Zweifache Gewinnerin bei Best Austrian Animation

"The Outlander" beim BEST AUSTRIAN ANIMATION Wettbewerb

Zwei aus Exchange-Programmen hervorgegangene Animationsprojekte liefen beim ASIFA AUSTRIA AWARD – mit großem Erfolg: "The Outlander" räumte doppelt ab

Austauschprogramme können ganz schön fruchtbringend sein – in diesem Fall gleich zweifach: Studierende aus dem Master Studiengang Digitale Medientechnologien wurden mit ihren zwei im Rahmen von Exchange-Programmen entstandenen Filmen für den ASIFA AUSTRIA AWARD / BEST AUSTRIAN ANIMATION Wettbewerb, der während des 2 Days Animation Festivals vom 21. bis 22. November 2018 stattfand, angenommen.

Und nicht nur das, einer der beiden räumte gleich zwei Preise ab: "The Outlander" von Ani Antonova Hristova gewann in der Kategorie "Best narrative animation" sowie den "Audience award". Die FH St. Pölten gratuliert herzlich zu diesem großartigen Erfolg!

Sowohl "The Outlander" als auch das zweite Projekt der FH St. Pölten, "Neuro Spin Ink", zeigen Animationskunst auf hohem Niveau. „Beide Filme verbindet eine spannende Symbiose von analoger Zeichnung und digitalen Animationstools. 'Neuro Spin Ink' folgt dabei der Tradition des abstrakten Experimentalfilms, während 'The Outlander' historische Begebenheiten und Dokumente zu einer visuell und inhaltlich anspruchsvollen Geschichte verpackt“, so Franziska Bruckner, Leiterin der Forschungsgruppe Media Creation und Dozentin im neuen Masterstudiengang Digital Media Production.

Auf den Spuren des Elefanten Süleyman 

Die Arbeiten zum Dokumentar-Animationsfilm "The Outlander" von Ani Antonova Hristova (Masterklasse Experimentelle Medien) begannen im Februar 2018, als die Digitale Medientechnologien-Studentin für ein halbes Jahr von Wien nach Lissabon zog, um in der Animations-Masterklasse von Pedro Serrazina (Universidade Lusófona de Humanidades e Tecnologias) als ERASMUS-Studentin zu studieren.

"Die Geschichte des Elefanten Süleyman entdeckte mich und nicht umgekehrt", erzählt Ani Antonova, die dramatische Geschichte des Tieres habe sie berührt und nicht mehr losgelassen. Deshalb habe sie das Projekt nach ihrem 6-monatigen Auslandssemester mit zurück nach Wien genommen, auf eine Reise also, die der Elefant bereits einmal angetreten ist.

"The Outlander" versetzt seine ZuseherInnen ins 16. Jahrhundert und erzählt von der langen Reise des Elefanten Süleyman durch die Alpen. Rund 5.000 Bleistiftzeichnungen wurden in dem Animationsfilm eindrucksvoll zum Leben erweckt. Fünf Monate war der Elefant auf seinem Weg von Lissabon nach Wien unterwegs – genau die Zeitspanne, die auch der Animationsprozess des Films umfasste.

The Outlander_Plakat

Nach einer umfangreichen Literaturrecherche zur Geschichte des Elefanten und der Sichtung mehrerer Dokumente, Porträts und Gemälde stellte Ani Antonova fest, dass die Zeichnungen allesamt unterschiedlich aussahen, jedes für sich andere Aspekte der Realität wiedergaben. "Daher kommt auch die handgezeichnete Animation als eine legitime und adäquate Form, um diese Geschichte dokumentarisch zu erzählen", so die Regisseurin.

Die Animationskunst biete die Möglichkeit, eine Form in eine andere zu verwandeln. "Diese Metamorphosen vermitteln oft das Gefühl von Geschmeidigkeit, Leichtigkeit oder sogar Transzendenz." Der Elephant Süleyman erlebte in seinem wirklichen Leben auch eine Transformation, allerdings eine voller Gewalt und Grausamkeit. Ein lebendiges königliches Geschenk zu sein, ist keine leichte Aufgabe, bei der selbst der Tod kein friedliches Ende ist.

Premiere feierte der Film am 21. November 2018 im Filmcasino und überzeugte sowohl das Publikum als auch die Jury; der Film gewann beim Best Austrian Animation gleich zwei Auszeichnungen, nämlich in der Kategorie "Best narrative animation" und den "Audience award".

Ani Antonova Preisverleihung 2018

Geschichten erzählen mit abstrakten Animationen

Für das zweite beim Best Austrian Animation Wettbewerb zugelassene Projekt kamen die Inputs nicht aus Lissabon, sondern aus einer ganz anderen Richtung, nämlich aus Hong Kong. Max Hattler von der City University of Hong Kong leitete im Juni dieses Jahres im Rahmen der Creative Media Summer School einen Workshop mit dem Titel "Abstract Narratives – Narrative Abstractions". Mittels einfacher Animationstechniken konnten die Workshop-TeilnehmerInnen selbst in Animationsexperimenten kreativ tätig werden: Aus einfachen Zeichnungen auf einem Blatt Papier wurden abstrakte Animationen generiert.

Auch Lisa Nagelhofer (Masterklasse Grafik Design), Lukas König (Masterklasse Postproduktion) und Erich Fahringer (Masterklasse Audio Design) nahmen an diesem Workshop teil; und entstanden ist ihr Stop-Motion-Projekt NEURO SPIN INK. Bei den eingesetzten Techniken (Stop-Motion-Animation, Zeichnen, Fotografie und Sound) konnte jeder der drei seinen Ausbildungsschwerpunkt an der FH St. Pölten in den Entstehungsprozess einbringen.

Neuro Spin Ink

Aus ein paar Zeichenutensilien, einem Papierbogen im Format A1 und einem Trinkhalm entstand eine Tuschezeichnung, die mittels Stop Motion Animation, der Verwendung selbst erstellter Audiosampler-Instrumente und Postproduktions-Effekte zum Leben erweckt wurde. Entstanden ist ein ansprechendes Animationsfilmexperiment, das die Konkurrenz beim Wettbewerb nicht zu scheuen brauchte.

„Die internationale Vernetzung unserer Master Studiengänge von Portugal bis Hong Kong und die Zusammenarbeit mit den besten AnimationskünstlerInnen im Umfeld von Animation und Visual Effects macht sich bewährt. So können unsere Studierenden ihr kreatives Potential voll ausschöpfen“, meint Franz Fidler, Studiengangsleiter der drei neuen Master Studiengänge Digital Design, Interactive Technologies und Digital Media Production.

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