Geschlecht als Paradigma für Ungleichheit

Tom Schmid, Birgit Sauer, Johannes Pflegerl und Christine Haselbacher

Birgit Sauer sprach in einer Arlt Lecture über die Rolle von Geschlechtern in der Politik rechter Gruppierungen

Im Rahmen einer Open Lecture des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung sprach Birgit Sauer am 11. März 2019 zum Thema "Rechtsruck in Österreich. Eine Geschlechterperspektive". Ausgehend von einer Analyse gegenwärtiger österreichischer Politik diskutierte Sauer die Frage, warum das sich das Thema Geschlecht so gut für die Mobilisierung rechter Gruppierungen eignete. "Geschlecht ist an Alltagsdiskurse und -erfahrungen anschließbar", so Sauer. "Es dient außerdem als Paradigma für die generelle Ungleichheit von Menschen. Männliche Identitätspolitik ist dabei ein mobilisierendes Moment."

"Wir gegen die Elite"

Rechten Bewegungen gelinge so eine Mobilisierung gegen die "Elite". Ziel sei die Wiederherstellung traditioneller Geschlechterverhältnisse und die Mobilisierung gegen Migration.

"Es geht um mehr als Kritik von Gleichstellungspolitik oder 'Gender'", so Sauer abschließend. "Mit dem Thema Gender können viele Themen aufgerufen werden." Sauer appellierte daher für ein "gemeinsames Handeln gleichstellungsorientierter Kräfte".

Zu Ende gedacht

Birgit Sauer ist Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Wien und lehrt im Bachelor Studiengang Soziale Arbeit an der FH St. Pölten. Grundlage des Vortrags war ein gleichnamiger Beitrag im Band "Zu Ende gedacht" herausgegeben von Tom Schmid und Nikolaus Dimmel.

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