Prähistorische Funde in 3D oder wie geht Radio?

FH Rektor FH-Prof. Dipl.-Ing. Hannes Raffaseder

Einklinken in die Welt des Wissens. Die Fachhochschule St. Pölten öffnet am 4. April 2014 Tür und Tor und lädt zur Langen Nacht der Forschung.

Wissenschaft oder Forschung gelten im allgemeinen Verständnis als schwierig, kompliziert und werden hauptsächlich elitären Kreisen zugeschrieben. Der Rektor der Fachhochschule St. Pölten, Hannes Raffaseder, erklärt im Gespräch mit Anna Michalski vom campus & cityradio CR94.4, warum Forschung schon lange nicht mehr im Elfenbeinturm versteckt ist und dass es das aktive Zutun der Bevölkerung braucht.

AM: Hochschulen sind oft als Horte des Wissens gehandelt worden. Wie erreicht die Fachhochschule das Interesse der breiten Bevölkerung?

HR: Forschung ist Teil der Qualitätssicherung, nur so können wir am aktuellen Stand des Wissens bleiben und praxiskonform ausbilden. Früher war die Wissenschaft irgendwo im Elfenbeinturm versteckt. Heute müssen wir in unserer digitalen Welt radikal umdenken; es braucht eine offene Hochschule. Da gehört es dazu, Ergebnisse der Forschung öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, mit der Bevölkerung zu diskutieren und im dritten Schritt auch Vorschläge von außen reinzuholen, was die Gesellschaft braucht. Wir wollen forschen, um im Idealfall für die Gesellschaft ein besseres Leben zu ermöglichen und nicht um der Wissenschaft willen.

AM: Was ist Ihr Lieblingsbeispiel? Wo und wie hat Wissenschaftsvermittlung von Seiten der FH bisher gut funktioniert?

Alles mit Interaktion funktioniert gut. Das EU-Projekt Pitoti beispielsweise beleuchtet prähistorische Geschichte und komplizierte medientechnologische Zusammenhänge. Unser Pitoti-Multitouchtable wurde mehrfach ausgezeichnet. Archäologie und Technologie bedingen in diesem Zusammenhang gelungene Interaktion.

AM: Welche Zielsetzung in der Wissenschaftsvermittlung haben Sie?

Wir versuchen zum Beispiel mit der SeniorInnen-, und der Sommeruni für Kinder spezielle Bevölkerungsgruppen anzusprechen. Und es gibt  Veranstaltungen, die die breite Öffentlichkeit ansprechen, die Action bieten, wie die Researchers Night 2011 und 2013 und wie auch die Lange Nacht der Forschung. Es geht darum, komplexe Sachverhalte so aufzubereiten, dass sie verstanden werden. Und es geht auch darum ein Tor zu öffnen, um tiefer in die Materie einzusteigen, wenn das jemand wünscht.

AM: Was ist Ihr Forschungsgebiet?

Die Wissenschaftskommunikation wurde in den letzten Jahren bei mir immer wichtiger, mein eigenes zentrales Forschungsgebiet sind Schnittstellen von akustischen Medien - deshalb fühle ich mich im Radio immer sehr wohl - dem akustischen Medium im technischen Bereich und den diversen künstlerischen Fragen. Die Wirkung von Medien von Musik, von Klängen, von Geräuschen, das Gestalten mit technischen Möglichkeiten aber auch im Konzeptionellen. Begeisterung und Neugierde sind meine Triebfeder. Ich bin nach wie vor gespannt, wo mich das Leben noch hintreibt.

AM: Kleiner Ausblick auf die Lange Nacht der Forschung. Warum sollte ich, die/der mit der FH nichts zu tun hat, da vorbeischauen?

Wir schaffen einen Spielplatz für diverse Wissenschaftsaktivitäten. Jung und Alt, alle sind herzlich willkommen! Es gibt jede Menge von Aktivitäten und die Möglichkeit in persönlichen Kontakt mit den ForscherInnen zu treten. Wer wissen möchte, wie eine Radiosendung entsteht, ist an diesem Tag richtig. Aber es soll nicht nur Einbahnstraße sein, auch Vorschläge, worüber geforscht werden soll können deponiert werden.

FH-Splitter zur Wissenschaftsvermittlung:

 

Lange Nacht der Forschung

 

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