Soziale Arbeit queerdenken: Andrea Nagy in Wiesbaden

FH-Dozentin Andrea Nagy und Prof.in Davina Höblich, Hochschule RheinMain

Am 8. Jänner 2015 präsentierte FH-Dozentin Andrea Nagy ihre Forschung an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.

Soziale Arbeit setzt sich bisher wenig mit LGBT-Themen auseinander. Deshalb bildet für SozialarbeiterInnen das ‘Alltagsverständnis’ bezüglich sexueller Orientierung und Identität die Grundlage der Beschäftigung mit ihren KlientInnen. Kultur- und Sozialwissenschaftliche Theorien der LGBT-Identitäten als Konstruktion, die sich als das ‘Andere’ direkt auf die heteronormative Verfasstheit unserer Gesellschaft bezieht, werden bisher noch weitgehend ignoriert. Dies kann bewirken, dass KlientInnen nicht gut ‘versorgt’ werden und dass relevante Normen, die auch die Soziale Arbeit strukturieren, nicht als solche reflektiert werden.

Über die Beschäftigung mit LGBT-Themen können im Studium der Sozialen Arbeit grundlegende Kompetenzen erworben werden. Dazu gehört das kontinuierliche kritische Hinterfragen dessen, was gesellschaftlich als ‘normal’ gilt. Unter dem Titel "Soziale Arbeit queerdenken: zur Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Heteronormativität in der Ausbildung zu sozialen Professionen" stellte FH-Dozentin Mag.a Andrea Nagy die Ergebnisse jüngerer Forschung vor.

Nagy beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Geschlecht und LGBT-Themen in der Sozialen Arbeit, Vulnerablen Gruppen in der Sozialen Arbeit sowie Theorie-Praxisverhältnissen und Wissensmanagement in Institutionen. "Die verpflichtende Aufnahme von LGBT-Themen in das Curriculum der Sozialen Arbeit ist erforderlich", so Nagy. "Sie sind nicht nur für hoch spezialisierte Lehrveranstaltungen relevant sondern vielmehr Teil einer Grundkompetenz, die zu Beginn des Studiums erworben werden sollte," so Nagy. Zu diesen Kompetenzen gehöre etwa das "kontinuierliche kritische Hinterfragen dessen, was gesellschaftlich als ‘normal’ gilt."

Jetzt teilen: