Asset Tracking ohne Privacy-Bedenken einsetzen

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Tracking-Systeme gehören zur gängigen Praxis. Das FH-Projekt "SensiTrack" entwickelt nun Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre von MitarbeiterInnen

Mit Mitte November 2019 startete das Forschungsprojekt SensiTrack – Tracking vs Privacy in der Arbeitswelt 4.0, das sich mit dem Thema Asset Tracking und Datenschutz beschäftigt.

Die Forschungsgruppe Digital Technologies entwickelt in Kooperation mit dem Institut für Managementwissenschaften der TU Wien und der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) sowie mit Fördermitteln der AK Niederösterreich Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und zum Schutz von privaten, hochsensiblen Daten der MitarbeiterInnen in der Industrie 4.0.

Der Einsatz von Tracking-Technologien mit all seinen Vorteilen auf der einen Seite und das Einhalten von Datenschutzrichtlinien auf der anderen Seite sollen kein Widerspruch sein. Gerade an gefährlichen Arbeitsplätzen sind Trackingsysteme für die Arbeitssicherheit unabdingbar. Hier Lösungen für die Datensicherheit zu finden, ist das Ziel.

Arbeitssicherheit in gefährlichen Arbeitsbereichen

In vielen Industriezweigen ist Asset Tracking aufgrund der digitalen Vernetzung bereits Standard. Unter dem Begriff Asset Tracking versteht man die Aufzeichnung und Nutzung echtzeitnaher Positions- und Zugangsdaten von Transportmitteln, Werkzeugen oder auch Lagerträgern, wie beispielsweise Paletten. Es ist davon auszugehen, dass derartige Nachverfolgungssysteme immer wichtiger werden und deren Einsatz in den nächsten Jahren weiter steigen wird.

Neben dem klassischen Tracking von Dingen bieten diese Technologien auch die Möglichkeit, MitarbeiterInnen zu tracken, also deren zeitlichen Positionsverlauf zu erfassen und auszuwerten. Dies dient vor allem der Sicherheit, speziell in gefährlichen Bereichen. Durch den Einsatz dieser Technologien können Personen lokalisiert und dadurch die allgemeine Arbeitssicherheit erhöht werden.

Tracking: Angriff auf den Datenschutz?

Problematisch ist dabei allerdings die Tatsache, dass diese Systeme Funk-Standards wie WLAN, Bluetooth oder RFID verwenden können. Das heißt: Sie sind in der Lage, auch passive Positionsdaten, die etwa von den Smartphones der MitarbeiterInnen ausgehen, ohne deren Zustimmung zu erfassen.

Da es sich dabei um sensible Informationen handelt, ist es unbedingt erforderlich, dass die Daten sicher gespeichert und nur für die Positionierung verwendet werden. Ebenso muss beachtet werden, dass durch das Tracking keine datenschutzrechtlichen Probleme auftreten.

SensiTrack Kick-off

Technologie eröffnet Potential für beide Seiten

Die ForscherInnen des SensiTrack-Projektes arbeiten daran, sowohl die Arbeitsbedingungen in der Industrie 4.0 zu verbessern, als auch Lösungsstrategien zu erarbeiten, die sicherstellen, dass die Privatsphäre der MitarbeiterInnen durch den Einsatz von Tracking-Technologien nicht verletzt wird. Konkret heißt das, dass etwa an Opt-out-Möglichkeiten für die Belegschaft gearbeitet wird oder die Überwachungsmöglichkeiten durch die Unternehmen bewusst eingeschränkt werden.

Der Aufbau von Vertrauen bei der Nutzung aktiver und passiver Trackingsysteme spielt hier eine zentrale Rolle. Das gelingt durch die Sensibilisierung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zum einen und dem Schaffen und Einhalten von Richtlinien beim Einführen und Betreiben von Tracking-Systemen aufseiten der Unternehmen zum anderen.

Der nächste Schritt: ein Experiment mit 200 Testpersonen der Pilotfabrik Industrie 4.0 in der Seestadt Aspern.

Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen und wünschen der Forschungsgruppe viel Erfolg bei ihrem Projekt!

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Dipl.-Ing. Jandl Christian, BSc

Dipl.-Ing. Christian Jandl, BSc

Junior Researcher
Forschungsgruppe Digital Technologies
Institut für Creative\Media/Technologies
Department Medien und Digitale Technologien