Theaterbesuch mit MUKultur: Romeo und Julia

Die TeilnehmerInnen beim MUKultur-Abend zu "Romeo und Julia"

Ein dramatischer Theaterbesuch im Rahmen der MUKultur-Reihe. Verfasst von Bernadette Boesch (Studentin Media- und Kommunikationsberatung):

Noch nie gingen die Meinungen der MUKultur-Gäste so weit auseinander wie bei diesem Theaterbesuch. Manche verließen das Stück vorzeitig, andere standen beim Applaus. Wer hätte das gedacht, bei der berühmtesten Liebesgeschichte der Welt? Und wie konnte es zu so einem dramatischen Ende bei einem Besuch von Romeo und Julia kommen?

Eine post-moderne Variation von Romeo & Julia

Die Erwartungen sind hoch, wenn man sich einen Abend lang im St. Pöltner Landestheater verzaubern lassen will. Ob man das Stück schon zig-mal gesehen hat oder noch nicht weiß, wie es zum Tod von den beiden Liebenden kommt – eines ist allen klar: Die Lerche wird nie laut genug zwitschern können, um das dramatische Ende zu verhindern. Der Regisseur Sebastian Schug hat sich für eine post-moderne Herangehensweise entschieden. Der Text ist der Ursprüngliche. Die Kostüme sind klassisch-modern angehaucht.

Von enttäuschenden Leistungen und großer Begeisterung

Auf der einen Seite überzeugten Romeo (Tim Breyvogel) und Benvolio (Stanislaus Dick), die die kindliche Leichtigkeit ihrer Rolle durch das ganze Drama trugen und diese in jeder Szene weiterentwickelten, auf ganzer Linie. Mit ihnen litten und fieberten die Zuseherinnen und Zuseher mit. Auf der anderen Seite waren die SchauspielerInnen der Eltern aus dem Hause Capulet und Montague eher enttäuschend. Die Streitereien mit ihren Kindern erzeugten wenig Spannung.

Besonders polarisierte allerdings der beste Freund von Romeo: Mercutio, gespielt von einer Dame (Elzemarieke de Vos), verlieh bei jedem Auftritt in äußerst vulgärer Weise der Stumpfsinnigkeit der Liebe Ausdruck. Sei es aufgrund von unsensiblen Regieanweisungen oder der Ausführung: Das Schauspiel von Mercutio war wenig ansehnlich, obwohl hinter der „Show“ großes Talent zu vermuten ist.

Julia verzauberte. Sobald sie auf der Bühne stand, waren alle Augen auf sie gerichtet. Liebevoll spielte Seyneb Saleh ihre Rolle, liebevoll stirbt sie als Julia, liebevoll verneigt sie sich am Ende des Stücks.

Ein Wechsel im MUKultur-Team

Alles in allem haben wir von MUKultur den Abend sehr genossen. So zwiespältig die Meinungen auch waren, so angeregt waren die anschließenden Diskussionen in der großen Runde. Wir, das Organisationsteam, freuen uns sehr, dass MUKultur in den letzten zwei Jahren gewachsen ist und wir sogar Interessierte aus anderen Studiengängen für unser Programm begeistern konnten. Das Kernteam hinter MUKultur bestehend aus Bernadette Boesch, Eileen Okafor, Eva Hubacek und Tamara Hollerer verabschiedet sich nun. Mit dem baldigen Abschluss des Bachelorstudiums übergeben wir die Organisation an Anna Senger und Kathrin Wahlmüller, die MUKultur erfolgreich fortsetzten werden.

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MUKultur möchte die analoge Unterhaltungswelt insbesondere unter den Studierenden der Media- und Kommunikationsberatung aufleben lassen. Ziel der Veranstaltungsserie MUKultur ist, Studierenden – zur Abwechslung zum stark digitalen Umfeld – die analoge Unterhaltungskultur näher zu bringen. Gemeinsam werden Theater- und Musicalvorführungen besucht. 

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