Vom Alltag und Scheitern in der Sozialen Arbeit

Elisabeth Odelga-Öcker, Monika Vyslouzil und Manfred Beigel

Monika Vyslouzil, Elisabeth Odelga-Öcker und Manfred Beigel präsentierten das Buch „30 Tage Sozialarbeit“ in Wien.

"Ich habe das Gefühl, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der steigenden Zahl besachwalteter Personen und der Abnahme der Sozialen Arbeit in manchen Bereichen", so Manfred Beigel von Jugend am Werk. Man arbeite zwar daran, die bestehenden Regelungen im Sachwalterschaftsrecht zu verbessern, betonte Monika Vyslouzil, Leiterin des Kollegiums und stellvertretende Leiterin des Ilse Arlt Instituts für soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten, es werde aber noch eine Weile dauern, bis die Reform fertig sei.

Gemeinsam mit Elisabeth Odelga-Öcker von der sozialmedizinischen Drogenberatung jedmayer stellten Vyslouzil und Beigel am Montag in der Fachbuchhandlung des ÖGB-Verlags in Wien das Buch "30 Jahre Sozialarbeit: Berichte aus der Praxis" vor.

30 Tage aus dem Leben von SozialarbeiterInnen

Monika Vyslouzil und Peter Pantuček-Eisenbacher lassen in ihrem Band Menschen zu Wort kommen, die in unterschiedlichen Feldern der Sozialen Arbeit tätig sind. In jedem Kapitel wird ein Tag im Leben der PraktikerInnen beschrieben. So machen sie die Vielfalt der Sozialen Arbeit einem breiten Publikum zugänglich.

Das Buch richtet sich an Menschen, die sich für ein Studium der Sozialen Arbeit interessieren, ebenso wie an Studierende, PraktikerInnen und an ein allgemeines Publikum. Es berichtet von alltäglichen Erfahrungen und Problemen, mit denen SozialarbeiterInnen in der Praxis konfrontiert sind.

Manfred Beigel thematisierte das Problem des Scheiterns in der Sozialen Arbeit. Die Herausforderungen, mit denen KlientInnen konfrontiert sind, sind häufig komplex, sehr oft liegen die Probleme im Detail. Elisabeth Odelga-Öcker beschrieb den Alltag in einer Anlaufstelle für Drogensüchtige. Die Diskussion drehte sich um die Akzeptanz einer solchen Einrichtung im dicht besiedelten Raum sowie um die Rolle der Dokumentation von Tätigkeiten im Arbeitsalltag einer Sozialarbeiterin.

Soziale Arbeit: Eine vielfältige Profession

Trotz der großen Anzahl an Texten deckt der Sammelband nicht alle Felder der Sozialen Arbeit ab. Vyslouzil: „Es war uns wichtig, dass wir nicht nur von den Erfolgen der Sozialen Arbeit berichten, aber auch nicht nur von den grässlichen Dingen, die man ohnehin in der Zeitung liest. Wir müssen akzeptieren, dass wir in manchen Situationen scheitern. Dieses Buch beschreibt den abwechslungsreichen Alltag von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. Es füllt damit eine Lücke in der vorhandenen Literatur.“

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