Women Leadership Talk – Leadership has no Gender

Speakerinnen unterschiedlichster Branchen trafen beim Women Leadership Talk zusammen, um sich über das Thema „Leaderhip has no gender“ auszutauschen.

Beim Thema Geschlechter-Diversität in Führungspositionen erfolgreicher österreichischer Unternehmen sehen sich viele Frauen immer wieder mit ähnlichen Fragestellungen konfrontiert:

  • Auf welche Probleme stoßen Frauen auf ihrem Karriereweg in die Kommunikationsbranche?
  • Warum sind hohe Führungspositionen häufig mit Männern besetzt?
  • Und wie können sie sich in der männerdominierten Arbeitswelt durchsetzen?

Women Leadership Talk im Fokus

Diesen und vielen weiteren Fragen stellten sich vier namhafte Speakerinnen im Women Leadership Talk. Die spannenden Diskussionen wurden mit Alexandra Vetrovsky-Brychta, CEO von Purpur Media, Stefanie Kurzweil, CEO von Semicolon Relations KG, Barbara Klinser-Kammerzelt, CEO xamoom GmbH, und Christina Wieser von der Arbeiterkammer Wien geführt. Durch den Talk führte Moderatorin Annika Boos.

Themenbereiche der Diskussion

Wo bleiben die Frauen in der Führungsebene?

Eines der Kernthemenbereiche des Talks ist die geringe Anzahl von Frauen in Führungspositionen der österreichischen Unternehmen. Laut dem Frauen Management Report 2017 ist lediglich jede siebte Führungsposition durch eine Frau besetzt.

Alexandra Vetrovsyk-Brychta sieht den „ChefInnensessel nie als Nachteil“. Es ist unumstritten, dass er ein hohes Maß an Verantwortung mit sich bringt. Der Wunsch, eine Führungsposition zu übernehmen sowie die aktive Entscheidung dafür müssen klar kommuniziert werden. Gerade in diesem Bereich spielt Eigenmarketing und Selbstvermarktung eine entscheidende Rolle. Frau Klinser-Kammerzelt weist darauf hin, dass sich die Wahrnehmung bezüglich Frauen in Führungspositionen in den letzten 20 Jahren sehr wohl verändert hat. Dennoch verläuft der leichte Anstieg immer noch sehr langsam.

Im Zuge des Talks wurde auch die Schere zwischen Absolventinnen und Führungspositionen, die tatsächlich von einer Frau ergriffen werden, thematisiert. Am Beispiel der FH St. Pölten sind 85 Prozent der Absolvierenden beim Studiengang Media- und Kommunikationsberatung weiblich. Der Anteil weiblicher Führungskräfte in Werbe-, PR- und Mediaagenturen liegt allerdings nur bei lediglich 30 Prozent. Christina Wieser begründet dies mit dem Phänomen der Leaky Pipeline – mit jeder Hierarchieebene und jeder Karrierestufe gehen immer mehr Frauen verloren.

Lassen sich Familie und Karriere vereinbaren?

Vor allem der große Arbeitsdruck, mit dem sich Frauen in Führungspositionen in nur sehr kurzer Zeit konfrontiert sehen, erschwert oft das in Einklang bringen mit der familiären Situation. Doch nicht nur Frauen sind von diesem Druck betroffen, auch die Männer sehen sich damit konfrontiert, Familie und Karriere organisieren zu können.

Wie können Frauen in Führungspositionen gehalten werden?

Frau Klinser-Kammerzelt ist sich sicher, dass es einer Anpassung unseres Arbeitszeitmodells und Job-Situation bedarf, um die Organisation von Familie und Karriere zu ermöglichen. Gerade in diesem Bereich steht die Wirtschaft noch ganz am Anfang und muss sich erst in die richtige Richtung entwickeln. Frau Vetrovsyk-Brychta sieht in diesem Bereich das Problem insbesondere bei den großen, umsatzstarken Unternehmen Österreichs. Bezüglich Arbeitszeitmodell und Flexibilität sind die kleinen und mittleren Unternehmen durch ihre agileren Strukturen gegenüber den Großunternehmen besser aufgestellt.

Frau Kurzweil betont außerdem, wie wichtig es für Frauen in Führungspositionen ist, sich zu vernetzen, voneinander zu profitieren, voneinander zu lernen und gemeinsam Ziele zu erreichen. Eine Möglichkeit des Netzwerkens ist die aktive Zusammenarbeit mit den Female Founders.

Frau Wiesers Abschlussstatement „Ich wünsche den Frauen Gleichberechtigung und zwar 50 – 50“ bringt sowohl den Inhalt als auch den Ausblick auf eine hoffentlicht positive Zukunft auf den Punkt.

Die Diskussionsrunde zum Thema „Leadership has no Gender“ entstand aus einer Kooperation der Studiengänge Digitale Medientechnologien und Media- und Kommunikationsberatung und wurde von den Gender- & Diversity-Beauftragten der FH St. Pölten unterstützt.

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