Studierende beim FMP Talk #31

Studierende der FH St. Pölten (Medien & Wirtschaft) nahmen am FMP Talk #31 teil.

Talk des Vereins Forum Mediaplanung unter dem Motto „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“

Der Verein Forum Mediaplanung hält Talks ab, bei denen über aktuelle Themen der Kommunikationsbranche diskutiert wird. Diese Woche lud der Verein anlässlich seines 50. Jubiläums zu einer besonders spannenden Diskussion: Unter dem Motto „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“ diskutierten Keynote-Speaker aus der Genetik-Forschung, der Markforschung und der Werbung unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen zu diesem Thema.

Prognosen in der Naturwissenschaft und „the Internet of Things“

Der Versuch, Prognosen zu stellen, ist kein neues Phänomen. Um das Wetter vorherzusagen, beobachtete man Naturphänomene und zog daraus Schlüsse: Wenn sich die Blätter der Silberdistel zusammenziehen, folgt Regen. Aus Beobachtungen wurden genaue Berechnungen und schließlich allgemein gültige Naturgesetze, die teilweise auf das exakte Datum vorhersehbar sind. Wieso können dann nicht gesellschaftliche Veränderungen und wirtschaftliche Trends prognostiziert werden?

Diese Frage wurde eingangs gemeinsam mit den ExpertInnen Marco Harfmann (A1 Transformation & Marketing Communications), Helene Karmasin (Karmasin Behavioural Insights) und Markus Hengstschläger (Genetiker, stv. Vorsitzender der Ethikkommission) diskutiert. Wer hätte z. B. vor 100 Jahren damit gerechnet, dass es eines Tages das Internet geben wird, welches nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche umfassen wird?

Die Angst vor der künstlichen Intelligenz

Schon heute gibt es unzählige Einsatzmöglichkeiten für künstliche Intelligenz und so stellt sich die Frage, ob diese aufgrund der Vielzahl an vorhandenen Daten (Sprichwort: Big Data) nicht auch für Prognosen genutzt werden kann. Mit dieser Frage geht die Angst vieler Menschen einher, künstliche Intelligenz könnte eines Tages die Oberhand gewinnen und den Menschen gänzlich verdrängen.

Hierbei lässt sich eine Analogie zur Industrialisierung herstellen: Die Erfindung der ersten automatischen Webmaschine Power Loom brachte ebenfalls Sorgen mit sich: Man dachte, Maschinen würden von nun an alles kontrollieren und man lehnte Maschinen anfangs kategorisch ab, anstatt die gesellschaftlichen Verhältnisse daran anzupassen. Natürlich schaffte die Industrialisierung Leid, doch mit der Zeit adaptierte man den technischen Fortschritt ins alltägliche Leben und veränderte die Umstände entsprechend.

Big Data

Die Möglichkeiten der Datennutzung und -verarbeitung bieten neuen Raum für weitere Analysen und Prognosen. Je mehr Daten vorhanden sind, desto genauer kann beispielsweise das Kaufverhalten analysiert und vorhersehbar gemacht werden. Allerdings trifft dies nur bedingt zu, da bei der Auswertung darauf Acht gegeben werden muss, ob die Daten denn auch wirklich miteinander korrelieren und in Zusammenhang gesetzt werden können. Mehr Daten bedeuten nicht automatisch mehr Einsicht in die Zukunft.

Prognosen können also nur bis zu einem gewissen Grad getroffen werden, da wir technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, sowie mögliche Proteste oder Revolutionen nicht im Vorfeld prognostizieren können – und schon gar nicht die gesellschaftlichen Auswirkungen davon.

Die anwesenden Studentinnen und Studenten haben die Diskussionen/Vorträge als sehr spannend erlebt und bedanken sich herzlich beim FMP-Vorstand für die Möglichkeit, die Veranstaltung zu besuchen.

Autorin: Dina Mansour (Studentin Bachelorstudium Media- und Kommunikationsberatung)

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