St. Poelten University of Applied Sciences

„Relationship Management in a Personal Business“

Christoph Musik

Christoph Musik hält Vortrag auf der „13th Conference of the European Sociological Association“ in Athen

Ende August präsentierte Christoph Musik, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medienwirtschaft der Fachhochschule St. Pölten, auf der in Athen stattfindenden internationalen ESA-Konferenz mit dem Motto „(Un)Making Europe: Capitalism, Solidarities, Subjectivities“ aktuelle Forschungsergebnisse.

Der Vortrag von Christoph Musik fand im Rahmen des Forschungsnetzwerkes Wirtschaftssoziologie in der Session „Status and Coordination on Markets“ statt und beschäftigte sich mit Praktiken des Relationship Management in dem „Personal Business“ der TV-Industrie. Content Messen und Märkte wie etwa die MIPCOM in Cannes fungieren dabei als zentrale Koordinatoren grenzüberschreitender Intermediärnetzwerke in der TV-Industrie.

Content Messen als „Face-to-Face Märkte“

Im Zentrum der zugrundeliegenden Forschung stand die Frage, welche Rolle Handelsmessen und -märkte in der gegenwärtigen transnationalen TV-Unterhaltungsindustrie spielen. Im Zuge dessen wurden auch die Praktiken von Marktteilnehmerinnen und –teilnehmer bei jährlich stattfindenden Messen ergründet.

Es zeigte sich, dass aktives Relationship Management und Netzwerken, also insbesondere die Beziehungspflege von bestehenden Kontakten, aber auch der Aufbau von neuen Kontakten die Hauptaktivitäten auf internationalen Handelsmessen sind. Persönliche Ko-Präsenz und Face-to-Face Interaktionen und Erlebnisse werden als entscheidende Erfolgsfaktoren für zukünftiges Handeln gesehen. Die Forschung auf den Messen offenbarte, dass die kollektive Identität eines „Personal Business“ sehr stark in die kulturelle Basis der Industrie eingeschrieben ist. Dies betont die herausragende Bedeutung von langfristigen und vor allem vertrauenswürdigen Face-to-Face Beziehungen in der Branche als Grundlage für wirtschaftliches Handeln.

Hintergrund: Ethnographische Feldforschung im Projekt „Trading Cultures“

Die von Christoph Musik in Athen präsentierten Ergebnisse resultierten aus dem vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt „Trading Cultures“. Als Forschungsinstrumente kamen ethnographische Feldarbeit auf der MIPCOM in Cannes und dem European Film Market (EFM) in Berlin, eine Analyse von Messe Artefakten (wie z. B. Messe-News oder Social Media Beiträge)  und qualitative halb-strukturierte Interviews mit österreichischen Marktteilnehmerinnen und -teilnehmern zum Einsatz. Das Projekt „Trading Cultures“ beschäftigt sich darüber hinaus auch in vergleichender Weise mit der Musik- und der Buchbranche.   

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