Vernetzen. Kooperieren. Digitalisieren.

Die digitale Zukunft

Bildung als wesentlicher Schlüssel, um digitalisierungs- und Industrie-4.0-fit zu sein – Summit der Plattform Industrie 4.0 fand in St. Pölten statt

Digitalisierung passiert. Das Zukunftsszenario Industrie 4.0 wird Realität. c-tv, das Ausbildungsfernsehen der FH St. Pölten, hat sich unter der Bevölkerung umgehört und Passantinnen und Passanten mit dem digitalen Wandel konfrontiert. Offen ablehnend, skeptisch, vorsichtig optimistisch – so lassen sich die unterschiedlichen Reaktionen zusammenfassen. Dass Industrie 4.0 und das Thema Digitalisierung unsere Zukunft prägen werden, da waren sich alle Befragten einig.

Die Digitalisierung und ihre Folgen

Offen sein für das Neue, mit den Veränderungen gehen und sich nicht gegen sie stellen. Das wollen die einen. Ihre Ängste, in Zukunft von Maschinen in allen Belangen abgelöst zu werden, halten sich in Grenzen. Uns Menschen werde man schließlich nie ganz ersetzen können. Sie sehen optimistisch in die kommenden Jahre, Umschulungen würden uns fit machen und Maschinen in vielen Dingen unser Leben erleichtern.

Und was sagt die andere Seite? „Gefahr. Gefahr für Arbeitsplätze“, prognostiziert ein Passant. Ein Anderer sieht die digitalen Veränderungen und den vermehrten Einsatz von Maschinen vor allem darin begründet, Geld einzusparen. Ein mulmiges Gefühl beschleicht einen weiteren Passanten, denn technische Machbarkeit bedeute gleichzeitig Manipulierbarkeit, Überwachung. Man habe zwar nichts zu verbergen, aber HerrIn seiner Daten zu sein, das sei trotzdem ein Menschenrecht.

Man kann zum technologischen Wandel stehen, wie man möchte, er ist eingeläutet. Vor allem die ältere Generation sei hier mit großen Herausforderungen konfrontiert, hört man von den Jungen, die mit der Technik ganz selbstverständlich groß werden. In der Schule gehöre der Computer zum Alltag, die Tafelkreide sei „am Auslaufen“. Eine junge PassantInnengruppe sieht sogar schon das Ende der Lehrenden voraus, die seien nämlich „zu subjektiv“. Unterricht mit gefühllosen Robotern ist für sie keine unrealistische Vorstellung.

Für die Zukunft gewappnet, digitalisierungs- und und Industrie-4.0-fit sein. Das sind die Herausforderungen, die uns beschäftigen. Ein Summit vor ein paar Wochen hat sich genau diesem Thema gewidmet.

Vernetzen. Kooperieren. Digitalisieren.

Unter diesem Motto fand im Dezember 2017 der jährliche Summit der Plattform Industrie 4.0 im Gebäude der AK in St. Pölten statt. VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft, Arbeitnehmerorganisationen, Wissenschaft und Bildungseinrichtungen vernetzten sich und diskutierten gemeinsam über Digitalisierungsstrategien und Potenziale. Für die FH St. Pölten waren Thomas Felberbauer und Thomas Moser vor Ort.

Ziel war es, über die zukunftsrelevanten Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung zu informieren, der breiten Öffentlichkeit die Angst vor zukünftigen Entwicklungen in diesem Bereich zu nehmen, Chancen aufzuzeigen und gleichzeitig das Thema durchaus auch kontrovers zu diskutieren.

Notwendige Weichen im Bildungssektor stellen

Im Rahmen des Gipfeltreffens wurde ein von der Plattform erstelltes Ergebnispapier zu Qualifikationen und Kompetenzen in der Industrie 4.0 vorgestellt. Die Arbeitsgruppe „Qualifikationen und Kompetenzen“, bestehend aus VertreterInnen von Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Politik und Verwaltung, Unternehmen und Interessenvertretungen, erarbeitete im Vorfeld 81 Empfehlungen mit dem Ziel, Österreich digitalisierungs- und Industrie-4.0-fit zu machen. Auch in diesen Prozess war die FH St. Pölten eingebunden.

Um mit dem raschen technologischen und sozialen Wandel mithalten zu können, ist Bildung zweifellos ein zentrales Thema. Es wird notwendig sein, zwischen Qualifikations- und Kompetenzanforderungen – die von der Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft formuliert werden – und den Angeboten von BildungsträgerInnen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung zu vermitteln. Es gilt, den Anforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.

FH St. Pölten als wichtige Partnerin

Auf dem Summit vorgestellte Projekte aus dem In- und Ausland zeigten, dass im Bereich Digitalisierung und Industrie 4.0 bereits viel getan wird. Das diesjährige Gastgeber-Bundesland Niederösterreich holte regionale Initiativen vor den Vorhang, wie etwa das Projekt „Enterprise 4.0“ oder die  Qualifizierungsmaßnahme „Future of Production“. Auch die  FH St. Pölten war aktiv sowohl im Vorfeld in diversen Arbeitsgruppen und Workshops zum Thema „Qualifikationen und Kompetenzen“ als auch am Summit selbst in die Gestaltung eingebunden; in Vorträge eingebettete Videoeinspielungen etwa sind vom FH-Ausbildungsfernsehen entwickelt und gestaltet worden. Die von Rosa von Suess und ihrem c-tv-Team produzierten Clips, in denen PassantInnen zum Thema Digitalisierung befragt wurden, haben beim Fachpublikum sehr großen Anklang gefunden.

Im Rahmen der Veranstaltung und in Arbeitsberichten wurde außerdem die Rolle der FH St. Pölten als wesentliche Partnerin bei der Umsetzung diverser Projekte und als wichtiger Veranstaltungsort von Weiterbildungsmodulen herausgestrichen. Der Bachelor Studiengang Smart Engineering wurde als Erfolgsmodell in Österreich für die duale Ausbildung auf Hochschulniveau gelobt.

 

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