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Porträt FH-Absolventin Jennifer Zamarin in der NÖN

Die Absolventin des Bachelor Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege Jennifer Zamarin stellt sich und ihre Arbeit beim Hilfswerk in der NÖN vor

Porträt FH-Absolventin Jennifer Zamarin in der NÖN
Jennifer Zamarin
Copyright: Hilfswerk NÖ / Michaela Aichinger

Profis am (Hilfs-)Werk

Jennifer Zamarin ist Hauskrankenpflegerin und Absolventin des FH-Bachelor Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege. Als Primary Nurse ist sie im Hilfswerk NÖ für Waidhofen zuständig und stellt sich und ihre Arbeit in den Niederösterreichischen Nachrichten vor. Über ihre Ausbildungswahl sagt sie: „Es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.“

„Die Pflege ist nicht das, was man sich oft darunter vorstellt“

Gewachsen ist die Begeisterung für den neuen Beruf bereits während des Bachelorstudiums Gesundheits- und Krankenpflege in St. Pölten. Beim Schnuppern im Altersheim Waidhofen war es dann besonders die Arbeitsweise einer anderen Pflegerin, die sie beeindruckte und zur Hauskrankenpflege führte.

Ein besonderes Anliegen ist ihr die Korrektur des häufig falschen Bildes ihres Berufes. „In den Medien wird die Pflege oft sehr negativ dargestellt – stressig, körperlich anstrengend, schlecht bezahlt.“ Aber: „Die Pflege ist nicht das, was man sich oft darunter vorstellt“, sagt Zamarin. Wie viel Zeit sie für einen Patienten hat, könne sie großteils selbst bestimmen. Die Bezahlung sei, verglichen mit ihren früheren Verdiensten, gut.

In der Hauskrankenpflege werden Patienten langfristiger und familienzentriert betreut, was ein ganz anderes Arbeiten als etwa in einem Spital ermögliche, sagt Zamarin: „Ich bin sehr flexibel in der Art, wie ich arbeiten will. Mir gefällt es, dass ich hier das ganze Spektrum dessen umsetzen kann, was ich in der Ausbildung gelernt habe – fachlich, methodisch, sozial-kommunikativ.“

Immer am neuesten Stand der Forschung

Jennifer Zamarin betont auch besonders die wissenschaftliche Komponente: „Ich informiere mich immer, was Stand der Forschung ist. Nach dem Motto ,Das haben wir immer schon so gemacht‘ zu arbeiten – das ist nichts für mich.“

Probleme, nach Arbeitsende nicht „abschalten“ zu können, hat sie keine. In der Ausbildung lerne man, mit Stress umzugehen, sich von Stresssituationen zu distanzieren, wie Jennifer Zamarin erklärt: „Ich bin Professionistin. Ich sehe die Themen der Kunden, aber ich kann persönlich dazu Abstand halten. Man muss die gelernten Skills nur richtig anwenden. Wenn ich daheim bin, denke ich nicht über die Arbeit nach, da habe ich Freizeit.“

Am Pflegeberuf Interessierten empfiehlt Jennifer Zamarin, in die Arbeit hineinzuschnuppern und sich selbst ein Bild zu machen. „Man kann einfach einmal bei der Hauskrankenpflege mitfahren – bei mir zum Beispiel.“ Dabei könne man sich den Berufsalltag ansehen – und eventuelle negative Vorstellungen hinter sich lassen.

„Es gibt in jedem Beruf schwierige Aspekte. Man muss lernen, den Fokus auf das Schöne, das Positive zu legen. Wenn man den Raum betritt und die Kundin lacht einen an statt traurig zu Boden zu schauen, wenn chronische Wunden besser werden, wenn man älteren Menschen helfen kann, wieder soziale Kontakte zu knüpfen – das sind die schönen Momente.“ Und diese Erinnerungen nimmt man dann vielleicht doch gerne nach Dienstschluss mit nach Hause.