Vernetzung im Rettungswesen

Gruppenbild Think Tank BVRD.at

Tagung des Bundesverbands Rettungsdienst an der FH St. Pölten

Vor kurzem fand an der Fachhochschule St. Pölten der Think Tank des Bundesverbands Rettungsdienst (BVRD.at) statt. Die Veranstaltungsreihe der Organisation dient der Wissensvermittlung, dem Meinungsaustausch und dem Netzwerken in der Rettungsszene.

Rund 90 TeilnehmerInnen besuchten den Think Tank an der FH St. Pölten. Die Veranstaltung wurde vom BVRD.at gemeinsam mit der FH St. Pölten organisiert, die mit dem akademischen Lehrgang für präklinische Versorgung und Pflege im Zuge des Studiums der Gesundheits- und Krankenpflege die Ausbildung zum/zur Rettungs-/NotfallsanitäterIn anbietet.

Themen aus Rettungswesen und Medizin

Im Zentrum der Veranstaltung stand der fachliche Austausch zu einzelnen Themen aus dem Rettungswesen. Klaus Wimmer, Einsatzleiter bei der Linz AG, referierte zum Thema „Kohlenmonoxid – die tödliche Gefahr“.

Das unsichtbare und geruchlose Gas zeigt bei einer Vergiftung Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit. Ein Verwechseln mit Alkohol- und Drogenkonsum, Schlaganfall oder Lebensmittelvergiftungen ist daher leicht möglich und gefährdet Betroffene, Rettungspersonal und andere am Einsatzort anwesende Personen.

Kohlenmonoxid-Detektoren in Privatwohnungen könnten laut Wimmer das Risiko reduzieren. Rettungsfachpersonal ist in Österreich weitgehend mit entsprechenden Warngeräten ausgestattet.

Stefan Pahler, Chefarzt der Druckkammer Traunstein in Deutschland sowie Taucherarzt und Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin, stellte Einsatzmöglichkeiten der Druckkammer abseits von Tauchunfällen vor, etwa bei Kohlenmonoxidvergiftungen, aber auch Infektionen und dem Diabetischen Fußsyndrom.

Gemeindenahe Versorgung auch am Land

Frank Flake, Leiter des Rettungsdienstes der Malteser in Oldenburg, stellte ein organisationsübergreifendes Projekt des Roten Kreuzes, der Malteser, der Berufsfeuerwehr Oldenburg und des Kreisrettungsdienstes Ammerland vor. Bei dem Projekt „Gemeindenotfallsanitäter“ werden erfahrene Notfallsanitäter nach einer Zusatzausbildung als sogenannte GemeindenotfallsanitäterInnen von der Rettungsleitstelle zu Anruferinnen und Anrufern entsandt, bei denen ein Transport ins Krankenhaus vermutlich nicht erforderlich ist.

Die GemeindenotfallsanitäterInnen sind alleine per PKW unterwegs, haben erweiterte Kompetenzen zum Beispiel in den Bereichen Blasenkatheterwechsel oder Antibiotikagabe und arbeiten eng mit dem hausärztlichen Vertretungsdienst und Notaufnahmen der Kliniken zusammen.

Christoph Redelsteiner, Notfallsanitäter und Leiter des Masterstudiums Soziale Arbeit an der FH St. Pölten, stellte die von ihm initiierte kombinierte Ausbildungsmöglichkeit von Notfallsanitätsausbildung und Gesundheits- und Krankenpflege vor, die an der FH St. Pölten mit dem akademischen Lehrgang für präklinische Versorgung und Pflege im Zuge des Studiums der Gesundheits- und Krankenpflege angeboten wird.

 „Mit dieser vom Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds Nögus geförderten Bildungsmaßnahme ist das Land Niederösterreich Vorreiter für integrierte und kombinierte Ausbildungsmodelle zur Sicherung und Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten insbesondere im Bereich Hauskrankenpflege, Primärversorgung und Rettungsdienst“, erklärt Redelsteiner. Veranstaltungen wie der Think Tank des Bundesverbands Rettungsdienst an der FH St. Pölten dienen dem Austausch und der Vernetzung zwischen Studierenden, Fachkräften und Lehrpersonal.

Über das rege Interesse und die lebhaften Diskussionen freute sich Clemens Kaltenberger, Vizepräsident des BVRD.at und Initiator der Think Tanks: „Es geht uns um den fachlichen Austausch und den Blick über den Tellerrand.“

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