Wenn der Fragebogen an seine Grenzen stößt

Mag. Charlotte Hager zu Gast im Master Studiengang Media- und Kommunikationsberatung

KonsumentInnen bewerten ein Sujet als ansprechend, nett und sympathisch und dennoch stagnieren oder sinken die Umsätze. Meist kommt comrecon dann ins Spiel, wenn es schon fast zu spät ist. Das 2008 gegründete und in Baden sitzende Unternehmen ergänzt bewährte Marktforschungs-Ansätze mit Elementen der Neuropsychologie und Semiotik. Auf diese Weise lässt sich erklären, warum manche Sujets trotz guter Testergebnisse doch nicht den erhofften Erfolg bei KonsumentInnen erzielen. Im Rahmen der Spezialvorlesung Werbung sprach die Gründerin und Geschäftsführerin von comrecon vom Blick über den Tellerrand der klassischen Marktforschung.

Semiotik als Basis der Analyse

Der Name comrecon steht für communication, research und consulting und spiegelt das ganzheitliche Angebot des Unternehmens wider. Hager bezeichnet sich selbst als Missing Link zwischen Agenturen und Unternehmen. Sie testet, ob die richtigen Zeichen gewählt werden, um Botschaften zu vermitteln. Die Semiotik als Wissenschaft der Zeichen und deren Bedeutung dient als Grundlage für die umfassende Analyse der Einflussfaktoren auf den Erfolg von Werbemitteln. Als Zeichen werden in diesem Zusammenhang sowohl Gestik, Mimik, Kleidung, Accessoires als auch die Sprache verstanden.

Zeichen in unterschiedlichen Kontexten

Mit Hilfe von semiotischen Ansätzen untersucht comrecon beispielsweise. die Bedeutung bestimmter Kleidungsstücke im jeweiligen Kulturkontext und in Kombination mit anderen Elementen am Bild. Genauso essenziell ist die Frage, in welchen Situationen ein bestimmtes Produkt konsumiert wird. Hier spielen noch zusätzliche Erkenntnisse der Neuropsychologie in die Analyse eine Rolle. Die semiotische Diagnose erläutert dann, warum etwas in der Werbung gut oder schlecht umgesetzt wird und zeigt Verbesserungsvorschläge auf.

Umdenken bei Unternehmen sichtbar

Während früher die meisten Unternehmen die Unterstützung von comrecon erst in Anspruch genommen haben, als sie bereits viel Geld in Werbemittel unnötig investiert haben, sieht Hager eine positive Entwicklung. Viele haben aus Fehlinvestitionen gelernt und lassen heute die entworfenen Sujets vorab einer Kommunikationsdiagnose unterziehen. Comrecon arbeitet mittlerweile mit einigen namhaften österreichischen Agenturen und Unternehmen zusammen, wobei Hager und ihr Team schon vor bzw. während der Kreationsphase involviert werden.

 

 

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