelegenheit sich individuell zu sehr konkreten Forschungsvorhaben auszutauschen.

Zukünftige Entwicklungen in der Pflege

Manuela Schwanda nutzte auch hier die Gelegenheit einer Individualberatung und besprach mit Frau Dr. Shigemi Kamitsuru eine künftige Strategie zur Weiterentwicklung der Pflegediagnose „Risk for perioperative hypothermia“. Darüber hinaus wurde in weiteren Sessions die künftige Struktur der NANDA-I-Taxonomie aber auch die künftige NANDA-I-Verwaltungsstruktur diskutiert. In diesem Zusammenhang wurde verlautbart, dass im kommenden Jahr eine Anbindung der Pflegediagnosevereinigung an eine amerikanische Universität mit weltweiten Länderkooperationen geplant ist, welche eine zukunftsweisende Richtung zur Sicherung der Pflegediagnoseentwicklung darstellt.

Persönliche Eindrücke vom umfangreichen Rahmenprogramm

Abgerundet und kulinarisch umrahmt wurde die sehr gut geplante und gelungene Konferenz mit einem Galadinner, einer Auktion zu Gunsten der NANDA-I-Stiftung zur Sicherung der Forschungsförderung im Bereich Pflegediagnoseentwicklung, der Präsentation der NANDA-I-Awards sowie jener der NANDA-I-Fellows, zu welchen nun auch Frau Prof. Dr. Maria Müller Staub (Mitautorin im Posterbeitrag) sowie Frau Dr. Miriam de Abreu Almeida (Mitglied im Diagnoseentwicklungskomitee der NANDA-I und zuständige Reviewerin für die Pflegediagnose „Risk for perioperative hypothermia“) zählen. Der sicherlich schönste Moment der gesamten Konferenz aus Schwandas Sicht war die Präsentation des Videos zu Ehren der im letzten Jahr verstorbenen Begründerin der Pflegediagnostik Dr. Marjory Gordon (US-amerikanische Pflegewissenschafterin und -theoretikerin, emeritierte Professorin des Boston College Massachusetts und erste Präsidentin von NANDA-I) mit dem Titel „Gordons 11 Patterns of Love“, einer sehr gelungenen Hommage an das von ihr entwickelte Assessment der 11 Functional Health Patterns, mit vielen bewegenden Eindrücken aus ihrem privaten und beruflichen Leben. Dr. Gordons Lebenswerk, für welches sie 2009 von der American Academy of Nursing mit dem Titel „Living Legend“ ausgezeichnet wurde, ist auch für die FH St. Pölten von großer Bedeutung, da das Curriculum des Bachelorstudienganges Gesundheits- und Krankenpflege in einigen Modulen an die Functional Health Patterns angelehnt ist.

Dankesworte von Manuel Schwanda

Ich möchte mich bei der FH Pölten, insbesondere bei der Studiengangsleitung des Bachelor Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege, Mag. Petra Ganaus, MSc sowie bei Petra Kozisnik, BSc (stellvertretende Studiengangsleitung, FH-Dozentin und Mitglied in der Konsensgruppe zum Validierungsprozess der deutschsprachigen Ausgabe NANDA-I Pflegediagnosen: Definitionen und Klassifikation), für die Ermöglichung dieser Konferenzteilnahme bedanken.

Darüber hinaus gilt ebenso meinen beiden Mitautorinnen Frau Prof. (FH) emer. Mag. phil. Marianne Kriegl und Frau Prof. Dr. Maria Müller Staub für die mittlerweile langjährige Zusammenarbeit und Publikationstätigkeit zu diesem Thema ein herzliches Dankeschön.

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