Storytelling der Zukunft

Neue Möglichkeiten von VR in Theater, Film und Medien kennenlernen in Uni-übergreifender Lehrveranstaltung

Create an Experience – eine Kooperationslehrveranstaltung von Uni Wien und FH St. Pölten befasst sich mit den neuen Möglichkeiten von VR in der Kunst

Mit der Lehrveranstaltung „Virtual Reality & Immersive Storytelling“ startete mit dem Sommersemester 2018 die erste Kooperationslehrveranstaltung der Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien und der Fachhochschule St. Pölten. In gemischten Gruppen soll der interuniversitäre Austausch forciert werden; die Unterrichtsblöcke finden an beiden Standorten statt.

Die TeilnehmerInnen setzen sich mit den neuen Möglichkeiten von VR in Theater, Film und Medien auseinander und gehen nach dem Motto „Create an Experience“ der Frage nach, wie VR die Art des Erzählens revolutioniert.

Lehrveranstaltungen in Wien und St. Pölten

Beim ersten Lehrveranstaltungsblock in Wien nahmen Anfang März rund 30 Studierende der Uni Wien und 15 Studierende der FH St. Pölten teil, die diese Lehrveranstaltung als Freifach gewählt hatten. Ziel der von Franziska Bruckner (FH St. Pölten) und Stefanie Schmitt (Uni Wien) initiierten Lehrveranstaltung war es, sich zunächst mit den trendigen Kürzeln VR, AR, MR auseinanderzusetzen und grundlegende Fragen zu klären, etwa: Was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Immersive Storytelling“? Und: In welche Wechselbeziehungen treten diese „neuen Realitäten“ zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen?

Mitte April wurden die Einheiten geblockt an der FH St. Pölten abgehalten. Es ging darum, ausgewählte „wearable devices“ wie Oculus Rift, HTC Vive oder Microsoft HoloLens kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Forscher des Instituts für Creative\Media/Technologies (Andreas Jakl, Christian Munk, Lucas Schöffer und Thomas Wagensommerer) erklärten interessierten Studierenden ihre unterschiedlichen Projekte, Zugänge und technologischen Entwicklungsschritte.

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VR in Theater, Film und Medien

Virtual Reality ist längst nicht mehr auf den Gaming-Bereich beschränkt; diverse VR-Projekte etwa haben bereits Eingang in die Theaterwelt gefunden und verändern das Theatererlebnis des Publikums. Das Potential von VR ist gewaltig, damit ändern sich die Möglichkeiten, aber auch die Anforderungen in der Theater-, Film- und Medienwelt.

Die technischen Innovationen verlangen nach einer neuen Dramaturgie der Erzählung – und nach der Entwicklung adäquater Analysewerkzeuge und wissenschaftlicher Beschreibungstools. Es gilt, ein bestehendes Instrumentarium aus Theater-, Film- und Medienwissenschaft auf seine Brauchbarkeit hin zu untersuchen und mögliche Perspektiven und Herangehensweisen an den sich ständig verändernden Markt zu entwickeln.

Das Sprechen über VR erfolgt im Rahmen der Lehrveranstaltung aus zwei Perspektiven: dem Theater, das streng genommen „immer schon“ eine 360-°-Raum-Kunst gewesen ist, und dem Film, der hier nun mit seinem technischen Know-how buchstäblich den Rahmen des Frames verlässt und sich in alle Richtungen öffnet.

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Expertise des Instituts für Creative\Media/Technologies nutzen

Die Lehrveranstaltung „Virtual Reality & Immersive Storytelling“ findet in Kooperation mit dem Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten statt. Die lehr- und forschungsbasierte Expertise des Instituts umfasst sowohl die kreativ-künstlerische Produktion von Virtual und Augmented Reality als auch unterschiedliche Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel Gesundheit, Industrie und Medienwirtschaft.

In praxisorientierten Exkursionen werden verschiedene Gerätemodelle und Applikationen ausprobiert, ExpertInnengespräche geführt und Aufnahmetechnologien unter Berücksichtigung narrativer und dramaturgischer Strukturen untersucht. Parallel informiert eine reflektierende Lektüre über Vorformen gegenwärtiger Erscheinungsformen, unternimmt eine historische Einordnung und erlaubt die Verflechtung mit bestehenden medienwissenschaftlichen Diskursen.

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