Kombi-Ausbildung im Gesundheitswesen

Notruf-Niederösterreich-Geschäftsführer Christof Chwojka, FH-Geschäftsführer Gernot Kohl, Landesrat Martin Eichtinger und Rot-Kreuz-NÖ-Präsident Josef Schmoll

Land NÖ fördert Plätze für 200 Studierende zur Ausbildung für Sanitätsdienst, Pflege und präklinische Versorgung

Das Land Niederösterreich fördert die akademische Kombi-Ausbildung von Sanitäterinnen/Sanitätern und PflegerInnen für die präklinische Versorgung, die die FH St. Pölten seit 2015 anbietet. Zudem startet das Land NÖ ein neues Pilotprojekt zum Thema „Acute Community Nursing“ in Bruck an der Leitha, an dem die FH St. Pölten beteiligt ist.

Darüber informierten heute bei einer Pressekonferenz an der FH Landesrat Martin Eichtinger, Notruf-Niederösterreich-Geschäftsführer Christof Chwojka, Rot-Kreuz-NÖ-Präsident Josef Schmoll und FH-Geschäftsführer Gernot Kohl.

Regionale und akademische Vorreiterrolle

Das Land Niederösterreich habe damit österreichweit eine Vorreiterrolle eingenommen und leiste einen wertvollen Beitrag zur positiven Weiterentwicklung im Gesundheitswesen, so Landesrat Eichtinger.

„Bis 2022/23 werden in Summe 200 Studierende ihre akademische Ausbildung an der Fachhochschule St. Pölten neu starten können. Besonders hervorzuheben ist dabei die Neuerung, dass die Ausbildung für Sanitäterinnen und Sanitäter erstmals im Fachhochschulsektor stattfindet,“ sagt Eichtinger.

„Mit der Fachhochschule St. Pölten haben wir nun einen Partner an der Seite, der die Sanitäterinnen und Sanitäter nach dem Sanitäter-Gesetz ausbildet. Die Fachhochschule St. Pölten ist somit die erste Nicht-Rettungs-Organisation in Österreich, die dies umsetzt.“

Das Land Niederösterreich unterstützt diese Ausbildung in den nächsten vier Jahren mit rund 1,6 Millionen Euro. Diese Ausbildung verläuft integrativ im Studiengang „Gesundheits- und Krankenpflege“ über insgesamt sieben Semester und wird gemeinsam mit dem Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege absolviert.

„Mit unserem Studiengang bilden wir schon heute Studierende für wichtige neue Berufsfelder aus. Die Studierenden können entweder die klassische Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildung in Form eines Studiums absolvieren und mit einem Bachelorabschluss und einem Diplom in Gesundheits- und Krankenpflege abschließen. Oder sie können zusätzlich dazu den Lehrgang ‚präklinische Versorgung‘ absolvieren und sich zu Expertinnen und Experten für diesen Bereich ausbilden lassen. Diese Kombination bezeichnen wir als ‚Gesundheits- und KrankenpflegePLUS ‘-Studium“, erklärt FH-Geschäftsführer Gernot Kohl..

Die Fachhochschule St. Pölten ist die einzige Hochschule in Österreich, die diese Ausbildung anbietet und die einzige Fachhochschule, die die Berechtigung zur Ausbildung von Rettungs- sowie Notfallsanitäterinnen und -sanitätern hat.

Hilfe da anbieten, wo sie gebraucht wird

Mit dem Pilotprojekt „Acute Community Nurse“ wird die Innovation des Lehrganges jetzt noch um einen neuen Einsatzbereich in Niederösterreich erweitert. Als sogenannte „Acute Community Nurses“ können Pflegepersonen mit besonderer Expertise in der präklinischen Versorgung auch im Rettungsdienst in der Notfallversorgung tätig werden.

Niederösterreich startet dieses für drei Jahre konzipierte medizinische Pilotprojekt in der Region Bruck an der Leitha. Es verfolgt das Ziel, Patientinnen und Patienten am ‚Best Point of Service‘ zu versorgen und das Gesundheitssystem zu entlasten. Der Einsatz der „Acute Community Nurse“ erfolgt wie bei anderen Rettungseinsätzen durch Alarmierung nach Anrufen über die Rufnummern 144 oder 1450. Die „Acute Community Nurse“ fährt mit einem speziell ausgerüstetem Einsatzfahrzeug von ihrem Stützpunkt an den Einsatzort und versorgt Menschen je nach Erfordernis.

„Um das Gesundheitssystem bestmöglich auf neue Herausforderungen vorzubereiten, fördern wir dieses neue innovative Versorgungsmodell. Mit dem Pilotprojekt ‚Acute Community Nursing‘ wird erstmals ein Zukunftsmodell in der Patientenversorgung an der Nahtstelle zwischen Rettungswesen und ambulanter Versorgung verwirklicht,“ sagte Notruf Geschäftsführer Christof Chwojka bei der Pressekonferenz.

„Chronisch Erkrankte oder pflegebedürftige Menschen müssen aufgrund von kleinen Problemen in Kliniken eingeliefert, behandelt und anschließend wieder zurückgebracht werden. Wie bereits international belegt, gehen wir auch in Niederösterreich davon aus, dass ein beträchtlicher Anteil an Rettungseinsätzen nicht primär einen Krankenhausaufenthalt oder einen Ambulanzkontakt erfordert, sondern schon im Vorfeld durch die Arbeit der ‚Acute Community Nurse‘ vor Ort beantwortet werden kann“, betonte Josef Schmoll, Präsident des niederösterreichischen Roten Kreuzes.

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FH-Prof. Mag. Ganaus Petra, MSc

FH-Prof. Mag. Petra Ganaus, MSc

Studiengangsleiterin Gesundheits- und Krankenpflege (BA)
Lehrgangsleiterin Präklinische Versorgung und Pflege (akad.)
Department Gesundheit