US-Fachkongress zur Ausbildung von SanitäterInnen

Internationaler Notfallkongress „EMS Today"

Rettungsfachkräfte bei internationalem Notfallkongress in Salt Lake City

Die Fachhochschule St. Pölten bietet als erste Fachhochschule in Österreich die Ausbildung zur/zum Rettungs- und NotfallsanitäterIn an. Diese findet im Rahmen des Bachelorstudiums Gesundheits- und Krankenpflege statt. FH-Dozent Christoph Redelsteiner und Mitglieder des Rettungswesens präsentieren dieser Tage beim größten internationalen Notfallkongress „EMS Today" in Salt Lake City (USA) Studienergebnisse zur Situation von Rettungs- und NotfallsanitäterInnen.

Einzigartiger Lehrgang

Seit dem Wintersemester 2015 bietet die FH St. Pölten das Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege an. Studierende können ergänzend den akademischen Lehrgang für präklinische Versorgung und Pflege absolvieren, um sich als Rettungs- sowie NotfallsanitäterIn auszubilden. Die Studierenden erhalten nach positivem Abschluss des Lehrgangs die Berufsbezeichnung „Akademische/r Expertin/Experte für präklinische Versorgung und Pflege“.

Zwei Vorträge zum neuen Lehrgang wurden für den Notfallkongress „EMS Today" angenommen. Christoph Redelsteiner, FH-Dozent am Department Soziales der FH St. Pölten und Modulleiter der SanitäterInnenausbildung, sowie Siegfried Weinert und Susanne Ottendorfer von „144 Notruf Niederösterreich“ werden die Ausbildung einem internationalen Publikum vorstellen und von ersten Erfahrungen berichten. LH-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner bedankte sich vor dem Abflug der drei Vortragenden für ihr jahrelanges Engagement in dem Bereich.

Verbinden von Gesundheitspflege, Krankenpflege und Rettungsversorgung

Ziel des Lehrgangs ist es, die Fachbereiche der Gesundheits- und Krankenpflege und Rettungsversorgung zu kombinieren. Die Absolventinnen und Absolventen sind diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen und Rettungs- bzw. NotfallsanitäterInnen zugleich. Dadurch haben sie eine breite Wissensbasis für vielfältige Aufgaben im Gesundheitswesen, von Akutbetreuung in Kliniken, über Rettungsdienst, bis hin zur Hauskrankenpflege und Versorgung in Langzeiteinrichtungen.

„Das Gesundheitswesen unterliegt grundlegenden Veränderungen, die dem wachsenden Kostendruck in vor allem ländlichen Regionen und der älter werdenden Gesellschaft geschuldet sind. Gesundheitsleistungen, wie die Krankheitsvorbeugung und die Gesundheitserhaltung, rücken damit stärker in den Fokus. Diese Entwicklungen führen künftig zu neuen Rollenverteilungen und vielfältigeren Aufgabenfeldern als bisher“, sagt Redelsteiner.

Steigende Notrufzahlen

Laut Redelsteiner nimmt die Anzahl der Anrufe bei Rettungsdiensten stetig zu – nicht zuletzt aufgrund des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung. „Die meisten Anrufe haben aber keine lebensbedrohende Ursache und brauchen keine lebensrettenden Maßnahmen“, sagt Redelsteiner. In Fällen gehe es vielmehr darum, den betroffenen Personen die passende medizinische oder soziale Versorgung zukommen zu lassen.

Redelsteiner präsentiert beim Kongress etwa eine Studie, die Rettungsorganisationen aus 17 europäischen Ländern verglichen hat. „Die Organisation der Einrichtungen ist sehr unterschiedlich. Dennoch sollten Menschen, die sich aus ähnlichen Gründen an den Rettungsdienst wenden auch eine ähnliche und adäquate Behandlung bekommen“, sagt Redelsteiner. 

Gesundheitsdienste in ländlichen Regionen und im internationalen Kontext

Siegfried Weinert und Susanne Ottendorfer von „144 Notruf Niederösterreich“ präsentieren bei der EMS-Konferenz zudem, welchen Beitrag Rettungs- und NotfallsanitäterIn in ländlichen Regionen zur Gesundheitsversorgung leisten können, wie internationale Kooperationen im Rettungsdienst funktionieren und wie Sprachbarrieren zwischen den Organisationen abgebaut werden können. 

„Mit dem innovativen Lehrgang zur präklinischen Versorgung und Pflege in Verbindung mit dem Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege ist die FH St. Pölten Vorreiterin bei der Ausbildung für neue Berufsfelder in der Gesundheits- und Krankenversorgung. Der Studiengang und der Lehrgang bereiten auf wichtige Zukunftsfelder in einem sich ändernden Gesundheitswesen vor“, erklärt Petra Ganaus, Leiterin des Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege an der FH St. Pölten.

 

Buch zum Thema:

Aktuelle und künftige Anforderungen an das Gatekeeping im präklinischen Bereich. Christoph Redelsteiner. Stumpf + Kossendey, 2016

406 Seiten, € 49,90, ISBN: 978-3-943174-72-4

Die Dissertation von FH-Dozent Christoph Redelsteiner widmet sich der Rolle von Rettungsdiensten bei nicht dringlichen „einfachen“ sozialen, pflegerischen und medizinischen Fällen der Primärversorgung und dem Sicherstellen einer adäquaten Hilfe für alle Altersgruppen und sozialen Schichten, insbesondere für den ländlichen Raum.  

Links:

Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege

Kongress EMS Today

Notruf NÖ

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