Faszination Mensch

#Digitale Medientechnologien** (MA) #Studierenden-Projekt

Fünf unsichtbare Kameras, drei lebensechte Schauspieler und ein vollkommen ahnungsloses Testsubjekt. Viel mehr benötigt das Sendungskonzept von "Faszination Mensch" nicht für dessen Umsetzung.

  • Projektleitung:
    FH-Prof. Mag. Dr. Rosa von Suess
    FH-Prof. Dipl.-Ing. Lars Oertel
    Tankred Lerch
  • Externe MitarbeiterInnen:
    Produzent & Regie: Jakob Kasser
    Produktionsleitung: Florian Bartmann
    Grafik: Raphael Vörösmarty
    Tonmischung: Andreas Negrei
    Redaktion, Autor: Valentin Kouba
    Redaktion, Schauspieler: Clemens Sigel
    Ausstattung, Regieassistenz: Ernestine Fournarakis
    Schnitt, Redaktion: Julia Böhm
    Kamera, Technik: Claus Diwisch
    Kamera, Technik, Grafik: Philipp Pölz
    Grafik, Technik: Alice Thörisch
  • Finanzierung:
    Gefördert/Finanziert durch die Fachhochschule St. Pölten
  • Laufzeit:
    01.03.201630.06.2016
  • Kategorie:
    Studierenden-Projekt
  • Projektstatus:
    abgeschlossen

Doch dieses Format möchte weitaus mehr, als plumpe Voyeurismus-Triebe befriedigen und auf den bereits stark frequentierten Zug der "Prank-Formate" aufspringen. Das junge Team rund um "Faszination Mensch" hat nämlich längst begriffen, dass Gleichaltrige der angestaubten, linearen Fernsehunterhaltung kaum noch etwas abgewinnen können. So befriedigt die Sendung nicht nur die Neugierde und den Wunsch nach Unterhaltung. Dem Publikum wird zusätzlich auch noch die Möglichkeit gegeben, über mögliche Reaktionen der versteckt gefilmten Person Wetten abzuschließen. Und die erfolgreichsten aller mitratenden Hobbypsychologen, können dabei selbstverständlich auch etwas gewinnen.

15-minütige Pilotfolge präsentiert beispielsweise das Szenario der Mitfahrgelegenheit. Wer selbst schon einmal eine solche über's Internet gebucht hat, der weiß, dass man dabei immer wieder auf äußerst spannende Zeitgenossen treffen kann. Deswegen wohl schöpft das Subjekt zu keinem Zeitpunkt Verdacht und ist tatsächlich der Meinung, mit drei mehr oder weniger Verrückten zufällig in einem Auto gelandet zu sein. Anders lassen sich die emotional geladenen Reaktionen gegen Ende der wilden Fahrt auch kaum erklären. Kein Wunder aber, so macht nämlich die Fahrerin einen leicht debilen Eindruck, der Beifahrer bettelt um den Titel "Unsympathler des Jahres" und der Mann neben dem Subjekt bleibt die längste Zeit auf der Seite des Ahnungslosen - doch auch nur, um im großen Finale das Überraschungsmoment voll auf seiner Seite zu haben! Die von den Schauspielern gemimten Charaktere könnten gegensätzlicher nicht sein. Und genau deshalb gelingt es auch, das Subjekt aus seiner emotionalen Reserve zu locken.

Nachdem die gesamte Sendung nicht nur Sachpreise, sondern auch witzige Unterhaltung bietet, kann mit Sicherheit eine wesentlich breitere Zuschauergruppe als nur das 18-25-jährige Zielpublikum angesprochen werden. So wird man beispielsweise während der gesamten Folge von einer angenehmen Erzählstimme begleitet, deren Ruhe in spannendem Gegensatz zur komischen Stimmung im Auto steht. Eben ähnlich zum gesamten Konzept von "Faszination Mensch": Erfrischend anders.