Strategic Paper veröffentlicht

FH-Student Alexander Willim referierte bei derSalzburg Academy 2016 über Hass-Postings

FH-Student Alexander Willim referierte bei Salzburg Academy 2016 über Hass-Postings

Im Rahmen der Salzburg Academy on Media and Global Change 2016 entwickelte Media Management Student Alexander Willim ein Strategic Paper und referierte zur aktuellen Problematik der Hass-Postings auf Social Media vor einem Publikum von mehr als 100 ProfessorInnen und StudentInnen aus aller Welt.

Was sind die Ursachen für die aktuelle und ausufernde Problematik der Hass-Postings und wie lassen sich diese in einer langfristigen Perspektive eliminieren? Dieser Frage ging Alexander Willim im Rahmen seiner Forschung vor, während und nach der im Juli stattfindenden Salzburg Academy on Media and Global Change 2016 nach. Die Ergebnisse wurden nach Fertigstellung in einem Strategic Paper zusammengefasst und ausgewählten EntscheidungsträgerInnen aus Bildung, Politik und Wirtschaft zur Verfügung gestellt.

Vortrag und prominente Gesprächspartner

In Salzburg wurde dazu eine quantitative Befragung der teilnehmenden ProfessorInnen und StudentInnen durchgeführt. Darüber hinaus hielt Alexander Willim einen Vortrag zu seinen aktuellen Forschungsergebnissen. „Die Salzburg Academy on Media and Global Change 2016 bot durch das internationale Ambiente das perfekte Umfeld für meine Forschung. Die Möglichkeit einen Vortrag in solch einem exklusiven Umfeld zu halten, bekommt man nicht jeden Tag“, freut sich Alexander Willim. Bereits vor der Salzburg Academy hat der Student den theoretischen und praktischen Grundstein für seine Arbeit gelegt: Neben sekundäranalytischer Recherche wurden Experteninterviews, u.a. mit ZIB-Moderator Dr. Armin Wolf und Kommunikationsstratege Josef Kalina, geführt. „Ich freue mich, durch meine Teilnahme an der Studie die Forschungen von Alexander Willim unterstützen zu können. Hass-Postings stellen für eine demokratische Gesellschaft, sobald diese ein gewisses Ausmaß überschreiten, ein ernsthaftes Problem dar“, erklärt Josef Kalina.

Strategische Handlungsempfehlungen

Die generierten Ergebnisse wurden nach der Academy in die Kategorien Medien, Bildung, Gesellschaft und Politik/Recht zusammengefasst. Vorgeschlagen wurden etwa die Programmierung eines Algorithmus, welcher die Erkennung von Hass-Postings erleichtert, die Etablierung einer Whistle-Blower Plattform, eine stärkere Fokussierung der Bildungsinstitutionen auf Medienkompetenz sowie ein soziales Experiment zur Sensibilisierung der Gesellschaft.

Auch Mag. Peter Webinger, Leiter der Gruppe Asyl, Migration, Staatsbürgerschaft, Personenstand und Menschenrechte im Innenministerium, äußert sich über das Paper: „Sprache schafft Wirklichkeit. Hate posts sind meinungsbildend und aufgrund der vielfach in sozialen Netzen verwendeten Algorithmen auch möglicherweise gefährlich meinungsverstärkend – und leisten dadurch viel zu oft einen Beitrag zu weniger Sachlichkeit und mehr Polarisierung. In sozialen Netzen verstärkt das Anonymitätsgefühl Tendenzen zur Enthemmung und Menschen schreiben Dinge, für die sie im realen Leben nicht mit ihrem Namen und Gesicht einstehen würden. Die Verfolgung von Beiträgen, die einen Strafrechtstatbestand erfüllen, obliegt den Strafverfolgungsbehörden. Aber es ist bedeutsam, viel weiter im Vorfeld anzusetzen, und dabei ist Bildung die Grundvoraussetzung für das Verstehen von Zusammenhängen und den Abbau von Vorurteilen. Bei all diesen Überlegungen gilt es, sich vom großen gesamtgesellschaftlichen Ziel leiten zu lassen: Welche Schritte müssen unternommen werden, dass der soziale Frieden langfristig in unseren Gesellschaften aufrechterhalten wird? Selbst die Meinungsfreiheit findet dort ihre Grenzen, wo unverhältnismäßig in die Rechte und Schutzgüter Dritter eingegriffen wird. Ihre sachliche Auseinandersetzung, die fundierte wissenschaftliche Aufbereitung, wie wir miteinander kommunizieren und wo das Maß des Akzeptablen überschritten wird, unterstützt dieses gesellschaftliche Ziel.“

Die Salzburg Academy on Media and Global Change

Die „Salzburg Academy on Media and Global Change” ist ein dreiwöchiges Programm des Salzburg Global Seminars in Kooperation mit einer Vielzahl von Universitäten und internationalen Institutionen und Organisationen. Das Programm findet jährlich auf Schloss Leopoldskron statt. In Vorträgen erhalten die Studierenden theoretischen Input, welcher im Rahmen von Workshops und Arbeitskreisen in praktischen Projekten umgesetzt wird. Durch ein strenges Auswahlverfahren sind weltweit nur rund 70 Studierende berechtigt, daran teilzunehmen. Die FH St. Pölten ist die einzige österreichische Partnerhochschule der Academy.

 

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