Workshop zur Diätologischen Befundung

Alexandra Kolm, Dozentin im Studiengang Diätologie, stellte beim Landesgruppentreffen der NÖ DiätologInnen am 9. April 2016 das PESR-Modell vor.

Eine diätologische Befundung unterstreicht die Kompetenzen im therapeutischen Handeln. Die diätologische Leistung mit einer klaren Formulierung der Befundung auf Grund der gesammelten Daten zu begründen, fördert die Qualität in der Therapie. Eine kurze, belegbare und aussagekräftige Dokumentation ist zudem zeitsparend und erhöht die Transparenz und den medizinischen Diskurs in der Therapie.

Vorstellung eines Befundungs-Modells

Im Rahmen des Landesgruppentreffens der Niederösterreichischen DiätologInnen am 9. April 2016 wurde das wichtige Thema "Diätologische Befundung" genauer beleuchtet. Im Workshop wurde von Alexandra Kolm, MSc, Dozentin im Studiengang Diätologie, das in der Pflege und von DiätassistentInnen in Deutschland verwendete PESR-Modell für die Befundung vorgestellt, sowie eine Befragung von Studentin Lisa Schedlberger zu dem Thema durchgeführt.

Das PESR-Modell in der Befundung bedeutet eine Formulierung anzuwenden, die auf ein ernährungsspezifisches Problem hinweist, die Ursache benennt, sowie die dadurch sichtbaren/spürbaren Symptome/Zeichen anführt. Auch die möglichen Ressourcen der/des KlientIn werden erhoben und angeführt. 

Ein immer wieder begangener Fehler: Medizinische Diagnosen sind Zuweisungsdiagnosen. "Medizinische Diagnosen einfach im Rahmen der Diätologischen Befundung als ernährungsspezifisches Problem zu übernehmen ist ungeeignet, da sie keine Informationen über das Ernährungsproblem liefern und auch die Ursache des Ernährungsproblems nicht zwangsläufig erklären. Zudem enthalten medizinische Diagnosen keine Information über die Art der notwendigen Ernährungsintervention noch über Monitoringparameter der Ernährungstherapie", so Referentin Alexandra Kolm.

Fachaustausch durch Praxisbeispiele

Um das theoretisch Gehörte zu festigen wurden anhand von PatientInnenfallbeispielen im Anschluss verschiedene Befundungsbeispiele vorgestellt und angeregt darüber diskutiert.

„Um uns zukünftig weiter im therapeutischen und diagnostischen Bereich behaupten zu können, ist eine kurze, belegbare und aussagekräftige Dokumentation eine wichtige Basis. Damit dies in der Praxis leichter umsetzbar ist, finde ich einen Workshop zu diesem Thema sehr sinnvoll.“, so Edith Sommerauer, Leitende Diätologin des Universitätsklinikum St. Pölten.

Es bedarf einiger Übung, das Wesentliche einer diätologischen Befundung kurz und knapp zu formulieren. Daher wurde mehrfach der Wunsch nach einem erneuten Praxis-Workshop geäußert.

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