Schulworkshops zu Brückenbau mit HTL und BHAS

Projekt „Brücken bauen – Verbindungen schaffen“ (Bridging gaps) geht in die Schulen – SchülerInnen erforschen Brückenbau und entwickeln App

Im Rahmen des FFG-Projekts „Brücken bauen – Verbindungen schaffen“ (Bridging gaps) haben zwei Schul-Workshops stattgefunden: am 30. Oktober mit der 5. Klasse der HTL Krems/Department Tiefbau und am 9. November mit der 1. Klasse der BHAS St. Pölten.

Der Workshop an der HTL Krems vermittelte einerseits Grundlagen über die Brückenplanung sowie die deren Lebenszyklusbetrachtung und setzte vor allem einen Schwerpunkt auf die Entwicklung einer Applikation mit einem interaktiven Interface für die kontextuale Messwerterfassung bei der Brückeninspektion. Durchgeführt wurde der Workshop von Hirut Grossberger sowie Kerstin Blumenstein und Iosif Miclaus vom Departement Medien & Digitale Technologien.

Die HTL-SchülerInnen haben innovative Ideen für die inhaltlichen Anforderungen und die Gestaltung der App eingebracht, auf die die ForscherInnen der FH St. Pölten bei der Umsetzung der App aufbauen können. „Das Projekt hat darüber hinaus bei den SchülerInnen das Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten geweckt“, freut sich Hirut Grossberger. Zwei Schüler sind im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten noch intensiver am Projekt beteiligt.

Als nächster Schritt wird am 11. Dezember mit den SchülerInnen eine Exkursion zu einer Stahlbetonbrücke in Krems unternommen und eine Brückeninspektion mittels traditionellen Inspektionsmethoden (digitale Bildaufnahme mit Kamera, händischer Dateneintragung und -bearbeitung) durchgeführt. Die festgestellten Brückenschäden werden im Anschluss mit der neu entwickelten Technologie erfasst. Die Ergebnisse können somit direkt mit der konventionellen Methode verglichen werden.

Workshop in der FH St. Pölten

Der Workshop mit den SchülerInnen der BHAS St. Pölten fand in der FH St. Pölten statt und wurde von Hirut Grossberger und Iosif Miclaus betreut. Bei diesem Workshop mit wirtschaftlichem Schwerpunkt wurden allgemeine Anforderungen in der Brückenplanung und technische Fakten über Lebenszyklusbetrachtung von Brücken erarbeitet. Dass bei der Entscheidung für Brückentypen die Lebenszykluskosten mit einbezogen werden müssen, wurde mit Beispielen verdeutlicht. Mit den SchülerInnen wurde über die lange Lebensdauer einer Brücke (80 – 100 Jahre) und die erforderlichen verschiedenen Instandhaltungsabreiten und deren Wirkung auf die Lebenszykluskosten diskutiert.

Die SchülerInnen hatten die Möglichkeit, Lebenszykluskostenberechnungen von Brücken mit einem Computerprogramm (LZKB) durchzuführen, wobei die Nutzung des Programms und die Erklärung von einzelnen Kostenfaktoren dem Alter und dem Bildungsniveau der SchülerInnen angepasst wurden.

Zusätzlich zur Anwendung des Lebenszyklusberechnungsprogramms haben die SchülerInnen alle anfallenden Lebenszykluskosten in verschiedenen Phasen der Brückenlebensdauer (z. B. Beschaffung von Rohmaterialien, Realisierung/Umsetzung/Nutzung sowie am Ende der Lebensdauer) auch selbst erarbeitet. Diese Reflexionen wurden mittels der Applikation – Mobilot (mobile Informationssysteme für unterwegs) aktiv eingetragen, um für die SchülerInnen das Wesen der zu entwickelnden App begreifbar zu machen.

Im Jänner 2016 ist eine Exkursion zu einer Brücke in St. Pölten geplant, bei der die Herstellung, die technischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge, Lebenszyklusbetrachtung von der Planung bis zum Abbruch, mögliche Brückenschäden und notwendige Instandhaltungsmaßnahmen anschaulich erörtert werden.

Forschungsprojekt "Bridging gaps"

Im Projekt „Brücken bauen – Verbindungen schaffen“ (Bridging gaps) wird anhand von technischen Fakten und Analysen zum Brückenbau und zum Lebenszyklus einer Brücke (Vor-)Schulkindern gemäß ihrer jeweiligen Bildungsstufe die Funktion einer realen Brücke sowie deren Planung, Kostenrechnung und Instandhaltung dargelegt. Gleichzeitig bietet dies die Möglichkeit, die symbolische Bedeutung einer Überbrückung von sozialen Differenzen wie z. B. Bildungs- bzw. Herkunftsniveaus zu thematisieren und mit den (Vor-)Schulkindern zu reflektieren, wie solche „social gaps“ überbrückt und konstruktiv bearbeitet werden können.

Das Projekt-Team der FH St. Pölten besteht aus dem Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung (Projektleitung), dem Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung und dem Institut für Creative\Media/Technologies.

Im Projekt soll einerseits eine Applikation für eine „integrierte Brückeninspektion“ entwickelt und erprobt werden, mit der bei einer regulären oder spezialisierten Brückeninspektion mittels Tablet oder Smartphone die Aufnahme der schadhaften Stellen, die Übermittlung dieser Daten an eine zentrale Stelle und die Datenanalyse (Zustandsbewertung, Vorhersagemodell, Maßnahmen für die Instandhaltung) durchgeführt werden kann. Andererseits sollen mittels einer kultur- und gendersensiblen Didaktik mit Orientierung an einer „inklusiven Pädagogik“ die Herausforderungen bei einer „sozialen Überbrückung“ erkannt und die Möglichkeiten für eine verbesserte soziale Inklusion in den jeweiligen Gruppen aufzeigt werden.

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