Verbessertes Training für SportlerInnen

Lauffotos

Moderne Medientechnik erkennt Trainingsfehler und verfeinert Trainingspläne

Trainingspläne für mehrere SportlerInnen zu erstellen ist ein komplexes Unterfangen. Derzeit gibt es dafür keine brauchbaren Programme und Apps. Informationen müssen händisch zusammengetragen und ausgewertet werden. Gemeinsam mit der Firma „Runtasia“, die SportlerInnen beim Training betreut, entwickelte die FH St. Pölten im Projekt „Flexitrain“ ein Konzept zur Visualisierung von Trainingsdaten. Dies könnte in Zukunft TrainerInnen ihre Aufgabe erleichtern.

Pulsuhren und Sensoren

Wenn TrainerInnen mehrere SportlerInnen betreuen, müssen sie einen schnellen Überblick bekommen, wer sein Programm eingehalten hat, wer nicht und wer übertrainiert hat. Darauf basierend werden Trainingspläne erstellt und angepasst, Leistungs- und Ruhephasen adjustiert.

Seit mehreren Jahren ermöglicht moderne Technik neue Methoden für das Monitoring von Sport- und Trainingsaktivitäten. Im Sportbereich haben sich vor allem Pulsuhren und Schrittzähler durchgesetzt. Beschleunigungssensoren, die in den meisten Smartphones eingebaut sind, bieten weitere Möglichkeiten für die Aktivitätsmessung. „Sensoren werden zunehmend kompakter und leistungsfähiger und können leicht am Körper getragen werden“, erklärt Matthias Zeppelzauer, Senior Researcher am IC\M/T - Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten.

Apps und Informationsaustausch

Apps zum Überwachen des Trainings werden von vielen SportlerInnen benutzt. Diese Systeme sind zwar hilfreich für die SportlerInnen, eignen sich aber kaum für TrainerInnen, da die Informationen meist auf verschiedene Systeme verteilt sind und kein Überblick über mehrere SportlerInnen besteht. TrainerInnen müssen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einzelnen Personen erkennen. Dadurch lässt sich das Training für alle SportlerInnen verbessern. Derzeit müssen die Informationen mühsam händisch zusammengetragen werden.

„Trainingsbetreuung auf hohem Niveau ist allein auf Basis von Excel und E-Mail nicht möglich“, sagt Walter Kraus, Gründer und Geschäftsführer von Runtasia. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler trainiert mehrere SportlerInnen, darunter MarathonläuferInnen, und hat gemeinsam mit der Media Computing Research Group des IC\M/T – Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten im Projekt Flexitrain nach neuen Lösungen gesucht. „Es gibt viel an Apps, Plattformen und Software. Aber kein System deckt alle für das Training relevanten Aspekte ab und verknüpft diese auch noch mit einem Kalender“, so Kraus weiter.

Interaktives, selbstlernendes System

Das Projekt Flexitrain hat zum Ziel, professionelle Betreuung von SportlerInnen durch intelligente Tools zur Trainingsplanerstellung zu verbessern. Dazu werden Messdaten aus dem Training, welche von den SportlerInnen zur Verfügung gestellt werden, in einem interaktiven und selbstlernenden System analysiert. Das System soll auf Basis der eingegebenen Daten TrainerInnen unterstützen, das Training zu überwachen, Trainingsfehler rechtzeitig zu erkennen, gegebenenfalls das Training geeignet zu modifizieren und schließlich persönlich angepasste Trainingspläne zu erstellen.

Das Projekt Flexitrain untersuchte die Einsatzmöglichkeiten von interaktiven Visualisierungsmethoden und automatischer Datenanalyse. Darauf aufbauend hat das IC\M/T-Forscherteam aus dem Bereich Visual Analytics rund um Wolfgang Aigner neuartige Visualisierungskonzepte speziell für die Planung und Durchführung von Trainingsaktivitäten entwickelt. Die entstandenen Methoden ermöglichen eine übersichtliche Darstellung und eine interaktive Exploration der Trainingsdaten. Methoden der Datenanalyse sind notwendig, um teilweise fehlerbehaftete Messdaten geeignet zu verarbeiten, zu analysieren und robuste Daten für die Visualisierungen zur Verfügung zu stellen.

Projekt Flexitrain

Das Projekt Flexitrain wurde durch einen Innovationsscheck von den Bundesministerien für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) sowie Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert. Das Projekt hat nachhaltig dazu beigetragen, an der FH St. Pölten die Bereiche Technik und Gesundheit verstärkt zu vernetzen, unter anderem im Kontext des Projekts CARMA (Center for Applied Research in Media Assisted Healthcare for Motion and Activity) aber auch in Hinblick auf gemeinsame zukünftige Forschungsvorhaben.

Media Computing Research Group des IC\M/T – Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten

http://mc.fhstp.ac.at/
Institut für Creative\Media/Technologies

Runtasia

Runtasia bietet professionelle und persönliche Trainingsbetreuung für ambitioniert trainierende LäuferInnen, sowie einen Vollmondlauftreff, LauftrainerInnenausbildungen, Laufseminare, Laufcamps (unter anderem auf Gran Canaria), Trainingsgruppen und betriebliche Gesundheitsförderungen. Betrieben wird Runtasia vom Sport- und Ernährungswissenschaftler Walter Kraus, der auch das Trainings- und Aktivzentrum „in-Form“ leitet. Im Runtasia-Infokanal wird wöchentlich ein neuer Bericht übers Laufen veröffentlicht. Aus den Beiträgen wurde auch ein e-Book mit dem Titel „Was Läufer interessiert“ herausgegeben.

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