Weiterer Workshop der Citizen Scientists

Die Citizen Scientists beim Workshop

Im Dezember fand der letzte Workshop, diesmal zum Thema „Analysieren & Schreiben“ mit dem Citizen-Science-Team statt.

Nach der intensiven Vorbereitung und Anbahnung im vergangenen Frühjahr war es im Oktober 2017 so weit – die Citizen Scientists haben gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Team der FH St. Pölten die Frankfurter Buchmesse besucht und dort den globalen Handel mit Buchrechten vor Ort unter die Lupe genommen. Seither beschäftigen sie sich in Nachbereitungsworkshops mit der optimalen Verwertung und Analyse von Beobachtungen, Notizen und gesammeltem Material. So auch am Samstag, den 16. Dezember 2017, als es darum ging, sich mit dem ethnografischen Schreiben auseinanderzusetzen. 

Auswertung der Feldnotizen

Beim aktuellen Workshop ging es darum, das auf der Frankfurter Buchmesse gemeinsam gesammelte Material zu analysieren. Dafür haben Kleingruppen die Feldprotokolle bzw. Feldnotizen der ethnographischen Feldforschung nach relevanten Themen exploriert. Die zuvor gelernten Analysemethoden des Kodierens im Sinne der sog. „Grounded Theory“ wurden an den eigenen Feldprotokollen angewendet. 

Einige der Mitforschenden haben dabei bereits für sich relevante Themen entdeckt, welche in weiterer Folge individuell vertiefend analysiert werden sollen. Beispiele dafür sind z. B. die Rolle der TV-Bühnen auf der Frankfurter Buchmesse oder die politische Dimension der Buchmesse. Die einzelnen Feldprotokolle werden dabei untereinander ausgetauscht, um die Analyse mit vielfältigen Daten und anderen Perspektiven anreichern zu können.

Ethnographisches Schreiben

Da die Mitforschenden auch aktiv in das Verfassen eines Projektberichts in der Form einer Ethnographie der Frankfurter Buchmesse einbezogen werden sollen, wurden beim Workshop auch grundlegende Kenntnisse des ethnographischen Schreibens vermittelt und an Beispielen diskutiert. Die individuellen Texte werden in einem internen Review-Verfahren weiterentwickelt.

Das Projekt Inside Trading Cultures

Das FWF-finanzierte Forschungsprojekt untersucht mit ethnographischen Feldforschungsmethoden die Rolle und Bedeutung von jährlich stattfindenden internationalen Handelsmessen im globalen Buchmarkt. Die Frankfurter Buchmesse als größte Messe ihrer Art nimmt dabei eine besondere Stellung ein.

Dabei werden die Sichtweisen und Deutungen der beteiligten ForscherInnen um Perspektiven von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Großraum St. Pölten, die an Literatur und dem Handel mit Büchern interessiert sind, erweitert. Die Einbindung von Personen mit unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungshorizonten eröffnet eine Vielfalt der Perspektiven in allen Phasen der ethnographischen Forschung.

Ausblick und Ergebnis

Das geplante zentrale Ergebnis des Projekts sind verschiedenste ethnographische Beschreibungen von den beteiligten BürgerwissenschaftlerInnen wie den leitenden SozialwissenschaftlerInnnen. Im Frühjahr 2018 sollen die bis dahin erarbeiteten Erkenntnisse präsentiert werden. Darüber hinaus soll ein Projektbericht in passender Form publiziert werden. Beim Prozess, wie und was präsentiert wird, werden die Mitforschenden beteiligt.  

Mitforschende bei Podiumsdiskussion

Bei der Citizen Science Konferenz im Februar 2018 wird es einen seitens der FH St. Pölten organisierten „Roundtable – Citizen Science aus der Sicht von BürgerwissenschafterInnen“ geben. Den Chair übernimmt Judith Maria Mühlhauser (Bürgerwissenschafterin Projekt „Inside Trading Cultures“), den Co-Chair Christoph Musik (Researcher, FH St. Pölten). Im Rahmen der Konferenz am Citizen Science Aktionstag wird die Mitforschende Annemarie Bugl an einer Podiumsdiskussion über die unterschiedlichen Erwartungen und Ansprüche an Citizen Science teilnehmen. Moderiert wird die Diskussion von der Ö1-Moderatorin Elisabeth Nöstlinger. 

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